Viele Verkehrsverbünde erhöhen Fahrpreise zum 1. Januar 26.12.2025, 15:10 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

BERLIN (dpa-AFX) - Fahrgäste müssen für Fahrten in Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) im kommenden Jahr vielerorts drauflegen. Zum einen wird das Deutschlandticket, ein bundesweit gültiges Monatsabo für den ÖPNV, dann 63 Euro pro Monat kosten statt wie bisher 58 Euro. Zum anderen erhöhen viele Verbünde auch die Preise für Einzel-, Mehrfahrten- und Zeitkarten, wie eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Etliche Verbünde erhöhen Preise ab Januar

Im bundesweit größten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) etwa steigen die Preise ab Januar im Schnitt um 6 Prozent. Eine Einzelfahrt im Berliner Stadtgebiet (Tarifgebiet AB) kostet dann erstmals 4,00 Euro, 20 Cent mehr als bisher.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Nordrhein-Westfalen hat eine Ticketpreiserhöhung von durchschnittlich knapp 5 Prozent ab dem kommenden Jahr beschlossen. Ähnlich hoch (plus 5,1 Prozent) fällt die Steigerung im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen aus.

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt wird Bus- und Bahnfahren teurer - im Schnitt um knapp 4 Prozent ab Januar. Der Preis für die Einzelfahrt in den zentralen Zonen M und 1 erhöht sich um 10 Cent und kostet künftig 4,20 Euro. Die Streifenkarte wird 90 Cent teurer und kostet ab Januar 18,70 Euro.

Die Gründe sind stets die gleichen

In manchen Verbünden sind die Preiserhöhungen bereits erfolgt, wie etwa im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) für den Großraum Leipzig-Halle. Schon zum 1. August dieses Jahres sind Tickets dort im Schnitt zwischen 5 und 6 Prozent teurer geworden.

In vielen anderen Regionen sind Preiserhöhungen noch nicht bekannt, gelten aber als wahrscheinlich. Die Gründe dafür sind überall die gleichen: gestiegene Kosten bei Personal, Energie und Infrastruktur. Der VBB etwa verwies auf Kostensteigerungen bei Strom sowie Kraft- und Schmierstoffen von 38 Prozent.

Daneben dürfte auch das Deutschlandticket eine Rolle spielen. Das bundesweit gültige ÖPNV-Abo kostet derzeit monatlich 58 Euro, soll aber zum Januar ebenfalls teurer werden.

Die Einführung des Tickets hat bundesweit dazu geführt, dass die Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde weniger Geld einnehmen, weil das Deutschlandticket oft günstiger ist als die regionalen Monatskarten. Bund und Länder wollen für diese Einnahmeausfälle aufkommen, die Finanzierung des Deutschlandtickets und die Verteilung des Geldes von Bund und Ländern sind aber seit der Einführung dauerhafte Streitthemen.

Es fehlt an auskömmlicher Finanzierung

Generell fehlt es aus Sicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an einer auskömmlichen Finanzierung des ÖPNV in Deutschland. Neben den Einnahmen durch die Ticketverkäufe sind die Verbünde dafür auf Mittel des Bundes angewiesen, die sogenannten Regionalisierungsmittel. Diese belaufen sich dem VDV zufolge im laufenden Jahr auf rund 11,56 Milliarden Euro.

Der Verband hat vor einiger Zeit in einem Gutachten die aus seiner Sicht notwendigen Mittel errechnen lassen, die es bräuchte, um den ÖPNV von Grund auf zu modernisieren. Gemeint ist damit der Ausbau elektrischer Busflotten und Investitionen in die Infrastruktur, damit langfristig das bestehende Angebot der Verbünde aufrechterhalten werden kann.

Dafür bräuchte es dem Gutachten zufolge bis 2040 pro Jahr rund 1,44 Milliarden Euro zusätzlich vom Bund. Mehr als doppelt so viel wäre demnach zusätzlich notwendig, um das ÖPNV-Angebot flächendeckend auszubauen und besser zu machen als aktuell, insbesondere in ländlichen Regionen.

Die fehlenden Mittel führen derzeit aber vielmehr dazu, dass immer mehr Verbünde Angebote reduzieren, anstatt sie auszubauen. Zuletzt hatte etwa der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg angekündigt, an Randzeiten und am Wochenende auf weniger nachgefragten Linien einige Züge rauszunehmen./maa/DP/he

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

Gestern 23:05 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 23:03 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:53 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:51 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:49 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Gestern 21:27 Uhr • Artikel • dpa-AFX

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer