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Die beste Aktie erkennst du vielleicht daran, dass niemand ihr Produkt nachbauen will 16.08.2026, 06:30 Uhr von Aktienwelt360

Wer ein großartiges Unternehmen sucht, denkt häufig an ein großartiges Produkt. Etwas Neues, Innovatives, vielleicht sogar Revolutionäres. Ich glaube allerdings, dass einige der besten Aktien einem völlig anderen Muster folgen.

Sie verkaufen Dinge, die grundsätzlich jeder nachbauen könnte. Trotzdem versucht kaum jemand ernsthaft, ihnen ihre Position streitig zu machen. Nicht weil das Produkt technisch unerreichbar wäre, sondern weil der wirtschaftliche Burggraben dahinter über Jahrzehnte so groß geworden ist, dass ein Angriff kaum noch sinnvoll erscheint.

Genau darin steckt für mich eine der interessantesten Eigenschaften außergewöhnlicher Unternehmen.

100 Mrd. US-Dollar würden womöglich nicht reichen

Warren Buffett hat diesen Gedanken einmal anhand von Coca-Cola (WKN: 850663) auf den Punkt gebracht. Sinngemäß sagte er: Selbst wenn ihm jemand 100 Mrd. US-Dollar geben und ihn damit beauftragen würde, Coca-Cola die weltweite Führungsposition bei Softdrinks abzunehmen, würde er das Geld zurückgeben. Er hielte die Aufgabe schlicht für nicht machbar.

Dabei ist das eigentliche Produkt erstaunlich einfach. Wasser, Süßungsmittel, Aromen und Kohlensäure lassen sich zweifellos kopieren. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Coca-Cola besteht wirtschaftlich nicht nur aus dem Getränk.

Über mehr als ein Jahrhundert entstanden eine weltweit bekannte Marke, ein gigantisches Vertriebsnetz, Beziehungen zu Handel und Gastronomie sowie ein Produkt, nach dem Verbraucher gezielt fragen. Ein Wettbewerber müsste deshalb nicht einfach eine bessere Cola entwickeln. Er müsste Gewohnheiten von Milliarden Konsumenten verändern.

Und genau das kann selbst mit sehr viel Geld ausgesprochen schwierig werden.

Langweilige Märkte können besonders attraktiv sein

Dasselbe Prinzip findet man auch weit entfernt von Konsumgütern. Abfallentsorger benötigen beispielsweise Deponien, Anlagen, Fahrzeuge, Genehmigungen und dichte lokale Netze. In der Rückversicherung benötigt ein neuer Wettbewerber Kapital, Erfahrung, Daten und vor allem das Vertrauen seiner Kunden. Bei Prüfgesellschaften, Börseninfrastruktur oder Spezialchemie entstehen ähnliche Effekte.

Oft sind solche Märkte außerdem schlicht zu langweilig, zu klein oder zu aufwendig, um ständig neue Wettbewerber anzulocken. Niemand träumt davon, das nächste große Müllentsorgungsunternehmen aufzubauen. Genau das kann für die bestehenden Unternehmen ein Vorteil sein.

Denn Wettbewerb wird besonders gefährlich, wenn hohe Renditen neue Anbieter geradezu anziehen. Ein Geschäftsmodell, das zwar hervorragende Kapitalrenditen ermöglicht, gleichzeitig aber schwer zu kopieren und wenig glamourös ist, kann dagegen über Jahrzehnte erstaunlich ungestört wachsen.

Das Produkt ist manchmal gar nicht der Burggraben

Deshalb frage ich mich bei Unternehmen inzwischen nicht nur: Kann jemand dieses Produkt kopieren?

Viel wichtiger ist für mich: Kann jemand das gesamte System dahinter nachbauen?

Die Cola lässt sich kopieren. Coca-Cola offensichtlich deutlich schwerer. Eine Versicherungspolice kann jeder schreiben. Jahrzehntelange Erfahrung bei der Einschätzung komplexer Risiken lassen sich nicht kaufen. Ein Spezialchemieprodukt kann ein Wettbewerber womöglich entwickeln. Die Kundenbeziehungen, Zulassungen und das über Jahre aufgebaute Anwendungswissen bekommt er damit noch lange nicht.

Vielleicht sind genau solche Unternehmen deshalb besonders interessant. Nicht jene, deren Produkt niemand nachbauen kann.

Sondern jene, bei denen niemand vernünftigerweise versuchen möchte, den gesamten Burggraben nachzubauen.

Der Artikel Die beste Aktie erkennst du vielleicht daran, dass niemand ihr Produkt nachbauen will ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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