WOCHENAUSBLICK

Krisengeschüttelte Dax-Anleger blicken auf US-Preisdaten 20.10.2025, 05:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
DAX 24.259,09 PKT +0,76 % Ariva Indikation

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte sich auch in der neuen Woche in schwierigem Fahrwasser bewegen. Nachdem das deutsche Börsenbarometer erst vor wenigen Tagen ein Rekordhoch bei gut 24.771 Punkten erreicht hatte, hat sich die Stimmung zuletzt gedreht. Zu den plötzlich wieder ausgebrochenen Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China gesellte sich auch die Sorge bezüglich einer möglichen neuen US-Bankenkrise. In den Vereinigten Staaten sind zwei Regionalbanken offenbar Opfer von Kreditbetrug im Zusammenhang mit notleidenden Immobilienfonds geworden.

"Die Empfindlichkeit für Hiobsbotschaften hat zugenommen", schrieb Analyst Christian Apelt von der Landesbank Hessen-Thüringen. Ob aber die neuen Strafzölle für China wirklich kommen oder die Verluste bei US-Banken zum großen Thema werden, sei keinesfalls gesichert.

Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets ergänzte: "Die Angst vor einer neuen Bankenkrise löst jetzt die Euphorie über eine gut laufende Berichtssaison und eine weiterhin robuste Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz ab." Der Experte sieht die Börsen zudem auch durch den ungelösten Haushaltsstreit in den USA belastet. Dieser hat zu einer teilweisen Schließung der Bundesbehörden ("Shutdown") geführt.

Eine Konsequenz davon ist, dass eigentlich anstehende US-Konjunkturdaten nicht oder erst später veröffentlicht werden. So werden die Anleger erst am Freitag erfahren, wie sich die Verbraucherpreise im September entwickelt haben.

"Am 24. Oktober kommt etwas Licht ins Dunkel", zeigte sich Analyst Christoph Balz von der Commerzbank überzeugt. Aktuell steigen die Preise in den USA schneller als von der Notenbank Fed angestrebt. Aber die Mehrheit der Verantwortlichen bei der Fed geht dem Experten zufolge anscheinend davon aus, dass es sich bei den zollbedingten Preiserhöhungen um einen einmaligen Effekt handelt und die Inflation bald wieder abebbt, zumal sich die Lage am Arbeitsmarkt verschlechtere. Daher werden die Verbraucherpreiszahlen die US-Währungshüter wohl kaum von ihrem Zinssenkungskurs abbringen, resümierte Balz.

Für Anleger wäre das eine gute Nachricht. Sinkende Zinsen verbilligen Kredite sowie Investitionen und können so die Konjunktur ankurbeln.

Auch die hierzulande anlaufende Berichtssaison der Unternehmen könnte in der neuen Woche die Kurse stützen. Am Mittwochabend nach Börsenschluss wird der Softwarekonzern SAP über die Geschäfte im abgelaufenen Quartal berichten. Am Donnerstag folgen neben dem Spezialisten für Personalmanagement-Software Atoss Software der Triebwerkshersteller MTU und der Konsumgüterkonzern Beiersdorf . Der Sportwagenbauer Porsche steht dann am Freitag auf der Agenda.

Der Experte Ortay Gelen von der Vermögensverwaltung Axia Asset Management bleibt skeptisch. "Die Berichtssaison wird sicherlich an der ein oder anderen Stelle für Ernüchterung bei den erwarteten Gewinn- beziehungsweise Umsatzprognosen sorgen." Denn die Dynamik bei Ertrags- und Erlösentwicklung sei derzeit teilweise abseits einer fundamentalen Begründung. "Wir erleben viel Euphorie am Markt, und es wird viel Fantasie in die zukünftige Entwicklung von Unternehmen eingepreist", mahnte der Fachmann.

Zur Beurteilung der derzeitigen Entwicklung an der Börse ist Gelen zufolge der von Rekord zu Rekord eilende Goldpreis ein hilfreicher Indikator. Dieser stelle erfahrungsgemäß eine Art Fieberthermometer der Märkte und der Wirtschaft dar. Die Kursentwicklung deute offenkundig darauf hin, dass sich Anleger weltweit bereits auf einen Börsenrücksetzer vorbereiten würden./la/jkr/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer