US-Konzern kauft deutschen Laserfunk-Pionier Mynaric 20.04.2026, 15:35 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Das einst mit großen Hoffnungen gestartete deutsche Hightech Startup Mynaric hat seine Selbstständigkeit verloren: Der US-Konzern Rocket Lab hat den in München ansässigen Laserfunkhersteller übernommen. Mittlerweile hat laut Rocket Lab auch das Bundeswirtschaftsministerium zugestimmt. Den Kaufpreis bezifferte der Konzern auf 155 Millionen Euro, der allerdings nicht vollständig in bar fließt, sondern zum Großteil aus Rocket-Lab-Aktien besteht. Das Hauptquartier von Mynaric soll in München verbleiben und zum ersten Standbein von Rocket Lab in Europa werden. Zuvor hatten Fachmedien berichtet.

Rocket Lab will in Europa expandieren

Wie schon dem Firmennamen zu entnehmen, ist Rocket Lab ein Raketenhersteller, dessen "Electron"-Rakete inzwischen gut 250 Satelliten ins All befördert hat. Mittlerweile entwickelt Rocket Lab auch eigene Satelliten, und zu diesem Geschäftsbereich passt Mynaric: Das deutsche Startup hat Laserfunkterminals für abhörsichere Kommunikation und Datenverbindungen entwickelt. Rocket Lab möchte diese unter anderem in 36 US-Militärsatelliten einbauen, die die Regierung in Washington bestellt hat. Der Auftrag hat demnach ein Volumen von 1,3 Milliarden Dollar.

Start der Serienproduktion bei Mynaric geriet zum Debakel

Anders als bei vielen anderen Startups war die Technologie bei Mynaric ausgereift, doch das Unternehmen scheiterte an einem anderen Problem: Die Serienproduktion der Laserfunkterminals sollte 2021 beginnen, verzögerte sich jedoch so lang, dass das Unternehmen in finanzielle Schieflage geriet.

Mynaric ist eine Hightech-Ausgründung aus dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum und war seit 2017 an der Frankfurter Börse notiert, seit 2021 auch an der New Yorker Nasdaq. Wegen der existenzbedrohenden Schieflage leitete Mynaric im vergangenen Jahr ein Sanierungsverfahren ein, die Aktionäre wurden entschädigungslos vor die Tür gesetzt. Rocket Lab hatte im März vergangenen Jahres Interesse angemeldet, deutsche Bewerber für eine Übernahme gab es offenbar nicht.

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