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US-Jobdaten stellen Dax-Rally auf die Probe 05.01.2026, 05:50 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem kräftigen Jahresendspurt könnte der Dax in der neuen Woche weiter zulegen. "Es scheint so, dass die Investoren auch im Jahr 2026 auf eine Konjunkturerholung in Deutschland setzen", schrieb Marktexperte Andreas Lipkow. Damit bleibt das Rekordhoch des deutschen Leitindex vom Oktober bei 24.771 Punkten im Blick. Allerdings könnten die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag den Optimisten einen Strich durch die Rechnung machen.

Zudem könnte die US-Attacke auf den südamerikanischen Staat Venezuela zum Wochenauftakt für Verunsicherung sorgen. Die USA griffen auf Befehl Trumps das ölreiche südamerikanische Land in der Nacht zum Samstag an. Spezialeinheiten nahmen während der Operation "Absolute Resolve" ("Absolute Entschlossenheit") Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores fest. Beiden soll in New York wegen Vorwürfen des "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden.

An den Finanzmärkten gab es zunächst kaum eine Reaktion auf den Angriff. Die Ölpreise gaben lediglich leicht nach; der Dollar legte etwas zu und beim Dax deuten die ersten Indikationen auf einen Start im Plus hin. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex etwas mehr als drei Stunden vor dem Xetra-Start auf 24.650 Punkte und damit ein halbes Prozent höher als am Freitagabend.

Trotz des US-Zollschocks im vergangenen April hatte der Dax 2025 mit einem Anstieg von 23 Prozent das beste Jahr seit 2019 verzeichnet. Und am letzten Handelstag des Jahres sei der Leitindex dann auch noch über die psychologisch wichtige Hürde von 24.500 Punkten geklettert, betonte Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades. Dieser fulminante Endspurt könnte die entscheidende Initialzündung für das Börsenjahr 2026 sein.

Darüber hinaus sieht Sohlleder die moderate Bewertung des Dax im Vergleich zu den oft heiß gelaufenen US-Indizes als wichtige Triebfeder für den deutschen Aktienmarkt: "Es mehren sich die Anzeichen für eine signifikante Kapitalrotation: Investoren könnten Gelder aus den USA abziehen und in die preiswerteren europäischen Blue Chips umschichten."

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, lenkte den Blick auf die günstigen Fundamentaldaten: "Die gegenwärtigen weltweiten politischen Disruptionen haben der Wirtschaft weniger zugesetzt als befürchtet - teilweise, weil die US-Zölle am Ende nicht so hoch ausgefallen sind wie zu Beginn erwartet, teilweise weil Unternehmen in einer Marktwirtschaft über erhebliche Anpassungsfähigkeiten verfügen."

Insgesamt stehen die Chancen Kater zufolge gut, dass 2026 eine Kopie des Vorjahres mit einer positiven Entwicklung am Aktienmarkt werden könnte. Das gelte auch für Europa, wo die Wachstumsimpulse zunehmen sollten.

Doch Kater warnte vor Euphorie: "Wir erleben einen großen Umbau der Wirtschaft." Alte Produkte und Technologien würden aussortiert und neue an ihre Stelle gesetzt. Es werde Gewinner und Verlierer geben, bei Ländern, Branchen, Unternehmen. Diesen Umbau werden die Aktienmärkte laut Kater auch 2026 abbilden.

In der neuen Woche stehen aber erst einmal eine Reihe von Konjunkturdaten auf der Agenda. Dicht gepackt ist das Programm unter anderem am Dienstag. Dann werden insbesondere die Verbraucherpreise wichtiger Bundesländer und die Inflationsdaten für Deutschland insgesamt für Aufmerksamkeit sorgen.

Am Freitag richtet sich der Fokus auf die monatlichen Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Die jüngsten US-Jobdaten, die wegen der Teilschließung von Bundesbehörden erst mit Verspätung Mitte Dezember veröffentlicht worden waren, hätten zwar gezeigt, dass es alles in allem immer noch einen spürbaren Anstieg bei der Beschäftigung gebe, schrieb Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. Dem stehe jedoch im Hinblick auf die US-Geldpolitik ein Anstieg der Arbeitslosenquote entgegen.

Nach Einschätzung von Chlench ist mit den US-Jobdaten die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die amerikanische Notenbank im Lauf des Jahres ihren Zinssenkungskurs fortsetzen wird. Dies wäre eine gute Nachricht für die Börsen weltweit, da niedrigere Zinsen Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen attraktiver machen. Sollten die Daten am Freitag jedoch Zinssenkungserwartungen dämpfen, könnte der Dax durchaus unter Druck geraten.

Mit Blick auf einzelne Unternehmen hierzulande berichtet der Leasingspezialist Grenke am Mittwoch über sein Neugeschäft im abgelaufenen Jahr. Am Freitag lädt der norwegische Düngemittelkonzern Yara zum Kapitalmarkttag. Anleger könnten aus der Veranstaltung Rückschlüsse auf den deutschen Wettbewerber K+S ziehen./la/jkr/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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