Dax-Aktie mit 50,5 % Kurspotenzial

Ist sie wirklich der heimliche Star 2026? 05.02.2026, 07:30 Uhr von Aktienwelt360

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Amazon 231,48 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz
Zalando 20,81 EUR -0,05 % Lang & Schwarz

Zalando (WKN: ZAL111) ist einer der bekanntesten Konsumtitel im DAX. An der Börse spiegelt sich diese Stellung jedoch derzeit nur bedingt wider.

Über ein Jahr gesehen liegt die Aktie fast ein Drittel im Minus. Vom Allzeithoch im Juli 2021 sind es sogar über 75 % – hier wird nicht mehr vor Glück geschrien, sondern nur noch geweint.

Doch während viele Investoren den europäischen Online-Modehändler noch immer durch die Brille der schwachen Jahre 2022 und 2023 betrachten und tendenziell als Verlierer zwischen Amazon (WKN: 906866) und den Social-Commerce-Seiten sehen, zeichnen Analysten inzwischen ein deutlich positiveres Bild.

Im Durchschnitt traut man der Aktie sogar ein Kurspotenzial von über 50 % zu, was angesichts der Unternehmensgröße und Marktstellung bemerkenswert ist. Vor allem die Kombination aus wieder anziehendem Ergebniswachstum und einer vergleichsweise moderaten Bewertung rückt Zalando zunehmend in den Fokus langfristig orientierter Anleger. Doch bleibt sie eine riskante Wette auf profitables Wachstum.

Das Geschäftsmodell: Plattform schlägt Kleiderschrank

Zalando ist heute viel mehr als nur ein reiner Onlinehändler: Das Berliner Unternehmen hat sich zu einer paneuropäischen Mode- und Lifestyle-Plattform entwickelt und verbindet Marken, Händler und Konsumenten über ein zunehmend skalierbares Ökosystem.

Neben dem klassischen Direktverkauf gewinnt sein Partnerprogramm an Bedeutung. Dabei vertreiben Marken ihre Ware über Zalando, ohne dass Zalando das volle Warenrisiko trägt.

Das Modell wird durch Logistikdienstleistungen, Marketing-Tools und datenbasierte Services ergänzt. Genau diese Plattformstrategie sorgt für höhere Margen, geringere Kapitalbindung und bessere Planbarkeit – eine Mischung, die an erfolgreiche Tech-Unternehmen erinnert.

Die Business-Story: Wachstum mit neuer Disziplin

Auf die pandemiegetriebenen Wachstumsjahre folgte 2022 aber zunächst der harte Realitätsschock in Form von Inflation, Konsumzurückhaltung und Lagerproblemen. Zalando reagierte darauf mit Kostendisziplin, Prozessoptimierung und strategischer Fokussierung.

Das Ergebnis ist eine deutlich verbesserte Profitabilität bei einem weiterhin erwarteten EPS-Wachstum im zweistelligen Bereich. Doch auch hier liegt die Realität noch weit hinter der anderer Plattform-Modelle zurück. Gerade einmal ein paar Prozentpunkte bleiben als Nachsteuergewinn vom Umsatz übrig.

Dennoch könnte die langfristige Story intakt sein. Der europäische Modemarkt ist fragmentiert, online noch nicht ausgereizt und offen für Plattformeffekte, bei denen Größe und Datenkompetenz entscheidend sind.

Warum die Aktie so günstig wirkt

Mit einem für das Jahr 2026 erwarteten KGV von 17,7 ist Zalando dabei im Vergleich zu anderen wachstumsstarken Konsum- und Plattformwerten nur moderat bewertet. Der Markt scheint damit die zyklische Konsumschwäche stärker zu gewichten als die strukturellen Fortschritte im Geschäftsmodell.

Gleichzeitig wird die operative Hebelwirkung von vielen Investoren unterschätzt: Steigende Umsätze treffen auf eine inzwischen verschlankte Kostenbasis. Genau diese Kombination erklärt meines Erachtens auch das hohe Kurspotenzial der Analysten – und warum Zalando zum heimlichen DAX-Star 2026 avancieren könnte.

Dafür muss die Profitabilität allerdings deutlich erhöht werden, so wie von Analysten geschätzt. Angesichts des doch wettbewerbsintensiven Umfelds erscheint mir das jedoch als Mammutaufgabe. Aber wer weiß: Vielleicht bringt Zalando uns ja ein weiteres Mal zum Schreien diesmal wieder vor Glück.

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Frank besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Amazon und Zalando.

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