Die Aktie des chinesischen Technik-Herstellers Xiaomi hat charttechnisch betrachtet in den vergangenen Monaten eine positive Entwicklung gezeigt. Trotzdem steht das Unternehmen nun aufgrund von Vorwürfen der Anti-Korruptionsbehörde in der Ukraine unter Druck. Xiaomi-Gründer und -Chef Lei Jun sowie zahlreiche weitere Führungskräfte anderer Unternehmen werden auf einer schwarzen Liste geführt, weil sie trotz des Kriegs in Russland Geschäfte machen.

Xiaomi im Visier: Schwarze Liste und Konsequenzen

Die NACP führt eine schwarze Liste („Liste internationaler Kriegssponsoren“). Besonders Xiaomi gerät dabei ins Visier, da das Unternehmen nach der Invasion noch immer der führende Smartphone-Verkäufer im „terroristischen Staat“ sei, wie es seitens der Ukraine heißt. Infolgedessen muss Xiaomi nun mit Konsequenzen in rechtlicher und reputationsbezogener Hinsicht rechnen. Xiaomi hat die Vorwürfe vehement zurückgewiesen und betont, dass das Unternehmen ausschließlich Produkte für den zivilen und kommerziellen Gebrauch anbietet. Jeder Verbraucher habe das Recht auf Zugang zu Kommunikationsmitteln und Informationen im Internet.

Andere Hersteller ziehen sich aus Russland zurück

Im Vergleich zu chinesischen Herstellern haben sich Samsung und Apple bereits aus Russland zurückgezogen. Ob sich Fonds, die auf politisch korrektes Anlegen Wert legen, von Xiaomi abwenden oder ob westliche Konsumenten den Kauf von Xiaomi-Produkten überdenken werden, bleibt abzuwarten. Jedoch ist anzumerken, dass Xiaomi bereits seit einiger Zeit seine Marktposition in Russland ausgebaut hat, nachdem Apple und Co sich aus dem Land zurückgezogen haben.

Xiaomi baut Marktposition in Russland aus

Unklar bleibt, warum Xiaomi als einziger chinesischer Smartphone-Hersteller auf der schwarzen Liste der Ukraine steht. Neben Xiaomi werden auch Unternehmen wie der US-Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble (der trotz eines erklärten Rückzugs aus Russland noch immer dort produzieren soll), Metro und Raiffeisenbank aufgeführt. Xiaomi wird unter anderem vorgeworfen, weitere Mitarbeiter für seine Aktivitäten in Russland angestellt zu haben, um die Marktposition weiter auszubauen und Gewinn zu schöpfen. Xiaomi nutzt den Vorteil fast alleiniger Tech-Anbieter in Russland zu sein. Das Unternehmen verdoppelte  den Marktanteil auf 42 Prozent im Jahr 2022.

Xiaomi-Aktie

Börsennews-Redaktion intern / pr

Quelle: BörsenNEWS.de