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Warnstreiks im Handel

Keine Folgen für Kunden erwartet 15.05.2026, 09:48 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Kunden müssen wegen der Warnstreiks im Handel nach Einschätzung des Branchenverbandes nicht mit größeren Einschränkungen beim Einkaufen rechnen. "Uns liegen bislang keine Erkenntnisse etwa zu Ladenschließungen oder Ähnlichem bundesweit vor, sodass es heute zu keinen Beeinträchtigungen für die Kunden im Einzelhandel kommen wird", sagte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke der Deutschen Presse-Agentur.

In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat Verdi für diesen Freitag zu Warnstreiks aufgerufen. Bundesweit sollen erste Betriebe bestreikt werden, wie die Gewerkschaft ankündigte. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt.

In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sprach von "vergifteten Angeboten", die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden.

Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent. Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro.

HDE: "Brauchen eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung"

Seit April laufen die Verhandlungen für den Einzel- sowie den Groß- und Außenhandel in den ersten Landesbezirken. HDE-Tarifgeschäftsführer Haarke mahnte: "Was wir brauchen, ist eine gemeinsame und verantwortungsvolle Lösung für unsere Branche in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage mit historisch schwacher Konsumstimmung und schnell wachsender Arbeitslosigkeit sowie zunehmenden Unternehmensinsolvenzen." Die Arbeitgeber seien zum Dialog bereit.

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel für den Zeitraum 2023 bis 2025 ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.

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