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Wadephul will Kooperation mit Marokko ausbauen 29.04.2026, 13:09 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Außenminister Johann Wadephul will die Zusammenarbeit mit Marokko angesichts von geopolitischen Spannungen intensivieren. Bereits jetzt sei das Land zweitgrößter Handelspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent, erklärte der CDU-Politiker vor einem zweitägigen Besuch in der Hauptstadt Rabat. "Gerade bei unseren Wirtschaftsbeziehungen gibt es noch großes weiteres Wachstumspotenzial: mit Blick auf erneuerbare Energien, bei kritischen Rohstoffen oder beim Thema Wasserstoff."

Marokkanische Fachkräfte seien zudem etwa im deutschen Gesundheits- und Pflegewesen eine wertvolle Stütze, sagte Wadephul, der von einer Wirtschaftsdelegation und Bundestagsabgeordneten begleitet wird.

"Als wichtige Brücke zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Kontinent ist Marokko für Deutschland ein Schlüsselpartner", erklärte der Außenminister mit Blick auf das 70. Jubiläum der bilateralen Beziehungen in diesem Jahr. Beide Länder verbinde der Einsatz für die regelbasierte internationale Ordnung mit den Vereinten Nationen im Zentrum. Wadephul war erst am Morgen von einem Besuch der UN in New York zurückgekehrt.

Wadephul: Krisen- und Fluchtursachen in Sahel-Region eindämmen

Beim strategischen Dialog mit seinem Amtskollegen Nasser Bourita steht nach Angaben von Wadephul eine große Breite internationaler Fragen auf der Agenda. So habe sich Marokko bereiterklärt, an der Umsetzung des 20-Punkte-Plans für den Gazastreifen und einer internationalen Sicherheitstruppe mitzuwirken. Mit Marokko teile man auch das Ziel einer Stabilisierung der Sahel-Region, um dort Krisen- und Fluchtursachen einzudämmen.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten Ende Februar einer Gesetzesänderung zugestimmt, nach der Deutschland und andere EU-Staaten von Juni an einfacher in als sicher geltende Drittstaaten abschieben können, zu denen Schutzsuchende keinerlei Verbindung haben. Die EU hat die nordafrikanischen Länder Marokko, Tunesien und Ägypten sowie das Kosovo, Kolumbien und die südasiatischen Staaten Indien und Bangladesch als sichere Herkunftsstaaten eingestuft.

Der strategische Dialog zwischen Deutschland und Marokko findet alle zwei Jahre auf Ebene der Außenminister statt. Dabei werden bilaterale wie internationale Themen angesprochen. Zuletzt war der marokkanische Außenminister im Juni 2024 zum strategischen Dialog zu Gast in Berlin.

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