WOCHENAUSBLICK

Iran-Einigung stützt Dax - Fed-Sitzung ebenfalls im Blick 15.06.2026, 05:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
DAX 24.658,75 PKT +0,19 % Ariva Indikation

Die vorläufige Einigung auf einen Ausweg aus dem Iran-Krieg dürfte den deutschen Aktienmarkt zumindest zu Beginn der neuen Handelswoche stützen. Nach wochenlangen Verhandlungen hatten die Vereinigten Staaten und der Iran nach Angaben des Vermittlers Pakistan und der US-Regierung eine vorläufige Übereinkunft dafür gefunden. Auch der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, der Text des Rahmenabkommens sei fertiggestellt worden.

Am Freitag soll nach der formellen Unterzeichnung die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus wieder geöffnet werden. Die faktische Sperrung durch den Iran hatte die Ölpreise kräftig angetrieben. In der Folge zog die Inflation an, was die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag zu einer Zinserhöhung nötigte. Dies bedeutet eine zusätzliche Belastung für die sich ohnehin in schwierigem Fahrwasser befindliche Wirtschaft der Eurozone.

Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades hatte bereits am Freitag für den Fall einer vollständigen Öffnung der Straße von Hormus einen weiteren und massiven Rückgang der Ölpreise für möglich gehalten. Dies würde die hartnäckige Inflation sofort an der Wurzel packen und selbst die jüngste Leitzinserhöhung der EZB blitzschnell relativieren.

In der neuen Woche müssen die Mitglieder der US-Notenbank Fed bewerten, welche Auswirkungen die geopolitische Lage und die konjunkturelle Entwicklung auf die Inflation sowie den Arbeitsmarkt haben. Dabei wird die Sitzung von dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet.

Analyst Patrick Franke von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Fed eine Zinserhöhung beschließt. Kevin Warsh habe sich wiederholt gegen Vorfestlegungen ausgesprochen. Insofern dürfte er auch kaum auf ein klares Signal für die kommenden Sitzungen hinwirken.

Unter dem Strich bleibt das Umfeld für den deutschen Aktienmarkt erst einmal freundlich. Erst kürzlich hatte die DZ Bank ihr Ziel für den Stand des Leitindex Dax DE0008469008 am Ende des Jahres von 25.000 auf 27.500 Zähler nach oben geschraubt. Das Mitte Januar bei knapp 25.508 Punkten erreichte Rekordhoch wäre damit locker übertroffen.

Das Hauptszenario der DZ Bank basiert auf der Annahme einer Deeskalation am Persischen Golf, da eine Entspannung im Interesse beider Parteien liege. Auf iranischer Seite habe die Blockade die Deviseneinnahmen einbrechen lassen, da der Ölexport den Großteil der Ausfuhren stelle. Auf US-Seite belasten Analystin Birgit Henseler zufolge die Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten die Zustimmungswerte des US-Präsidenten. In diesem Umfeld werden die Börsen generell von dem Ausbau der Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz angetrieben, schrieb sie weiter. Aktuell sorgt auch der Rekord-Börsengang von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX US84615Q1031 für Fantasie am Gesamtmarkt.

Mit Blick auf den Aktienmarkt hierzulande könnte es am Freitag zu größeren Kursbewegungen kommen, denn dann ist wieder großer Verfallstag. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus, was für Nervosität sorgen kann.

Ebenfalls am Freitag veröffentlicht der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding DE0006083405 seine Quartalszahlen. Bereits zur Wochenmitte lohnt sich ein Blick auf die Aktien der Commerzbank DE000CBK1001. Denn am Dienstag um Mitternacht läuft das Angebot der italienischen Großbank Unicredit IT0005239360 für den deutschen Wettbewerber ab.

Unicredit hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und bietet dafür eigene Anteile. Bis Donnerstag bekamen die Italiener eigenen Angaben zufolge 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient, obwohl der Wert der Offerte rechnerisch unter dem Preis eines Commerzbank-Anteils liegt.

Damit würde der Anteil von Unicredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Commerzbank hatte erst kürzlich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie bei Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht.

Die Frankfurter Bank kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Gegenparteien von Unicredit für Finanzinstrumente seien - und keine unabhängigen Investoren. Die Unicredit hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Sie handle nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin./la/jsl/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 13,63
Hebel: 18
mit starkem Hebel
Ask: 55,13
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
Morgan Stanley
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Eine vorgeschriebene allgemeine Mitteilung gemäß BaFin-Beschluss.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: MN78SL MG536T. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer