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Hamburg, 6. März 2025. Die Life-Science-Branche befindet sich an einem kritischen Wendepunkt: Während der Corona-Pandemie noch als systemrelevant gefeiert, kämpfen viele Labore heute mit massiven Einschränkungen. Eine aktuelle europaweite Umfrage des Laborausstatters Starlab unter 378 Labormitarbeitenden aus fünf Ländern zeichnet ein alarmierendes Bild. Zwar hat sich die Versorgungssituation mit Labormaterialien nach den pandemiebedingten Schwankungen normalisiert, doch Personalengpässe und steigender Kostendruck sowie die Konjunkturabschwächung belasten die Life-Science-Branche stark. 64 Prozent der befragten Labore haben bereits Sparmaßnahmen eingeführt. 58 Prozent berichten von konkreten Budgetkürzungen, während 42 Prozent gezwungen sind, Forschungsbereiche zu priorisieren. „Diese Entwicklung gefährdet nicht nur einzelne Forschungsprojekte, sondern die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft ganzer Wissenschaftsstandorte“, warnt Klaus Ambos, Geschäftsführer der Starlab International GmbH. Gedämpfte Zukunftsaussichten für 2025 Der Ausblick der Laborbranche fällt nüchtern aus: 37 Prozent der Befragten erwarten eine negative wirtschaftliche Entwicklung bis Ende 2025, nur 15 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. Die übrigen 48 Prozent äußern sich unentschieden. „Dass sich fast die Hälfte nicht festlegen möchte, zeigt, dass sich weder ein positiver noch ein negativer Trend verfestigt hat. Noch ist es nicht zu spät, das Ruder herumzureißen“, sagt Ambos. Besonders kritisch ist die Lage in Deutschland: Hier erwarten nur 13 Prozent der Labore steigende Budgets – der niedrigste Wert im europäischen Vergleich. Mit einem Rückgang des Materialverbrauchs im Jahr 2024 um 22,5 Prozent verzeichnen deutsche Einrichtungen zudem die stärksten Einschnitte. Wissenschaft braucht politische Priorität Die Forderung der Branche ist eindeutig: 79 Prozent der Befragten verlangen mehr politische Priorität für die Life Sciences-Branche. „Die Politik muss jetzt handeln“, mahnt Ambos. „Der Kontrast könnte nicht größer sein. In der Corona-Pandemie war die Wissenschaft der große Hoffnungsträger. Beispiele wie Biontech sind erstmals in der Breite sichtbar geworden. Heute, ohne akute Krise, werden Forschungsbudgets gekürzt. Dabei findet die ganze Zeit systemrelevante Forschung statt. In Deutschland und Europa werden so viele vielversprechende Ansätze allein in der Krebsforschung verfolgt, was aber nicht sichtbar genug ist.“ Trotz Sparzwang große Nachhaltigkeitsambitionen und Innovationsbereitschaft Trotz der angespannten Situation zeigt die Branche eine bemerkenswerte Innovationsbereitschaft: Über 65 Prozent der Befragten sehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz als zentrale Zukunftsthemen. 95 Prozent würden recycelte Produkte nutzen, davon 70 Prozent bei garantierter Qualität, 12 Prozent uneingeschränkt, 13 Prozent, wenn der Preis gleich bleibt, und 5 Prozent abhängig vom Produkt. Lediglich 0,61 Prozent lehnen recycelte Produkte aufgrund zu vieler Bedenken generell ab. Viele Labore haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen – 83 Prozent setzen Recycling-Programme um, 64 Prozent nutzen Mehrwegsysteme und 62 Prozent investieren in energiesparende Geräte. Dennoch stehen der Umsetzung oft Hindernisse im Weg: 80 Prozent nennen Kosten als Hauptbarriere, gefolgt von Zeitaufwand (74%) und mangelnder Informationen zu Nachhaltigkeitsoptionen und Umsetzungsmöglichkeiten (63%). „Die Labore wollen den Wandel aktiv gestalten. Aber es braucht die richtigen Rahmenbedingungen und Unterstützung von allen Seiten“, sagt Ambos. „Das bedeutet konkret: Die Politik muss nachhaltige Forschung stärker fördern und regulatorische Hürden abbauen. Wir als Hersteller sind gefordert, innovative und bezahlbare Lösungen wie recyclingfähige Produkte und geschlossene Materialkreisläufe anzubieten. Und nicht zuletzt braucht es das Verständnis der Öffentlichkeit, dass Investitionen in nachhaltige Wissenschaft eine Investition in unser aller Zukunft sind.“ Über die Studie Die Umfrage wurde im Januar 2025 unter 378 Labormitarbeitenden in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien und Österreich durchgeführt. Die Mehrheit der Teilnehmenden (65 Prozent) arbeitet als Labormanager oder Labortechniker. Weitere 24 Prozent der Befragten setzen sich aus wissenschaftlichem Personal zusammen – darunter Professoren und Projektleiter (7 Prozent), Doktoranden und Post-Docs (6 Prozent) sowie Forscher und Medizinforscher (8 Prozent). Ergänzt wird das Teilnehmerfeld durch Labordirektoren (3 Prozent), Einkäufer (1 Prozent) und Mitarbeitende aus anderen Laborbereichen (10 Prozent). Emittent/Herausgeber: Starlab International GmbH Schlagwort(e): Forschung/Technologie
Veröffentlichung einer Mitteilung, übermittelt durch EQS Group. |
Europäische Labore kämpfen mit massiven Einschränkungen 06.03.2025, 11:34 Uhr von EQS News Jetzt kommentieren: 0
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