1 Aktie, auf die du dich auch in Krisenzeiten verlassen kannst 13.04.2026, 12:00 Uhr von Aktienwelt360

Ferguson (WKN: A2PG87) ist ein Händler für Klempnerbedarf wie Rohre und Keramiken und profitiert dadurch langfristig vom Modernisierungenbedarf der Immobilien. Zusätzlich Schwung im Geschäft bringen Übernahmen, weil das Unternehmen so stetig Marktanteile ausbaut. Von der Ferguson-Aktie kannst du keinen schnellen Verdreifacher erwarten, dafür aber regelmäßige Cashflows und die Aussicht auf langfristig steigende Gewinne.

Die Ferguson-Aktie in der Analyse

Ferguson blickt auf ein erfolgreiches Kalenderjahr 2025 zurück, in dem der Nettoumsatz um 5,0 % auf 31,3 Mrd. US-Dollar stieg. Besonders beeindruckend war die Entwicklung des bereinigten Gewinns je Ferguson-Aktie (Adjusted EPS), der um 13,4 % auf 10,58 US-Dollar zulegte. Im letzten Quartal (Oktober bis Dezember 2025) setzte sich dieser Trend fort: Der Umsatz wuchs um 3,6 % auf 7,5 Mrd. Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS um 11,7 % auf 2,10 US-Dollar  stieg.

Das gewerbliche Geschäft „Non-Residential“ war mit einem Wachstum von 11 % im Gesamtjahr der Hauptmotor. Besonders hervorzuheben sind die Bereiche Commercial / Mechanical (+18 %) und Waterworks (+13 %). Große Kapitalprojekte in den Bereichen Rechenzentren (KI-Infrastruktur), Halbleiterfabriken und Gesundheitswesen trieben die Nachfrage massiv an.

Der Wohnungsbaumarkt „Residential“ blieb eine Herausforderung und stagnierte im Gesamtjahr (0 % Wachstum). Insbesondere das Segment Residential Trade Plumbing (-3 %) litt unter der Schwäche im Neubau und bei größeren Renovierungsprojekten. Im letzten Quartal schwächelte zudem der HVAC-Bereich (Klima/Lüftung) mit -7 %, was jedoch primär an einem extrem starken Vorjahresvergleich lag.

Das sind die langfristigen Treiber

Ferguson identifiziert vier strukturelle Trends, die das Geschäft über das nächste Jahrzehnt tragen sollen. Dazu gehören Onshoring, Wasserinfrastruktur, Klimatechnik und Veralteter Wohnungsbestand.

  • Der Trend zum „Onshoring“ (Rückverlagerung der Produktion in die USA) und der Ausbau von KI-Rechenzentren bieten ein Projektpotenzial von ca. 90 Mrd. US-Dollar bis 2031.
  • Das US-Leitungsnetz für Wasser ist durchschnittlich 49 Jahre alt. Schätzungen gehen von einem Investitionsbedarf von über 1 Billion US-Dollar in den nächsten 20 Jahren aus.
  • Strengere Umweltauflagen erfordern effizientere Klimatechnik (HLK-Systeme), was Ferguson als führendem Distributor zugutekommt.
  • Das Medianalter von US-Häusern liegt bei 44 Jahren, kombiniert mit einem massiven Mangel an Neubauten. Sollte das Geschäft von Ferguson noch langfristig befeuern.

Der mittelfristige Ausblick für die Ferguson-Aktie

Für das Kalenderjahr 2026 gibt sich das Management vorsichtig optimistisch und erwartet ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich bei einer bereinigten operativen Marge zwischen 9,4 % und 9,8 %. Mittelfristig peilt Ferguson einen Umsatz von über 40 Mrd. US-Dollar an.

Die Kapitalstrategie von Ferguson bleibt strikt priorisiert: Ferguson investiert kontinuierlich in seine Lieferkette und digitale Tools. Für 2026 sind Investitionsausgaben (Capex) von 350 bis 400 Mio. US-Dollar geplant.

Etwas weniger wird meist in Zukäufe investiert. Im Jahr 2025 wurden 276 Mio. US-Dollar in acht Zukäufe investiert, die jährlich über 300 Mio. US-Dollar zum Umsatz beitragen. Ferguson sieht in dem stark fragmentierten Markt (über 10.000 Wettbewerber) weiterhin großes Konsolidierungspotenzial.

Ein großes Augenmerk liegt auch auf Dividenden und Rückkäufen: Das Unternehmen schüttete im Jahr 2025 3,38 US-Dollar Dividende je Ferguson-Aktie aus. Zudem wurden Aktien im Wert von 0,9 Mrd. US-Dollar zurückgekauft. Mit einem Verschuldungsgrad (Net Debt / Adj. EBITDA) von nur 1,1x verfügt Ferguson über eine sehr starke Bilanz, um diese Strategie auch in einem volatilen Marktumfeld fortzusetzen.

Unser Fazit zur Ferguson-Aktie

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ferguson das Kalenderjahr 2025 als ein Jahr der operativen Resilienz abgeschlossen hat. Während der klassische Wohnbaumarkt unter dem Zinsdruck litt, hat das Unternehmen eindrucksvoll bewiesen, dass es durch seine Diversifizierung in Richtung industrieller Großprojekte und öffentlicher Infrastruktur (Waterworks) mehr als nur einen Ausgleich schaffen kann.

Für das Jahr 2026 ist zwar noch mit einer gewissen Seitwärtsbewegung im privaten Wohnbau zu rechnen, doch Ferguson ist hervorragend positioniert, um sofort überproportional zu profitieren, sobald sich das Zinsumfeld entspannt und der aufgestaute Bedarf an Renovierungen und Neubauten freigesetzt wird.

Ferguson bietet langfristiges Wachstum und eine angemessene Dividendenrendite von 1,4 %. Diese ist aktuell kein Hingucker, sollte sich aber im Verhältnis zum heutigen Kurs sukzessive erhöhen, wodurch das Unternehmen für langfristige Investoren attraktiv wird.

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