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Wadephul wirbt in São Paulo für Zuwanderung von Fachkräften 02.07.2026, 18:29 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Außenminister Johann Wadephul hat vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels versucht, Ängste junger Südamerikaner vor Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland zu dämpfen. "Es wird ein bisschen zu viel über die Probleme als über das Gelingen gesprochen. Es gelingt nämlich sehr viel", sagte der CDU-Politiker vor dem Hintergrund der Integration von Migranten in Deutschland in einer Runde mit jungen Sprachschülerinnen und -schülern im Goethe-Institut in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo.

Der Minister informierte sich über die Motivation junger Menschen, die in Brasilien Deutsch lernen, weil sie in der Bundesrepublik studieren oder eine Ausbildung machen wollen. Wadephul ließ sich beispielsweise die Pläne des 18-jährigen Victor schildern, der für eine Ausbildung zum Krankenpfleger nach Cottbus gehen will. Der Leiter der "Spracharbeit Südamerika" des Goethe-Instituts in Sao Paulo, Jörg Klinner, hatte erzählt, unter den Schülern gebe es Ängste vor Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.

Problematische Kriminalität, problematische Überreaktionen

Wadephul sagte mit Blick auf Migration in Deutschland, es gebe in diesem Zusammenhang Widerstände, genauso wie es problematische Kriminalität in diesem Bereich gebe. Es gebe aber "auch viele Überreaktionen von Deutschen, die auch problematisch sind und die unnötig sind". Man sei "in einem Lernprozess" darüber, wer Deutscher sei, wer zu Deutschland gehöre oder wer Staatsbürger werden könne.

Deutschland entwickele sich in eine Richtung, die früher eher für die USA gegolten habe. Jeder, der bereit sei, sich in die Gesellschaft zu integrieren, deren Regeln zu akzeptieren, der die Sprache könne und zur Gesellschaft beitragen wolle, "soll dazugehören und soll Teil des Ganzen sein", sagte Wadephul. Er ergänzte: "Diese Geschichte müssen wir jetzt mehr und mehr erzählen." Einige wollten dies zwar "politisch anders erzählen. Aber denen werden wir sehr, sehr deutlich widersprechen".

In Brasilien gibt es vier Goethe-Institute, an denen pro Jahr laut Klinner 2.800 Frauen und Männer an Kursen teilnehmen. Brasilienweit gebe es knapp 10.000 Teilnehmer an den vom Institut angebotenen Sprachprüfungen.

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