EU-Nachbarn holen Deutschland beim Spritpreisanstieg ein 27.03.2026, 03:01 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Deutschland liegt beim Anstieg der Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges nicht mehr vor seinen direkten EU-Nachbarn. Hatten die deutschen Verbraucher in den ersten Wochen noch deutlich höhere Preissteigerungen als beispielsweise in Belgien, Tschechien oder Polen hinnehmen müssen, liegen diese inzwischen eher im Mittelfeld, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Das gilt wohlgemerkt für die Höhe des Preisanstiegs, nicht für die Preise selbst. Hier zählte Deutschland schon vor Kriegsausbruch eher zu den teureren Ländern und tut dies nach wie vor. 

Die EU-Kommission meldet einmal wöchentlich Spritpreisdaten für alle Mitgliedsländer. Die aktuellsten Werte stammen vom vergangenen Montag, 23. März. Vergleicht man diese mit den Zahlen vom 23. Februar, dem letzten Wert vor Kriegsausbruch, ergeben sich für die EU-Nachbarn - Frankreich ausgenommen - bei Diesel Anstiege zwischen knapp 54 und gut 60 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit 56,4 Cent mitten innerhalb der Spanne. 

Auch bei Superbenzin im Mittelfeld

Bei Superbenzin liegen die Steigerungen zwischen 27 und gut 33 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit knapp 31 Cent ebenfalls im Mittelfeld. Frankreich wurde bei beiden Kraftstoffen nicht berücksichtigt, da es dort inzwischen zusätzliche Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise gibt, was den Vergleich verzerren würde.

Warum die Spritpreise in Deutschland zunächst schneller stiegen als in den Nachbarländern, ist derzeit noch unklar. 

Für die deutsche Politik besonders interessant könnte der Vergleich mit Österreich sein. Die Regelung, Spritpreise nur einmal pro Tag erhöhen zu dürfen, hat sich Deutschland als Vorbild genommen. Dort ist der Preisanstieg bei Superbenzin inzwischen sogar etwas größer als hierzulande, bei Diesel annähernd gleich. Das passt zu Aussagen von Experten, die bezweifeln, dass die einmalige Erhöhung pro Tag sich dämpfend auf die Entwicklung der Spritpreise auswirkt. 

Der Bundestag hat am Donnerstag das von der Regierung vorgeschlagene Maßnahmenpaket als Reaktion auf die starken Spritpreisanstiege angenommen, am Freitag soll es durch den Bundesrat.

© dpa-infocom, dpa:260327-930-872927/1

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