Viele Praxen in Berlin könnten Mittwoch geschlossen bleiben 09.06.2026, 15:06 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Viele Berliner Arztpraxen dürften am Mittwoch geschlossen bleiben. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin haben sich mehr als 2.000 Mitglieder für eine Fortbildungsveranstaltung im Rahmen eines Aktionstags gegen ein geplantes Spargesetz angemeldet. Der zuständige Berufsverband BVKJ erwartet zudem, dass der Großteil der Kinder- und Jugendpraxen nicht öffnen wird.

Für dringende Fälle verweist die KV Berlin auf ihre Notdienstpraxen. Geöffnet sind am Mittwoch unter anderem Standorte im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, im Sana Klinikum Lichtenberg sowie in den DRK Kliniken Westend.

Sorge vor schlechter Versorgung

Mit dem Aktionstag wenden sich die Verbände gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die KV Berlin befürchtet dadurch wirtschaftlichen Druck auf Praxen und eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. "Die Konsequenzen werden die Berliner:innen spüren: weniger Praxen, längere Wartezeiten, eingeschränkte Leistungen", teilte die KV mit. Die vorgesehenen Maßnahmen seien "reine Sparmaßnahmen auf dem Rücken der ambulanten Versorgung".

Auch der BVKJ sieht die Versorgung in Gefahr. Sie befürchte, dass wichtige Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen künftig schwerer zugänglich werden könnten. Gleichzeitig würden Praxen finanziell unter Druck geraten, wenn zusätzliche Behandlungen nicht mehr vollständig vergütet würden. "Kein Kinder- und Jugendarzt kann es sich leisten, seine Leistung zum Dumping-Preis anzubieten", sagte Berliner Landespressesprecher Jakob Maske. "Die Regelversorgung wird eingeschränkt werden und die Versorgung wird sich verschlechtern."

Sparpaket von insgesamt 16 Milliarden Euro

Das vom Kabinett auf den Weg gebrachte Sparpaket soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten, um ein erwartetes Defizit auszugleichen und höhere Zusatzbeiträge zu vermeiden. Ministerin Nina Warken (CDU) plant Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und der Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

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