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Weitere Dax-Rekorde mit neuen US-Zolldrohungen wohl vertagt 23.05.2025, 15:24 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax könnte sich in der neuen Woche angesichts neuer US-Zolldrohungen mit weiteren Rekorden schwertun. Am Dienstag war der deutsche Leitindex erstmals in seiner Geschichte über die runde Marke von 24.000 Punkten gestiegen. Am Freitag aber sprach sich US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit der Europäischen Union (EU) für Strafzölle in Höhe von 50 Prozent aus und beendete so erst einmal die Rekordjagd des Börsenbarometers.

Diese Abgabe für Waren aus der EU solle am 1. Juni in Kraft treten. Es gebe keine Zölle, wenn das Produkt in den Vereinigten Staaten gebaut oder hergestellt werde, teile der Republikaner auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social mit. Zu den laufenden Verhandlungen schrieb Trump, dass diese zu nichts führten.

Es ist zwar völlig unklar, ob die Strafzölle wirklich in Kraft treten. Trump hat in der Vergangenheit regelmäßig mit hohen Zöllen gedroht - und im Anschluss eine Kehrtwende vollzogen. Marktexperte Andreas Lipkow zeigt sich dennoch alarmiert: "Die Nervosität ist zurück und die Angst ist wahrnehmbar, dass es über das Wochenende zu weiteren diplomatischen Verbalattacken kommen könnte."

Die USA wollten augenscheinlich im Laufe der Verhandlungen mit der Europäischen Union den Druck noch einmal deutlich erhöhen und die Verhandlungsdynamik beschleunigen, fuhr Lipkow fort. Damit dürften die meisten EU-Diplomaten nicht gerechnet haben, und auch die meisten Investoren hätten sich mit ihren Zoll-Annahmen um 20 bis 25 Prozent eingependelt. Für die europäische Konjunktur wären die neuen Zölle insgesamt eine Katastrophe und würden die Exportländer wie Deutschland sehr hart treffen.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass der Dax seinen Einbruch vom April im Zuge der massiven, für viele Länder geltenden US-Zollankündigungen inzwischen mehr als ausgeglichen hat. Die Gründe dafür sind vielfältig. Experten verweisen unter anderem auf die Hoffnung auf eine endgültige Lösung des Zollkonflikts sowie auf das von Union und SPD verabschiedete Finanzpaket. Auch gute Unternehmenszahlen, die im Vergleich zu US-Aktien niedrigen Bewertungen und die zuletzt gesunkenen Inflationssorgen spielen eine Rolle.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, lagen die Verbraucherpreise zuletzt um lediglich 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im gesamten Währungsraum hatte die nach einer einheitlichen Methode erhobene Teuerung bei 2,2 Prozent stagniert. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Sie hat jüngst die Leitzinsen mehrfach gesenkt hat.

Am kommenden Freitag werden deshalb mit Spannung die neuesten Inflationsdaten aus den einzelnen Bundesländern und aus Deutschland erwartet. Experten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Teuerung im Bundesgebiet auf genau 2 Prozent.

Falls die Inflationsdaten aber nicht wie vom Markt ausfallen sollten, könnte dies größere Kursbewegungen in beide Richtungen nach sich ziehen, vermutet Mathias Lebtig, Geschäftsführer der Freiburger GFA FP Vermögensverwaltung. Denn der Freitag ist ein Brückentag, weil am Donnerstag in allen Bundesländern Christi Himmelfahrt gefeiert wird. Die Börse ist dann zwar geöffnet, aber die Umsätze dürften zum Wochenschluss hin gering sein. Dies begünstige überdurchschnittlich starke Kursausschläge, so der Experte.

Auch am Montag dürfte es eher ruhig zugehen, weil in Großbritannien und den USA wegen Feiertagen die Börsen zu Wochenbeginn geschlossen sind und Impulse von dort somit ausbleiben. Aus Unternehmenssicht stehen in der neuen Woche kaum Termine an, wenn man von den vielen Hauptversammlungen absieht. Am Dienstag lädt der Baustoffhersteller Heidelberg Materials zu seinem Kapitalmarkttag. Zur Wochenmitte legt der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown noch Geschäftszahlen für das erste Quartal vor.

Stärker in den Fokus rückt der US-KI-Konzern Nvidia , der am Mittwoch nach Börsenschluss über seinen Jahresstart berichtet. Seine Chips sind zur Schlüsseltechnik für das boomende Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) geworden. An diesem Thema wollen auch viele deutsche Unternehmen mitverdienen. Anleger dürften die Resultate von Nvidia genau unter die Lupe nehmen./la/gl/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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