Sorge vor Preisschock wächst – Rücklagen vieler aufgebraucht 14.04.2026, 22:02 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Die Sorgen vor weiteren Preisanstiegen ist angesichts des jüngsten Ölpreisschocks groß bei Deutschlands Verbraucherinnen und Verbrauchern. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der 1.000 Teilnehmer einer Befragung für die Auskunftei Schufa aus dem März haben nach eigenen Angaben Angst, dass Preise allgemein anziehen werden. Fast ebenso viele (76 Prozent) fürchten, dass Strom und Sprit noch teurer werden.

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate im März mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024. Zum Vergleich: Im Februar hatten die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. 

Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich Energie - und zwar kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, insbesondere für Kraftstoffe und Heizöl mussten die Menschen deutlich mehr zahlen. Die Bundesregierung versucht gegenzusteuern und verkündete Anfang dieser Woche, die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken.

Viele Menschen haben keine finanziellen Puffer mehr

Für viele Menschen wird es eng: Nur gut ein Fünftel (22 Prozent) der Haushalte hat der Umfrage zufolge nach eigener Einschätzung noch genügend Rücklagen, um steigende Lebenshaltungskosten abzufedern. Gut ein Drittel (36 Prozent) fürchtet, dass die finanziellen Polster nicht ausreichen werden. 16 Prozent haben ihre Rücklagen bereits aufgebraucht, 22 Prozent haben keine gehabt. 

«Die Menschen bekommen die Krise über höhere Preise direkt beim Einkaufen und Tanken zu spüren - vor allem die unteren Einkommensgruppen haben keine Rücklagen mehr, um dies abzufedern», ordnete die Schufa-Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz die Ergebnisse der Umfrage ein. Die Schufa führt regelmäßig Verbraucher-Umfragen durch. Für die jüngste Auflage ließ die Auskunftei zunächst Ende Februar 1.000 Menschen befragen, nach Beginn des Iran-Krieges wurde die Befragung im März wiederholt.

© dpa-infocom, dpa:260414-930-945794/1

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