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Wadephul-Krisenbesuch in Israel - Warnung vor Chaos im Iran 10.03.2026, 16:41 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

JERUSALEM (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat sich bei einem Krisenbesuch mitten im Iran-Krieg hinter Israel gestellt, zugleich aber vor Chaos und einem Auseinanderfallen des Irans gewarnt. "Niemand kann ein Interesse an Chaos oder Bürgerkrieg oder dem Zerfall Irans haben", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar in Jerusalem. "Die Auswirkungen wären erheblich und würden wir auch in Europa zu spüren bekommen", fügte er hinzu.

"Wir brauchen eine regionale Friedensordnung, die die Sicherheit der Staaten und Menschen in der Region, insbesondere der Seewege, die wichtige Handelswege sind, gewährleistet", forderte Wadephul. Mit Blick auf die israelischen Angriffe gegen die islamistische Hisbollah-Miliz im Libanon sagte Wadephul, er habe Saar gebeten, mit der libanesischen Regierung im Kampf gegen die Hisbollah zusammenzuarbeiten und die zivile Infrastruktur im Libanon beim Kampf gegen die Hisbollah zu schützen.

Wadephul bittet um Zusammenarbeit mit libanesischer Regierung

Dass die Hisbollah an der Seite des Iran Israel angegriffen habe, sei ein schwerer Fehler, sagte Wadephul. Aber auch im Libanon gebe es Leid unter der Zivilbevölkerung. Die Bemühungen Libanons um die Stabilisierung des eigenen Staates dürften dieser erneuten Auseinandersetzung zwischen Iran und Israel nicht zum Opfer fallen.

Mit Blick auf die Lage im Gazastreifen sagte Wadephul, auch angesichts des Iran-Krieges dürfe die Lage der über zwei Millionen Menschen dort nicht aus dem Blick geraten. "Weiterhin ist die humanitäre Lage schlecht" und weiterhin gebe es nicht ausreichend Zugang für humanitäre Hilfe, kritisierte der Bundesaußenminister. Die Umsetzung des Gaza-Friedensplanes dürfte nicht weiter ins Stocken geraten. Zentral sei dabei die Entwaffnung der Hamas.

Der Besuch war aus Sicherheitsgründen bis zu dem Treffen geheim gehalten worden. Wadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn am 28. Februar besucht. Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung./bk/rme/DP/stw

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