Umfrage

Rot-Rot-Grün in Mecklenburg-Vorpommern wäre möglich 09.07.2026, 07:26 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Gut zehn Wochen vor der Landtagswahl liegt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern einer neuen Umfrage zufolge immer noch vorn, könnte aber das Nachsehen hinter einem rot-rot-grünen Bündnis haben. Da neben der SPD auch die Grünen leicht zulegen, dürfen beide Parteien zusammen mit den Linken rechnerisch auf eine hauchdünne Mehrheit der Sitze im neuen Parlament hoffen, wie aus der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hervorgeht.

Demnach liegt die AfD unverändert bei 36 Prozent. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verbesserte sich im Vergleich zur letzten Umfrage des Instituts aus dem Mai um zwei Prozentpunkte auf 29 Prozent. Die Grünen - die in den Umfragen bisher mit 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen - würden nach der neuen Erhebung um einen Punkt zulegen und wären damit im nächsten Landtag vertreten, der am 20. September gewählt wird.

Erfolg der Grünen würde Optionen schaffen

Zusammen mit den Linken, die im Vergleich zur letzten Umfrage einen Punkt abgeben mussten und nun bei 12 Prozent liegen, käme Rot-Rot-Grün auf 46 Prozent - ein Punkt mehr als die anderen im Landesparlament vertretenen Parteien zusammen.

Die CDU könnte der Umfrage zufolge noch mit 9 Prozent rechnen - ein Punkt weniger als noch im Mai. Das BSW würde wie die FDP und alle anderen Parteien voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Bei der Landtagswahl 2021 waren die Sozialdemokraten mit 39,6 Prozent noch stärkste Kraft geworden. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent der Stimmen. Schwesig regiert das Land seither zusammen mit den Linken in einer rot-roten Regierung.

Mehr als 1.100 Wahlberechtigte in MV befragt

Für die Umfrage wurden zwischen dem 2. und 6. Juli 2026 insgesamt 1.167 Wahlberechtigte aller Altersgruppen, Bildungsabschlüsse und Geschlechter in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Die Befragung ist nach NDR-Angaben repräsentativ.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Nachlassende Parteibindungen, immer kurzfristigere Wahlentscheidungen und andere Faktoren erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Die ermittelten Ergebnisse können, wie alle Stichprobenerhebungen, Fehlertoleranzen enthalten.

Insa-Umfrage im Juni sah AfD bei 35 Prozent

In einer am 23. Juni veröffentlichten Wahlumfrage des Insa-Instituts im Auftrag des "Nordkurier" führte die AfD mit 35 Prozent vor der SPD mit 28 Prozent. Die Linke lag demnach bei 11 Prozent, die CDU bei 10 Prozent. Das BSW kam auf 6 Prozent, für die Grünen wurden 4 und für die FDP 3 Prozent ausgewiesen. An der Online-Befragung nahmen 1.000 Menschen vom 11. bis 18. Juni teil, wie es hieß. Das Institut gab die Fehlertoleranz mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten an.

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