CO2-Preis bald europaweit

Was macht das mit den Heizkosten? 22.01.2026, 04:16 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

In knapp zwei Jahren wird Heizen in vielen EU-Staaten teurer. Grund ist die Einführung eines EU-weit einheitlichen CO2-Preises für Gebäude und Verkehr ab 2028. Die Bepreisung von Treibhausgasen soll Wirtschaft und Verbrauchern einen Anreiz geben, immer weniger klimaschädliche fossile Brennstoffe zu verwenden.

Die Bertelsmann Stiftung hat jetzt ausgerechnet, wie sich die Abgabe auf die Heizkosten der rund 103 Millionen betroffenen Haushalte in den Mitgliedsstaaten auswirken könnte. Das Ergebnis: In Deutschland und anderen Ländern, wo es bereits jetzt einen CO2-Preis im Gebäudebereich gibt, dürften die zusätzlichen Belastungen begrenzt sein.

Heizkosten werden in einigen Ländern um etwa 17 Euro steigen

Die Forscher nehmen an, dass der in Auktionen ermittelte Preis 2028 bei 60 Euro je Tonne Kohlendioxid liegt. In Deutschland und anderen west- und nordeuropäischen EU-Mitgliedsstaaten mit bereits bestehendem CO2-Preis würden die Kosten dann laut der Studie im Schnitt um 17 Euro pro Jahr und Haushalt im Vergleich zu 2025 steigen. «In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, weil der CO2-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 Euro liegt», sagt die Ökonomin und Studienautorin Sara Hagemann.

In Polen, Ungarn, der Slowakei und weiteren osteuropäischen Staaten werde jedoch noch viel mit Gas, Öl oder Kohle geheizt. Außerdem gebe es dort noch keinen CO2-Preis für Tanken und Heizen und die Haushalte verfügten über geringere Einkommen. Die Einführung des CO2-Preises würde daher einen sehr viel größeren Effekt haben, so die Studie. Ein Preis in Höhe von 60 Euro würde das Heizen für einen Haushalt dort um durchschnittlich zwischen 100 und 400 Euro pro Jahr verteuern.

Stiftung fordert treffsichere Unterstützung für Haushalte 

Damit Haushalte und kleine Unternehmen nicht überlastet werden, soll ein milliardenschwerer Klima-Sozialfonds geschaffen werden. Gelder aus diesem Fonds sollen besonders Betroffene unterstützen. «Mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis ist genug Geld vorhanden, um diese Unterstützung zu leisten – wenn die Mitgliedstaaten das Geld treffsicher ausgeben», erklärt Studienautor und Ökonom Thomas Schwab.

Dazu müssten die Mitgliedsstaaten nationale Klima-Sozialpläne vorlegen, in denen sie aufzeigen, wie sie das Geld verwenden wollten. «Die Europäische Kommission muss sehr genau darauf achten, dass stark betroffene Haushalte tatsächlich unterstützt werden», fordert Schwab.

Die Forscher halten es außerdem für nötig, den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen staatlich zu fördern. Grund sei, dass die notwendigen Investitionen für viele Hausbesitzer eine große Herausforderung darstellten. «Entscheidend für die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit ist, dass Fördermittel und Entlastungen dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden», betont Hagemann. 

Klima-Umbau: Staaten sollen Förderprogramme finanzieren

Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung würden ausreichen, um die unmittelbaren Mehrbelastungen für besonders betroffene Haushalte abzufedern. «Aber sie werden nicht reichen, um auch den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen wie etwa Wärmepumpen oder den Anschluss an das Fernwärmenetz großflächig zu unterstützen.» Dafür brauche es zusätzliche Förderprogramme, die durch die Mitgliedstaaten finanziert werden müssten.

In Deutschland war bereits 2021 ein CO2-Preis für Tanken und Heizen eingeführt worden. 2026 soll der Preis pro Tonne Kohlendioxid hierzulande in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro liegen.

© dpa-infocom, dpa:260122-930-579485/1

Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer