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Zu wenig Strom für weitere Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet 18.03.2026, 06:15 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

FRANKFURT (dpa-AFX) - Online-Shopping, Filme streamen und Künstliche Intelligenz: Der Bedarf an Rechenkapazität steigt immer weiter an. Das Rhein-Main-Gebiet und insbesondere Frankfurt beherbergen die meisten Rechenzentren bundesweit - doch der weitere Ausbau stößt an eine Grenze.

In Frankfurt, wo sich einer der weltweit größten Internetknoten befindet, gibt es Probleme mit der Stromkapazität. "Aktuell ist davon auszugehen, dass insbesondere große, leistungsstarke Neuanschlüsse erst ab Mitte der 2030er-Jahre erneut bereitgestellt werden können", teilt der Energieversorger Mainova mit.

Neu geplante Projekte betroffen

Betroffen seien vor allem neu geplante Projekte mit sehr hohen Leistungsanforderungen. Neue Rechenzentren könnten auch künftig angeschlossen werden, sofern deren Leistungsbedarf bereits vor längerer Zeit angemeldet und zugesagt worden sei.

Zur Begründung verwies die Mainova unter anderem auf den Bau neuer Leitungen, der erst erfolgen müsse, hohen innerstädtischen Ausbaubedarf, anspruchsvolle Genehmigungsprozesse und Fachkräftemangel. "Diese Faktoren machen den Netzausbau zeit- und ressourcenintensiv", erklärt ein Sprecher. Am Ausbau des Netzes werde gearbeitet.

Bestehende Rechenzentren könnten weiter betrieben und im Rahmen vorhandener Kapazitäten erweitert werden, teilt die Mainova mit. Die Unternehmenstochter NRM Netzdienste Rhein-Main erreichten derzeit im Schnitt 5 bis 10 Anfragen von Betreibern pro Jahr. 55 Rechenzentren gibt es derzeit im Stadtgebiet, 13 weitere sollen bis 2030 entstehen.

Umland rückt stärker in den Fokus

Die Betreiber sondieren verstärkt die Lage im Umland. Das Unternehmen Firstcolo wollte seine Kapazitäten am Standort in Frankfurt-Ost erweitern, doch vor 2035 hätte die benötigte Stromleistung nicht zur Verfügung gestanden, sei mitgeteilt worden: "Als Unternehmer ist eine solche Situation mehr als ernüchternd", erklärt ein Sprecher. Es sei ein deutliches Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn die digitale Transformation an physischen Netzkapazitäten scheitere.

Da die Nachfrage insbesondere getrieben durch KI-Anwendungen da sei, würden Projekte nun dort realisiert, wo die nötige Energie zur Verfügung stehe. Der Sprecher verwies auf den Bau eines neuen KI-Rechenzentrums in Rosbach vor der Höhe (Wetteraukreis), das Ende 2027 ans Netz gehen soll.

Nähe zum Internetknoten beliebt

Das Rhein-Main-Gebiet ist für Betreiber von Rechenzentren attraktiv wegen der Nähe zum großen Internetknoten DE-CIX. Firstcolo werde in einem größeren Radius um Frankfurt herum bauen, erklärt der Sprecher. Schon bisher entstehen in den an Frankfurt angrenzenden Landkreisen zunehmend Rechenzentren - außerhalb Frankfurts sollen bis 2030 in der Region 23 weitere Standorte von Rechenzentren hinzukommen.

Doch auch über das Rhein-Main-Gebiet hinaus schaut sich das Unternehmen um: "Wir beobachten die Entwicklung der Marktsituation um Frankfurt herum besonders intensiv - sind aber offen für Standorte in ganz Deutschland."/isa/DP/zb

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