Trotz Iran-Krieg

Umschlag an deutschen LNG-Terminals stabil 25.03.2026, 05:42 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Trotz des Kriegs im Iran, gestörter Lieferketten und stark gestiegener Preise läuft der Umschlag von Flüssigerdgas (LNG) an den norddeutschen Terminals nahezu uneingeschränkt weiter. Denn der Großteil der deutschen LNG-Importe stammt bislang aus den USA. 2025 machten diese Transporte nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 94 Prozent aus.

"Lieferungen aus der Golf-Region hatten wir seit Anfang 2023 nur sehr vereinzelt. Absagen von Cargos liegen an den DET-Terminals momentan nicht vor", teilt ein Sprecher der bundeseigenen Deutsche Energy Terminal Gesellschaft (DET) auf Anfrage mit. Die Gesellschaft betreibt die Terminals Wilhelmshaven 1 und 2 sowie das Terminal in Brunsbüttel. Für das erste Halbjahr 2026 seien alle Kapazitäten komplett vermarktet, hieß es.

Auch das Rügener LNG-Terminal in Mukran laufe im Regelbetrieb, teilt ein Sprecher der Firma Deutsche Regas mit. "Bisher wurde seit Beginn des Iran-Kriegs ein Slot durch unsere Kunden nicht genutzt." Über die Gründe gab es keine Angaben.

Verschärfter Wettbewerb?

Gashändler buchen bei den Terminalbetreibern Zeitfenster, sogenannte Slots, in denen Tanker Flüssigerdgas an schwimmenden Spezialschiffen anlanden und regasifizieren können. Ob ein gebuchter Slot eines Terminals tatsächlich genutzt wird, oder ob eine LNG-Lieferung aufgrund der Marktlage ein anderes Terminal und einen anderen Abnehmer ansteuert, entscheiden die Händler.

Experten gehen jedoch wegen der Eskalation im Nahen und Mittleren Osten von einer verschärften Konkurrenz zwischen Asien und Europa um kurzfristig verfügbare LNG-Lieferungen aus. Durch die faktisch blockierte Straße von Hormus werden sonst 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases transportiert - ein Großteil davon geht nach Asien.

"Da müssen wir eben sehen, dass wir in diesem Wettkampf insoweit bestehen, dass wir zumindest unsere Speicher ausreichend befüllen und dass wir auch genügend Mengen im Winter dann noch nach Europa ziehen", sagt der Gasexperte Sebastian Gulbis vom Beratungsunternehmen Enervis.

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