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Scharfer Wortwechsel zwischen Moskau und Litauen wegen Enklave Kaliningrad 20.05.2026, 13:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Moskau reagiert mit scharfen Worten auf Äußerungen aus Litauen zur militärischen Verwundbarkeit der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach auf Reisen in Peking von "kurzsichtigen Politikern" im Baltikum, "die mit Russophobie durchtränkt sind", wie die russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Weil die baltischen Staaten "geradezu wahnhaft russlandfeindlich" seien, handelten sie gegen ihre eigenen Interessen, sagte Peskow.

Litauens Außenminister Kestutis Budrys hatte vor kurzem in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" über die Bedrohung durch Russland und Belarus gesprochen und eine energische Abschreckung durch die Nato verfochten. Befragt nach dem benachbarten Kaliningrad, sagte er: "Wir müssen den Russen zeigen, dass wir ihre kleine Festung, die sie in Kaliningrad errichtet haben, durchdringen können. Die Nato hat die Mittel, die russischen Luftverteidigungs- und Raketenbasen dort im Ernstfall dem Erdboden gleichzumachen."

Moskau: Beschädigung der europäischen Stabilität

Dies sei ein direkter Aufruf, ein souveränes Land anzugreifen, und beschädige die europäische Stabilität, entgegnete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Das russische Gebiet Kaliningrad rund um das frühere Königsberg ist zu Zeiten des Ukraine-Krieges noch isolierter vom Mutterland Russland als früher. Es bleibt aber eine wichtige Militärbasis mit Raketensystemen, die den gesamten Ostsee-Raum einschließlich Deutschlands erreichen können.

Die Äußerungen fallen in eine angespannte Lage zwischen den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen und Russland wegen zahlreicher Drohnenvorfälle. Dabei geht es um ukrainische Drohnen, die sich beim Anflug auf russische Ziele am Finnischen Meerbusen in den baltischen Luftraum verirren. Moskau wirft den baltischen Staaten vor, ihr Staatsgebiet für ukrainische Angriffe zur Verfügung zu stellen. Dies wird in den baltischen Hauptstädten entschieden zurückgewiesen. Sie gehen davon, dass russische Störsender die Drohnen auf den Irrflug bringen.

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