Steinmeier sieht stärkere geopolitische Rolle Lateinamerikas 20.03.2026, 06:00 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht angesichts der aktuellen Krisen und Konflikte eine wachsende geopolitische Bedeutung Lateinamerikas. "Gerade Mexiko als starke Mittelmacht in Lateinamerika ist für uns deshalb ein herausragender Partner", sagte er in einer Pressekonferenz mit Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum in Cancún.

Gemeinsam stehe man für rechtsstaatliche und demokratische Grundsätze und Menschenrechte und setze sich für die Stärkung der regelbasierten multilateralen Ordnung ein. "Und wir setzen auch auf regelbasierten Freihandel", sagte Steinmeier. "Eine Welt ohne Regeln mag für Großmächte erträglich erscheinen, für uns ist sie das nicht. Und für die überwältigende Mehrheit der Staatengemeinschaft auch nicht."

Engagement deutscher Unternehmen ist langfristig angelegt

Sheinbaum betonte mit Blick auf die schwieriger werdende Weltlage: "In solchen Situationen ist es immer gut, gute Freunde und gemeinsame Ziele zu haben." Auch Sheinbaum sah große Chancen für die deutsche und die mexikanische Wirtschaft durch das modernisierte Freihandelsabkommen zwischen ihrem Land und der EU, das noch unterzeichnet werden muss.

Der Bundespräsident sagte, man ignoriere nicht die Probleme für deutsche Unternehmen in der Region. Diese fänden in Mexiko aber ein gutes Investitionsumfeld. "Das ist eben kein kurzfristiges Engagement, sondern ein dauerhaftes Engagement zum beiderseitigen Vorteil."

Mexiko für Deutschland ein wichtiger Wirtschaftspartner

Mexiko ist für Deutschland ein strategischer Partner in der Region. Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen sind dort vertreten. Der Volkswagen-Konzern zum Beispiel stellte im vergangenen Jahr in seinem Werk in Puebla nach eigenen Angaben rund 336.000 Fahrzeuge her.

Mexiko ist nach den USA für die deutsche Wirtschaft der zweitwichtigste Investitionsstandort und Handelspartner in Nord- und Südamerika. Das Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr laut Deutsch-Mexikanischer Industrie- und Handelskammer 25,1 Milliarden Euro - allerdings zuletzt mit abnehmender Tendenz.

Mexiko letzte Station auf Steinmeiers Lateinamerika-Reise

Steinmeier beendete mit dem Besuch in Mexiko eine fünftägige Lateinamerika-Reise. Sie hatte ihn zuvor nach Panama und Guatemala geführt. Wegen Streiks und Demonstrationen in der Hauptstadt Mexiko-Stadt war das Treffen mit Sheinbaum kurzfristig in den Badeort Cancún verlegt worden. Am Abend flog Steinmeier nach Berlin zurück.

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