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Scheidender FDP-Chef Dürr attackiert Bundesregierung 30.05.2026, 11:44 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Mit scharfer Kritik an der schwarz-roten Bundesregierung hat sich FDP-Chef Christian Dürr von der Spitze seiner Partei verabschiedet. Bei der Eröffnung des Bundesparteitags in Berlin warf er Union und SPD eine maßlose Schuldenpolitik und fehlenden Reformwillen vor. Nach einem Jahr Amtszeit von Kanzler Friedrich Merz (CDU) stecke Deutschland mehr denn je in einer wirtschaftlichen Krise und habe die unbeliebteste Regierung in seiner Geschichte.

"Nach nur einem Jahr schon unbeliebter zu sein als Olaf Scholz am Ende seiner Amtszeit, das muss man erst mal hinkriegen", sagte Dürr mit Blick auf den amtierenden Kanzler und seinen Vorgänger. Er warf der Koalition "Mutlosigkeit" vor und forderte: "Es ist unser Auftrag, eine Antwort auf den lähmenden Status quo der deutschen Politik zu sein. Von diesem lähmenden Status quo profitieren die Ränder - links und rechts."

Bittere FDP-Wahlniederlagen unter Dürr

Der frühere Fraktionschef Dürr war nach dem Scheitern der Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 an die Spitze der Partei getreten. Ihm gelang es aber nicht, das Ruder herumzureißen. In diesem Jahr kassierte die FDP bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bittere Niederlagen. In beiden Ländern kam sie nicht mehr in den Landtag.

Daraufhin traten Präsidium und Bundesvorstand zurück. Dürr wollte ursprünglich wieder für das Amt des Bundesvorsitzenden antreten. Er verzichtete aber darauf, als der bisherige Vize-Parteichef Wolfgang Kubicki seine Kandidatur ankündigte. Er steht nun am Nachmittag als einziger Bewerber für den Posten zur Wahl.

Keine Selbstkritik bei Dürr - viel Beifall für Rede

Dürr sagte, er habe viel darüber nachgedacht, wo die Liberalen in den vergangenen Monaten noch mutiger, klarer und schneller hätten sein können. Er nannte dafür aber keine Beispiele und zeigte keinerlei Selbstkritik. Mit den Worten "Ich gehe heute aus einem Amt, meine Heimat bleibt die FDP" verabschiedete sich Dürr, der für keinen Parteiposten mehr kandidiert. Die Delegierten zollten ihm stehend Beifall.

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