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Nervosität bleibt trotz verlängertem US-Ultimatum hoch 27.03.2026, 15:11 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Am deutschen Aktienmarkt dürfte sich weiterhin alles um den Iran-Krieg drehen. "Es bleibt dabei: Die Investoren werden weiter von den Nachrichten aus der Kriegsregion vor sich her gejagt", kommentierte Chefmarktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Angesichts der Verlängerung des US-Ultimatums für den Iran könnte der Dax DE0008469008 in der verkürzten Karwoche einen neuen Stabilisierungsversuch wagen. Konjunkturdaten dürften derweil erste Folgen des Krieges auch hierzulande aufzeigen.

US-Präsident Donald Trump räumt dem Iran mittlerweile Zeit bis zum 6. April ein, um die unter anderem für den weltweiten Ölhandel so wichtige Straße von Hormus freizugeben. Die verlängerte Frist zeige, wie sehr die USA den Krieg beenden und eine Verhandlungslösung erreichen wollen, stellte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners fest. Sie zeige aber auch, dass sich die Verhandlungen wohl alles andere als einfach gestalten. Trump selbst verwies zuletzt auf "sehr gute" Gespräche, während der Iran mehrfach Verhandlungen dementierte.

Marktexperte Marcel Mußler schrieb mit Blick auf die jüngsten Kursverluste im Dax, dass Anleger Trump und seiner immer wieder versuchten Beruhigung der Märkte längst nicht mehr trauten. Seit Kriegsbeginn hat der deutsche Leitindex rund 3.000 Punkte eingebüßt, im bisherigen Jahresverlauf steht mittlerweile ein Minus von etwa neun Prozent zu Buche. Wenn die Anleger nun weitere Tage damit beschäftigt seien, das Ultimatum vor sich herzuschieben, bleibe es nervenaufreibend, ergänzte Mußler.

Aus Sicht von Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl wäre der Bestfall für den Dax eine Stabilisierung bis zum nächsten Wochenende: "Die Anleger könnten sich darauf verständigen, zunächst bis nach Ostern abzuwarten, um dann zu entscheiden, ob sie wieder in Aktien einsteigen wollen oder nicht." Das Ende von Trumps Frist falle passend dazu auf den Ostermontag, also einen handelsfreien Tag in Deutschland. Bereits am Karfreitag bleibt die Börse in Frankfurt ebenfalls geschlossen.

Solange die Straße von Hormus faktisch blockiert ist, sorgen sich die Anleger vor allem um weiter anziehende Ölpreise. Hohe Energiekosten könnten die Wirtschaft bremsen und gleichzeitig die Inflation antreiben. Verbraucherpreisdaten aus Deutschland und der Eurozone dürften deshalb am Montag und Dienstag besonders spannend werden. "Höhere Inflationszahlen für März dürften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- beziehungsweise Energiekrieg in den kommenden Wochen droht", sagte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Er rechnet im zweiten Quartal erstmals seit 2023 wieder mit über drei Prozent Inflation.

Mittelfristig glauben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen aber, dass der Dax trotz allem mit einem blauen Auge davonkommen könnte. "Für 2026 hatten wir Aktien aufgrund der hohen Bewertung ohnehin wenig Potenzial eingeräumt", argumentierte Helaba-Devisenstratege Samuel Will. Am Jahresendziel von 25.000 Punkten für den deutschen Leitindex halte er fest. Trotz der jüngsten Kursrückgänge sei an den Aktienmärkten von Panik nach wie vor nichts zu spüren. Der Iran-Krieg dürfte aber noch einige Wochen andauern, konstatierte Will.

Damit verschärft sich auch die Unsicherheit für die deutschen Unternehmen. Die bald bevorstehende Berichtssaison für das erste Quartal entwickele sich deshalb zum fundamentalen Stimmungstest, kommentierte Robert Halver, Kapitalmarktstratege bei der Baader Bank. Im Fokus stünden die Ausblicke und inwiefern energieseitig steigendem Kostendruck durch zunehmende Produktivität mittels Einsatzes von Künstlicher Intelligenz entgegengewirkt werde. Zunächst gibt es im Wochenverlauf unter den Nebenwerten in MDax DE0008467416 und SDax DE0009653386 aber noch einige Nachzügler mit Jahreszahlen.

Am Freitag steht außerdem der üblicherweise viel beachtete Arbeitsmarktbericht aus den USA auf der Agenda - ein wichtiger Indikator für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Wegen steigender Inflationsrisiken habe die Fed ihre Haltung jüngst verschärft, schrieb Sören Wiedau von der Weberbank. Zinssenkungen seien erst denkbar, wenn die Inflation wieder klar in Richtung Zielwert tendiere. In Europa sei sogar die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen gestiegen./niw/tih/jha/

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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