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Branche fordert Veränderungen

iGaming-Marktwachstum durch Wegfall der Monopolstellung in Österreich? 06.09.2024, 12:17 Uhr von EQS News Jetzt kommentieren: 0


EQS-Media / 06.09.2024 / 12:17 CET/CEST

Branche fordert Veränderungen: iGaming-Marktwachstum durch Wegfall der Monopolstellung in Österreich?

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Technische Voraussetzungen, Nachfrage, Bedarf -alles spricht für Österreich als Glücksspielmarkt und doch ist der Erfolg des iGamings eingeschränkt. Das Land mit der langen Glücksspieltradition hat die Ketten des Monopols noch fest um Österreich geschlungen. Die Casinos Austria AG dominiert den Markt, für Anbieter von außen gibt es keine legale Chance.

Für die Branche ist das unerträglich, die Forderung nach Veränderungen wird laut. Länder wie das benachbarte Deutschland haben unter Beweis gestellt, wie positiv sich eine Liberalisierung und Öffnung der Märkte auf die Wirtschaft auswirken kann.

Aber was würde in Österreich passieren, wenn der Markt tatsächlich in die Vollen gehen und auch Anbieter aus dem Ausland zulassen würde? Für Glücksspieler, Österreichs Wirtschaft aber auch für Aktionäre und Investoren dürfte das ein durchaus interessanter Aspekt sein. Wir wollen näher darauf eingehen, welche Chancen es gibt und warum der Wegfall der Monopolstellung eigentlich notwendig ist.

Was bedeutet die Monopolstellung für Österreichs Glücksspielmarkt und warum wird darüber debattiert?

Um das Problem zu erkennen, ist es wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen das Glücksspielmonopol Österreichs auf den Markt hat. Die meisten Glücksspiele werden bislang über die Casinos Austria AG angeboten, die exklusiven Rechte liegen beim österreichischen Unternehmen. Für andere seriöse Anbieter bleiben die Chancen auf dem Markt verwehrt. Richten sie ihr Angebot an den Markt, ist das nur in rechtlichen Grauzonen möglich.

Die grundsätzlichen Vorgaben sind für andere Betreiber nicht unerfüllbar:

  • Pro Anbieter mit Lizenz sind 12 landbasierte Spielbanken möglich.
  • Jedem Anbieter ist der Betrieb einer Website für Online-Angebote erlaubt.
  • Lotterien dürfen ebenfalls nur durch einen Anbieter durchgeführt werden.

Die letzten Jahre führten zu der Situation, dass die Casinos Austria AG sämtliche Glücksspielangebote in Österreich betreibt. Am Unternehmen sind mit dem österreichischen Staat und der Novomatic AG zwei starke Partner beteiligt. Was einerseits nach Sicherheit und starker Regulierung klingt, hatte in den vergangenen Jahren aber auch Konsequenzen, Kritiken und sogar Vorwürfe zur Folge.

So soll die Casinos Austria AG Einkünfte durch illegale Glücksspielanbieter generiert haben. Grundlage hierfür sind Recherchen durch den ORF und „Dossier“.

Der konkrete Vorwurf: Über die Rabcat Computer Graphics GmbH (Lotterie-Tochterfirma der Casinos Austria AG) sollen verschiedene Anbieter beliefert worden sein. Pressesprecher des Unternehmens geben an, dass es sich hier lediglich um die Lizenzierung von Grafikdesigns gehandelt habe. Zudem wurde darauf gepocht, dass Rabcat erst im Jahr 2022 zur vollständigen Tochterfirma wurde. Man habe umgehend dafür gesorgt, dass indirekte Verbindungen zu nicht-konzessionierten Glücksspielunternehmen eingestellt wurden. Dossier hingegen fand in den Gesellschaftsverträgen von 2019 andere Hinweise und geht davon aus, dass die Kontrolle schon früher bei Rabcat lag.

Zugrunde nahm die Recherche ein Interview von 2019, das durch den Co-Geschäftsführer Rabcats (Thomas Schleischitz) geführt wurde. Er gab an, dass Online-Videoslots international in den Vertrieb gingen, über sogenannte Revenue-Share-Deals. Damit wäre eine Umsatzbeteiligung der Tochterfirma unumgänglich.

Davon wollte der Pressesprecher des Unternehmens nichts wissen. Er betonte deutlich, dass Rabcats programmierte Spiele ausschließlich für Lotterien bestimmt waren und dass Drittangebote nicht legal seien. Es müsse sich um Plagiate handeln, gegen die man vorgehen wolle.

Laut österreichischem Finanzministerium, dem die Glücksspielaufsicht, aber auch 33,24 Prozent der Casinoanteile unterstellt ist, ließ sich kein unerlaubtes Angebot verifizieren.

Die Casinos Austria selbst reichten in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden ein. Der Markt ist immerhin so geregelt, dass digitales Glücksspiel im Land ausnahmslos über Win2day-Glücksspiele (Tochter der Casinos Austria Spielbanken) angeboten werden darf. Dennoch seien laut dem teilstaatlichen Unternehmen auch zahlreiche Anbieter mit Malta-Konzession unterwegs. Das würde illegales Spielen und folglich Spielsucht fördern.

Casinos Austria AG soll Einfluss auf Gewinnausschüttung nehmen

Es sind nicht die einzigen Vorwürfe, mit denen sich die Casinos Austria AG in den letzten Jahren auseinandersetzen musste. 2020 berichtete die Spielerhilfe Österreichs darüber, dass hinter den Automaten des Anbieters vielleicht mehr steckt als nur Glück. Ob ein Spieler gewinnt oder verliert, wird über Zufallsgeneratoren entschieden. Einfluss von außen? Unmöglich, zumindest wenn es nach der Gesetzgebung geht. Die Manipulation durch den Spieler ist ebenso strafbar wie der externe Eingriff durch die Betreiber, oder?

Hierzu gibt es ein spannendes Video, das tieferen Einblick gibt:

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Wie hoch die Auszahlungsquote eines Automaten ist, wird in gängigen Online-Spielotheken durch den „RTP“ (Return-to-player) angezeigt. Diese Zahl zeigt an, wie hoch die prozentuale Auszahlungsquote gemessen an den Einsätzen ist. Die Spielbanken der Casinos Austria AG verzichten auf diese Anzeige. Im Glücksspielgesetz des Landes ist sie für landbasierte Angebote nicht vorgesehen. Für Spieler ein Risiko, denn sie wissen nichts über ihre Gewinnchancen, wenn sie einen bestimmten Automaten nutzen.

Unter Spielern ist die Kritik Standard, dass Glücksspielbetreiber Einfluss auf die Ausschüttungen nehmen. Ein Mythos, der nicht nur in Österreich immer wieder auftaucht. Die Spielerhilfe ging selbst auf die Suche und recherchierte laut eigenen Angaben sieben Monate lang zum Thema. Es wurden Gesetze durchleuchtet, man versuchte außerdem das Gespräch mit den Casinos-Betreibern zu suchen, ohne Erfolg. Auch das Finanzministerium wurde angefragt und der Verdacht entstand, dass an den Gerüchten etwas dran sein könnte. Durch die Casinos Austria AG wurde klargestellt, dass keine Einflussnahme möglich sei, was die Spielerhilfe widerlegt:

  • Es soll keine Verbindung unter den Automaten herrschen: Laut Spielerhilfe ist das falsch, da eine Verbindung zum Server besteht und damit zu einer zentralen Stelle.
  • Es soll keine Zuleitung geben: Auch das bestreitet die Spielerhilfe, da die Automaten mit Netzwerkkabeln verbunden seien und damit eine Zuleitung besitzen.
  • Es gibt keine Möglichkeit zur Veränderung: Hier schüttelt die Spielerhilfe klar den Kopf. Automaten geben nur dann Gewinne frei, wenn es ihnen „gestattet“ wurde. Erteilt der Server keine Gewinnfreigabe, wird nicht ausgezahlt.

Das Finanzministerium äußerte sich zu diesem Thema und gab an, dass die Gewinnausschüttungsquote nach § 5 Abs 4 lit b Z 4 GSpG zulässig geändert werden dürfe. Damit gesteht eine offizielle Stelle ein, dass die Auszahlungsquoten durch die Casinos Austria AG angepasst werden dürfen.

Für den Verein sind solche Vorgänge mit dem gewünschten Spielerschutz unvereinbar. Veränderte Auszahlungsquoten können die Verweildauer des Spielers am Automaten erhöhen. Profitabel ist das für die Umsätze des Konzerns. Der Spieler hingegen erleidet Nachteile, da er unter Umständen mehr Geld verliert als bei einem echten Zufallsgenerator.

 

 

Was fordert die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiele?

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Unabhängig von Vorwürfen und Kritiken ist die Monopolstellung der Casinos Austria AG für die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG) ein Dorn im Auge. 2027 werden die Lizenzen neu vergeben und schon jetzt ist Casinos Austria erneut Bewerber und bemüht sich darum, seine Exklusivität zu behalten. Für Claus Retschitzegger (Präsident der OVWG) ein unerwünschter Umstand. Er betont, dass  fairer Wettbewerb, verglichen mit einem Monopol, immer zu bevorzugen ist. Es gehe laut OVWG nicht darum, die Casinos Austria AG vom Markt zu vertreiben oder ihr zu schaden. Stattdessen sollte der gesamte Markt neu reguliert werden, inklusive optimierter Bedingungen für Marktteilnehmer aus anderen Ländern.

Ein veröffentlichtes Positionspapier der OVWG hatte schon im letzten Jahr deutlich gemacht, wie man die Situation der bisherigen Regulierung sieht. Politisch wird das Thema ebenfalls behandelt, einen Durchbruch erzielte man aber bislang nicht. Für die OVWG zeigen sich nicht nur die Marktbedingungen in der iGaming-Branche problematisch, auch der Sportwettenmarkt steht in der Kritik. Die Gesetzeslage auf regionaler Ebene sei undurchsichtig, insbesondere unter dem Umstand, dass Sportwetten in Österreich nicht zu den Glücksspielen gehören.

Die OVWG hält ein Lizenzierungsmodell, wie es sich bei den deutschen Nachbarn etabliert hat, für die bessere Alternative. Man argumentiert unter anderem damit, dass die derzeitige Situation keine Garantie für Spielerschutz biete. Immerhin habe die OVWG in mehreren EU-Ländern klar gezeigt, dass verantwortungsbewusstes Arbeiten möglich sei.

Aus Sicht der österreichischen Vereinigung könnte ein regulierter und offener Markt zu einer Win-win-Situation für alle Beteiligten führen, darunter Spieleanbieter, Spieler und auch der Staat selbst. Es scheint aber fraglich, ob eine Neuregulierung bis 2027 überhaupt möglich ist.

Welche Folgen hätte ein Ende des Glücksspielmonopols in Österreich?

Ein Blick nach Deutschland lässt erkennen, wie sich die Dynamik des Glücksspielmarktes mit der Liberalisierung des Spiels verändert. Im Nachbarland vergibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Lizenzen an Anbieter, die den geltenden Glücksspielstaatsvertrag einhalten. Danach dürfen sie legal am Markt operieren.

Entscheidet sich Österreich zur Aufgabe des Glücksspielmonopols, ist mit einer Flut an Lizenzierungsanträgen zu rechnen. Es hatte sich bereits in anderen Ländern gezeigt, dass liberalisierte Märkte bei einer Vielzahl an Betreibern sehr beliebt sind.

Aus Spielersicht hätten diese Veränderungen klare Vorteile. Bessere Bonuszahlungen, stärkeres Marketing und Kundenbemühungen, aber auch eine große Auswahl an Spielen würden zur Verfügung stehen. Die Casinos Austria AG hingegen stünde vor einer Herausforderung. Bislang kennt das Unternehmen keinen Wettbewerb und steht in Österreich auf einem sicheren Podest.

Die Marktliberalisierung ist allerdings nicht nur ein Gewinn, sondern auch mit Risiken behaftet. Es wird Aufgabe der österreichischen Regierung sein, einen robusten Rahmen für die Regulierung zu schaffen. Das Ziel sollte am Ende sein, den Markt dynamischer zu gestalten, die Sicherheit für Spieler aber auf einem hohen Niveau zu halten.

Wunschdenken konkretisieren – wie könnte sich ein neues Glücksspielgesetz in Österreich etablieren?

In der Branche gibt es bereits klare Forderungen und Wünsche an ein neues Glücksspielgesetz in Österreich.

So verwies ein Sprecher des Krypto-Casinos Lucky Block beispielsweise auf die Bedeutung von Kryptowährungen bei der Marktregulierung. Er betonte, dass auch in Österreich dezentrale Coins im Milliardenwert unterwegs seien und verwies darauf, dass einige Menschen sicherlich auch damit „spielen“ möchten. Für ihn ist klar, dass der Gesetzgeber das berücksichtigen solle.

Die OVWG hatte in ihrem Positionspapier unter anderem gefordert, dass Glücksspiel- und Sportwettenanbieter von einer bundesweit zuständigen und unabhängigen Behörde zu beaufsichtigen sei. Diese solle, ähnlich wie die GGL in Deutschland, dann auch die Lizenzierung übernehmen.

Eine nahtlose Umsetzung dieser vielfältigen Wünsche wird es nicht geben. Stattdessen müssen sich Forschung, Branche und Politik zusammensetzen und eine umsetzbare Strategie erarbeiten. Die OVWG hat bereits Vorarbeit geleistet und die wichtigsten Punkte nebst Vorschlägen konkretisiert. 

Keine quantitativen Begrenzungen für Lizenzen

Ein künftiges Konzept für einen liberalen Glücksspielmarkt in Österreich sollte zum Ziel haben, einen markt- und unionsrechtkonformen Rahmen zu schaffen. Einer der Schritte hierbei könnte sein, Lizenzen ohne die bisherige quantitative Beschränkung zu vergeben. Damit wäre sichergestellt, dass Anbieter Marktzugang bekommen, sofern sie die sicherheitsrelevanten und regulatorischen Anforderungen der Gesetzgebung umsetzen, ähnlich wie am Beispiel Deutschland zu sehen. Eine Monopolstellung ließe sich vermeiden, zum Vorteil der Nutzer der Angebote.

Einheitliches Steuermodell für alle Anbieter

Der OVWG schlägt außerdem ein einheitliches Steuermodell vor. Lizenzierte Anbieter könnte man auf Basis des Rohertrags besteuern, eine Begrenzung von 20 % sollte dabei nicht überschritten werden. Auch hier hatten Erfahrungen im internationalen Vergleich gezeigt, dass Steuersätze mit dieser Begrenzung die Attraktivität lizenzierter Anbieter erhöhen würde. Durch eine höhere Besteuerung wäre ein Verlust des positiven Kanalisierungseffekts möglich. Die Anbieter könnten sich vom Markt zurückziehen, Kunden damit verstärkt in den illegalen Graubereich gedrängt werden.

Spielerschutz als zentrale Maßnahme

Alle Maßnahmen sollten darauf abzielen, hohe Spielerschutzstandards zu etablieren. Dabei geht es einerseits um das Thema Jugendschutz, aber auch Suchtprävention bei Spielern aller Altersklassen. Anbieter müssten verpflichtet sein, die vorgegebenen Standards umzusetzen. Durch die Nutzung technologischer Möglichkeiten in Einklang mit sozialer Kontrolle wäre eine Durchsetzung der Schutzmaßnahmen denkbar. Hier ist ein Gedanke an Dänemark zulässig, wo das Unternehmen Mindway AI auf Basis von künstlicher Intelligenz Systeme entwickelt hat, die Risikoprofile von Spielern frühzeitig erkennen und Betreiber warnen kann.

Für den OVWG ist es wahrscheinlich, dass ein Großteil der Spieler lizenzierte Anbieter bevorzugt und rechtliche Grauzonen umgeht.

Behördliche Überwachung des Marktes

Um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen, könnte die Marktüberwachung durch eine bundesweit verantwortliche und unabhängige Regulierungsbehörde erfolgen. Die Zuständigkeit könnte sich (analog zur deutschen GGL) auf die Lizenzvergabe, aber auch auf die Einhaltung der Vorschriften verteilen. Diese Maßnahmen wären in der Lage, ein attraktives und zugleich sicheres und transparentes Glücksspielangebot in Österreich zu schaffen. Die Erfolgsbeispiele aus Deutschland und auch Dänemark haben gezeigt, dass es funktioniert.

Wer profitiert von einer Liberalisierung des Glücksspiels in Österreich?

Für die bisherigen Monopolisten der Casinos Austria AG ist eine Liberalisierung des Marktes scheinbar wenig wünschenswert. Es kämen neue Herausforderungen auf den Anbieter zu, die Konkurrenz würde den Wettbewerb verstärken. Das landbasierte Glücksspiel Österreichs würde sich vermutlich nur wenig verändern. Die vorhandene Infrastruktur deckt den vorhandenen Bedarf an Spielotheken und Spielbanken ab.

Deutlicher könnten sich die Veränderungen im iGaming zeigen. Win2day.at ist der bislang einzige lizenzierte Online-Anbieter, der Spielern aus Österreich zur Verfügung steht. Experten gehen allerdings davon aus, dass rund die Hälfte des gesamten Marktvolumens gar nicht auf den regulierten, sondern den nicht-regulierten Bereich entfällt.

Anbieter mit EU-Lizenz berufen sich auf die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU und entrichten teilweise sogar Steuern an den österreichischen Staat. Würde der Markt geöffnet, könnten neue Online-Anbieter Lizenzen beantragen und den legalen Markt in den Fokus rücken. Davon könnte auch die Wirtschaft profitieren.

Profit für den österreichischen Staat durch legales Glücksspiel

Zu den Hauptprofiteuren könnten nicht nur die Spieler selbst, sondern vor allem der Staat gehören. Mit einer einheitlichen Besteuerung und einer regulierten Lizenzvergabe wären für das Land Österreich erhebliche Steuereinnahmen möglich. Diese wiederum ließen sich zur Finanzierung sozialer und öffentlicher Projekte umsetzen. Denkbar sind hier soziale Bereiche wie Suchtbehandlungen, aber auch der Bildungs- und Gesundheitsbereich.

Durch die Etablierung einer unabhängigen Regulierungsbehörde könnten in Österreich neue Arbeitsplätze entstehen. Durch die Ansiedelung in einem strukturell schwächeren Gebiet wäre damit eine direkte Förderung der lokalen Wirtschaft, bei Senkung der Arbeitslosenzahlen, möglich.

Denkbar ist außerdem eine Unterstützung im Kampf gegen Geldwäsche und Betrug im Glücksspielsektor. Das langfristige Ziel könnte ein stabiler und sicherer Markt sein. Hier sind mögliche Einnahmen noch gar nicht einberechnet, die der Staat auf dem Boden von Strafverfahren gegen unerlaubte Anbieter erzielen könnte.

Ganz nebenbei dürften aber auch Zahlungsanbieter wie PayPal, Skrill und iDEAL von einer Marktöffnung profitieren. Sie alle gehören zu den wichtigsten Zahlungsmethoden im digitalen Glücksspiel und könnten ihre Umsätze bei gestiegener Nachfrage deutlich erhöhen. Nicht viel schlechter sieht es für Software-Hersteller aus. Novomatic hat in Österreich bereits eine starke Präsenz, mit der Lizenzierung unterschiedlicher Anbieter würde gegebenenfalls auch die Nachfrage nach neuer Infrastruktur und Technik steigen.

Eine Öffnung des Marktes könnte der Spielerschaft Vorteile bringen

Für Spieler könnte die Marktöffnung Zugang zu mehr legalen und seriösen Glücksspielen ermöglichen. Einerseits steigt die bislang stark begrenzte Auswahl im iGaming-Bereich, andererseits könnte die Konkurrenz der Anbieter untereinander zu besseren Bonusangeboten, mehr lukrativem Marketing und umfangreicheren Spielerlebnissen führen.

Die strengeren und vor allem übergreifenden Spielerschutzstandards könnten aber vor allem dazu beitragen, dem Spieler eine sichere und transparente Spielumgebung zu ermöglichen. Zweifel an der Beeinflussung von Automatenausschüttungen könnten damit der Vergangenheit angehören. Durch die Vorwürfe gegen die Casinos Austria AG ist das Misstrauen auf Seiten der Spieler teilweise deutlich angestiegen.

Mit Spielerschutz wird allerdings auch schon im Hinblick auf das bisherige Glücksspielmonopol argumentiert. Es braucht stichhaltige Argumente und Überzeugungsarbeit, um Politik und Behörden von den Vorteilen der Marktöffnung zu überzeugen.

Hilfreich könnte hier der Blick auf die hohe Teilnahme an nicht-regulierten Glücksspielen sein. Die Nachfrage nach Möglichkeiten außerhalb des bisher geringen Angebots sollte deutlich machen, dass das Interesse vorhanden ist. Es könnte im Sinne des Staates sein, diese Nachfrage zu regulieren und in einen sicheren und vor allem legalen Markt zu überführen.

Fazit: Es gibt gute Gründe für das Monopolende – ist es aber auch wahrscheinlich?

Branchenvertreter und Experten sind sich dahingehend einig, dass das bisherige Glücksspielmonopol in Österreich nicht die optimale Form der Marktregulierung ist. Das Vergabeverfahren für die neuen Lizenzen hat allerdings bereits begonnen und die Casinos Austria AG scheint kein Interesse an der Abgabe ihrer Marktanteile zu haben.

Die Ansätze für eine Weiterentwicklung des österreichischen Markts sind vorhanden und könnten Schritt für Schritt umgesetzt werden. So wäre es beispielsweise denkbar, den Sportwettensektor zunächst einmal den Glücksspielen zuzuordnen. Schon dadurch wären neue Umsätze für den Staat denkbar.

Die Etablierung einer übergeordneten Glücksspielbehörde könnte auch ohne das abrupte Ende des Glücksspielmonopols funktionieren. Für die Politik bliebe genug Zeit, ein fundiertes Konzept auszuarbeiten, das bei Laufzeitende der Lizenzen der Casinos Austria AG zur Verfügung steht.

Ob diese Möglichkeiten und Maßnahmen tatsächlich genutzt und umgesetzt werden, ist aber fraglich. Es darf bei allen Überlegungen nicht in den Hintergrund geraten, dass der Staat Österreich Anteile an der Casinos Austria AG hat und von Monopol mitprofitiert. Es wäre zumindest denkbar, dass dieser Umstand einen indirekten Einfluss auf künftige Entscheidungen haben könnte.

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Ende der Pressemitteilung


Emittent/Herausgeber: United Newswire
Schlagwort(e): Unternehmen

06.09.2024 CET/CEST Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group AG.
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