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Warum die Kupferpreise Rekordhöhen erreichen 28.10.2026, 14:47 Uhr von dpa Jetzt kommentieren: 0

Kupferproduzent Aurubis AG
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Marcus Brandt/dpa / Kupfer kann wieder und wieder recycelt werden. (Archivbild)

Die Kupferpreise steigen und steigen. Dieses Jahr sind Rekordhöhen erreicht worden. Inzwischen kostet eine Tonne des Metalls an der Londoner Metallbörse nach einem Ab und Auf ungefähr 13.000 Euro, was seit Jahresbeginn einem Plus um rund 15 Prozent entspricht. Die hohen Preise locken Kriminelle an, die das Metall aus Solarparks, Ladesäulen und leerstehenden Häusern stehlen.

Was zeichnet Kupfer aus?

Kupfer ist ein rotbraunes Industriemetall, das formbar ist, aber dennoch korrosionsbeständig. Unter den Metallen leitet einzig Silber besser als Kupfer Strom und Wärme. Das Edelmetall Silber ist allerdings zigfach teurer. 

Wie wird Kupfer genutzt?

Kupfer elektrifiziert die Weltwirtschaft. Generatoren, in denen Kupferspulen verbaut sind, erzeugen Strom, und Kupferleitungen transportieren ihn. Kupferkomponenten sind in Elektroautos, Ladesäulen, Batterien, Stromnetzen, Windturbinen und Solarzellen verbaut. Der Bausektor braucht Kupfer, weil aus dem Metall Wasserrohre, Dachrinnen und Schindeln gefertigt werden. 

Wie wird sich die Kupfernachfrage entwickeln?

Die Nachfrage wird übereinstimmenden Prognosen nach wachsen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA), einem Zusammenschluss von Industriestaaten, wurden vergangenes Jahr nahezu 28 Millionen Tonnen nachgefragt. Die IEA schätzt, dass die Nachfrage in einem mittleren Szenario bis 2040 um ein Viertel steigen wird. Der US-Finanzdienstleister S&P Global rechnet bis 2040 sogar mit einer Zunahme um die Hälfte.

Warum steigt die Nachfrage?

Unter anderem, weil mehr Elektroautos und -busse gekauft werden. In einem Elektroauto ist bis zu viermal so viel Kupfer verbaut wie in einem Verbrenner. Ein weiterer Grund ist der Ausbau der Stromnetze. Die IEA bezeichnete den Stromnetzausbau in China als Hauptursache für den gestiegenen Kupferbedarf. Die Stromnetze werden auch wegen des hohen Strombedarfs neuer Rechenzentren ausgebaut, in denen ebenfalls Kupfer verbaut wird. 

Kann die Nachfrage gedeckt werden?

Nach Bewertung der IEA ist das nicht gesichert. Möglich sei eine 25-prozentige Versorgungslücke bis 2035. Womöglich kann die Produktion nicht mit der Nachfrage mithalten. Ein Grund: Bergbauunternehmen haben Gestein mit hohem Kupfergehalt zuerst abgebaut. Der durchschnittliche Erzgehalt in Minen ist seit 1991 um 40 Prozent gefallen, wie das Bergbauunternehmen BHP schätzt. Der Bau neuer Minen wird teurer und dauert mehrere Jahre. 

Woher stammt Kupfererz?

Nach Zahlen der Internationalen Kupferstudiengruppe, einem Zusammenschluss kupferproduzierender Staaten, sind die wichtigsten Herkunftsländer Chile, die Demokratische Republik Kongo und Peru. China liegt auf Platz vier. Auf Chile entfällt annähernd ein Viertel des geförderten Erzes. 

Wie wird Kupfer hergestellt?

Kupfererz wird in Bergwerken gefördert. Der Abbau erfordert große Flächen, viel Wasser und Energie. Je nach Verfahren wird aus dem Erz Konzentrat gewonnen. In Hüttenwerken wird das Konzentrat geschmolzen und zu Rohkupfer weiterverarbeitet. Das Rohkupfer wird dann raffiniert, also veredelt. Das Produkt, das auf den Weltmärkten gehandelt wird, nennt sich Kathode. An der Londoner Börse muss der Kupferanteil 99,99 Prozent betragen.

Wo wird Kupfer weiterverarbeitet?

Auf Chinas Hüttenwerke entfällt der Kupferstudiengruppe zufolge mehr als die Hälfte des produzierten Rohkupfers. Die chinesischen Hütten haben in vergangenen Jahren die Produktion ausgeweitet, was zu einem Fall der Verarbeitungspreise geführt hat. Zu den größten Kupferhütten der Welt gehört eine in Deutschland, die das Unternehmen Aurubis in Hamburg betreibt. In der Kupferveredlung ist China ebenfalls führend. 

Neigen sich Kupfervorräte dem Ende zu?

Davon ist nicht auszugehen. Nach Schätzung des Geologischen Diensts der Vereinigten Staaten stehen weltweit 980 Millionen Tonnen Kupfer als eine Art Reserve zum Abbau bereit. Eine mehr als doppelt so große Menge ist schon identifiziert worden. Kupfer kann zudem beliebig oft ohne Qualitätsverlust recycelt werden, weshalb Hütten auch Kupferschrott verarbeiten. 

Welche Preisentwicklung ist zu erwarten?

Die Weltbank rechnete in ihrem im April erschienenen Rohstoffmarktbericht für 2027 mit einem Preisfall um acht Prozent. Die Weltbank begründete das unter anderem damit, dass das Kupferbergwerk Grasberg nach einem tödlichen Erdrutsch im vergangenen Jahr die Produktion steigern werde. Die Mine in Indonesien gehört nach Förderkapazität zu den größten der Welt.

Wie wirken sich die Preise auf Verbraucher aus?

Nach Bewertung des Kupferverbands wirken sich die hohen Preise dort aus, wo Kupfer in großen Mengen gebraucht wird - etwa im Bau. Der Ausbau der Stromnetze beeinflusst zudem die Netzentgelte, die Teil des Strompreises sind. Dem Verband zufolge sind die jährlichen Auswirkungen auf die Entgelte aber gering, weil die Anlagen über Jahrzehnte abbezahlt würden. «Bei Elektrogeräten und Fahrzeugen ist der Kupferanteil an den Gesamtkosten meist vergleichsweise gering, sodass höhere Rohstoffpreise nicht automatisch auf den Endpreis durchschlagen.»

Wie können Anleger auf Kupfer wetten?

Investitionen in Kupfer sind nichts für Wankelmütige, denn Rohstoffmärkte sind volatil. Wer auf steigende Kupferpreise setzen will, kann in sogenannte ETC investieren, die die Kupferwertentwicklung über Derivate nachbilden. Alternativ können Anleger in einzelne Unternehmen und Themen-ETF, die mehrere Unternehmen bündeln, investieren. Der nach Volumen größte Kupfer-Themenfonds ist der Copper Miners des Anbieters Global X.

© dpa-infocom, dpa:261028-930-903663/1

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