Thailand hebt Verkaufsverbot für Alkohol am Nachmittag auf 04.12.2025, 07:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BANGKOK (dpa-AFX) - Um den Tourismus anzukurbeln, hat Thailands Regierung ein für viele Urlauber verwirrendes Alkoholverbot aufgehoben. Seit 1972 durften nachmittags zwischen 14.00 und 17.00 Uhr weder Bier- und Weinflaschen noch Spirituosen über die Ladentheken gehen. Offiziell hieß es, damit solle verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche nach Schulschluss Zugang zu Alkohol haben.

Beim Zuwiderhandeln drohten den Anbietern empfindliche Geldstrafen. Wer in Thailand lebt, war längst daran gewöhnt, dass in Geschäften und Supermärkten nach der Mittagszeit die alkoholischen Getränke abgedeckt und Schilder mit einem Hinweis auf das Verbot aufgehängt wurden. Auch durfte während der Sperrzeit nur in lizenzierten Restaurants, Kneipen und Hotels Alkohol konsumiert werden. Damit ist jetzt Schluss - zumindest vorerst.

Halbjährige Probephase

Rechtzeitig zu den Silvesterfeierlichkeiten, an denen immer zahlreiche internationale Besucher in das südostasiatische Land strömen, soll der Schritt laut Gesundheitsministerium helfen, die Wirtschaft zu stimulieren. Zunächst soll die Lockerung 180 Tage lang in einer Probephase gelten, wie die Zeitung "Bangkok Post" unter Berufung auf die Behörden berichtete.

Thailand kämpft derzeit mit einem starken Rückgang der Besucherzahlen. Vor allem der wichtige chinesische Markt war in diesem Jahr eingebrochen. Grund sind vor allem Sicherheitsbedenken: Chinesische Influencer warnen nach der Entführung eines chinesischen Schauspielers und einem Erdbeben im März schon länger vor Reisen nach Thailand.

Hoher Konsum und viele Unfälle

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Thailand, das von Bangkok und Phuket bis Pattaya für sein Nachtleben bekannt ist, eine der höchsten Alkoholkonsumraten in Asien. Das steht in großem Widerspruch zum von den meisten Thais praktizierten Buddhismus, der Alkohol ablehnt.

Auch ist das Land bekannt für eine extrem hohe Zahl tödlicher Verkehrsunfälle - viele davon in Zusammenhang mit Alkohol. Medien zitierten eine Statistik der Regierung: Demnach kamen zwischen 2019 und 2023 fast 33.000 Menschen bei solchen Unfällen ums Leben./cfn/DP/jha

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