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Stuttgart hat zweitbesten Nahverkehr deutscher Großstädte 01.09.2026, 17:47 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Nach einer Untersuchung der Denkfabrik Agora Verkehrswende hat Stuttgart unter den deutschen Großstädten das zweitbeste Angebot beim öffentlichen Verkehr (ÖV). Stuttgart kam ebenso wie München auf eine ÖV-Güte von 1,4, wie es im neuen ÖV-Atlas von Agora Verkehrswende heißt. 92 Prozent der Stuttgarter hätten demnach ein mindestens gut getaktetes Schienenangebot unweit ihrer Haustür. Sie lebten höchstens 200 Meter entfernt von einer Straßenbahnhaltestelle mit Abfahrten im Zehn-Minuten-Takt oder einer Bushaltestelle mit Abfahrten im Fünf-Minuten-Takt.

Platz eins belegt Frankfurt am Main mit einer ÖV-Güte von 1,3. In Frankfurt lebten 95 Prozent der Stadtbewohner in unmittelbarer Nähe eines mindestens gut getakteten Schienenangebots. Knapp hinter Stuttgart und München folgen die Städte Hannover, Karlsruhe, Düsseldorf und Darmstadt.

Der ÖV-Atlas misst den Angaben zufolge flächendeckend, wie gut die Menschen in Deutschland an Busse und Bahnen angebunden sind. Grundlage sind bundesweite Fahrplandaten, die mit dem Bevölkerungsraster des Zensus verknüpft wurden. Die ÖV-Güte zeigt an, wie weit die nächste Haltestelle entfernt ist, wie häufig dort eine Abfahrt angeboten und welches Verkehrsmittel eingesetzt wird.

Unter den Flächenländern liegt Baden-Württemberg auf Platz drei

Vergleicht man die Qualität des öffentlichen Verkehrsangebots nach Bundesländern, liegen die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen vorn, gefolgt von den urban geprägten Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Bei den Landkreisen schnitten Verdichtungsränder der Metropolen wie der Landkreis München und die Region Hannover am besten ab.

Diese Reihenfolge spiegele die Siedlungsstruktur. Wo viele Menschen in Städten lebten, lasse sich ein gutes Angebot leichter organisieren. Dahinter stehe eine ökonomische Logik, so Agora: Ein dichter Takt koste pro Fahrplankilometer fast überall ähnlich viel, er lasse sich aber nur dort halbwegs finanzieren, wo im Umfeld der Haltestellen genügend Menschen wohnten.

Ein Viertel der Bevölkerung schlecht oder gar nicht versorgt

Die Denkfabrik sieht 21 Millionen Menschen in Deutschland und damit rund ein Viertel der Bevölkerung schlecht oder gar nicht vom öffentlichen Nahverkehr versorgt. Für rund 5,6 Millionen von ihnen erreiche das Angebot nicht einmal die niedrigste Güteklasse. Betroffen sei vor allem die Bevölkerung in eher ländlichen Regionen.

Etwa 30 Millionen Menschen seien sehr gut oder gut mit Bus und Bahn versorgt. Diese Gruppe lebe überwiegend in großen Städten oder deren Umgebung.

Ein gutes Grundangebot stellt aus Sicht des Berliner Thinktanks eine etwa 250 Meter vom Wohnort entfernte Haltestelle dar, an der werktags alle halbe Stunde ein Bus abfährt. Die am schlechtesten versorgten Menschen seien auf das Auto angewiesen. Betroffen seien vor allem Gemeinden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in Bayern außerhalb der Ballungsräume.

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