Es gibt keine Alternative zu Aktien? Doch, die gibt es sehr wohl! 30.07.2023, 08:05 Uhr von Aktienwelt360

Langjährige Anleger kennen vermutlich das Akronym „TINA“. Ausgesprochen steht es für den Spruch „There is no alternative“. Damit ist gemeint, dass es keine vergleichbaren Anlagemöglichkeiten zu Aktien gibt.

Zugegeben, in den letzten Jahren traf diese Aussagen in der Regel zu. Denn durch das äußerst niedrige Zinsniveau waren Anleihen-Investments meist keine gute Idee. Aus meiner Sicht hat sich das in den vergangenen Monaten geändert. Denn der Anstieg der Marktzinsen hat zu einem Blutbad der Anleihekursen geführt und ließ deren Renditen stark ansteigen.

Volatilität umschiffen?

So könnte man als Anleger einen Teil des Portfolios (z.B. 10-15 %) in Staats- oder Unternehmensanleihen investieren. Wenngleich die Rendite mit 3,84 % (1o-jährige US-amerikanische Treasury Bill; Stand: 21.07.2023, maßgeblich für alle Kennzahlen) niedriger liegt als die durchschnittliche, jährliche Rendite großer Indizes, darf man die Vorteile nicht unterschätzen.

Denn während Einzelaktien und auch diversifizierte Indizes mit Konjunkturdaten steigen und fallen können, verfügen Anleihen in der Regel über eine reduzierte Volatilität. So besteht vor allem eine Abhängigkeit von Zinsentscheidungen der Zentralbanken.

Da das aktuelle Zinsniveau im Vergleich mit historischen Daten der letzten 10 Jahren deutlich erhöht ist, gehe ich davon aus, dass die schlimmsten Kursverluste am Anleihemarkt bereits erfolgt sind. Somit könnten Anleihen in den nächsten Jahren vor einer Renaissance stehen.

Attraktive Anleihen

Interessant erachte ich aktuell Unternehmensanleihen von US-amerikanischen Technologiekonzernen wie Amazon oder Alphabet. So ergibt sich für eine bis ins Jahr 2034 laufende Anleihe von Amazon (WKN: A1ZTJ8) eine Rendite von 4,59 % p.a. bis zum Verfall.

Für die bis 2030 laufende Anleihe von Alphabet (WKN: A2802C) ergibt sich hingegen eine etwas niedrigere jährliche Rendite von 4,29 %.

Wenngleich niemand die Zukunft vorhersagen kann, gehe ich aufgrund der aktuellen Marktpositionierung und niedrigen Restlaufzeit davon aus, dass sowohl die Zinszahlungen als auch Rückzahlung der Nominale nicht gefährdet sind.

So gibt es beispielsweise auch Unternehmensanleihen, die weit über das Jahr 2060 hinausreichen. Keine Frage, eine vermeintlich gesicherte Rendite von annähernd 5 % p.a. bis 2060 erscheint zunächst attraktiv.

Man kann jedoch darüber streiten, ob es Unternehmen wie Amazon oder Alphabet im Jahr 2060 noch geben wird. Denn blickt man 37 Jahre in die Vergangenheit erkennt man, dass viele erfolgreiche Unternehmen dieser Zeit bereits verschwunden sind.

Fazit

Ob Anleihen in der nahen Zukunft eine höhere Rendite als Aktien erzielen können, hängt von mehreren Faktoren ab. So wird der Inflationstrend in den USA und Europa maßgeblich darüber entscheiden, ob das aktuell eingepreiste Zinsniveau zur Inflationseindämmung ausreicht.

Sollte das Zinshoch bereits erreicht sein, würde dies sowohl für Aktien als auch Anleihen ein positives Umfeld darstellen. Daher kommt vor allem den Wirtschaftsdaten eine wichtige Bedeutung zu. Sollte es der amerikanischen Notenbank tatsächlich gelingen, eine tiefe Rezession zu verhindern, würden wohl Aktien eine höhere Rendite erzielen.

Im gegensätzlichen Szenario würde ich jedoch Anleihen bevorzugen. Unabhängig von Inflations- und Wirtschaftsdaten muss jedoch festgehalten werden, dass ein risikodiversifiziertes Portfolio auch Anleihen enthalten sollte.

Der Artikel Es gibt keine Alternative zu Aktien? Doch, die gibt es sehr wohl! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen

Hohe Inflation, drohende Rezession, wackelnde Banken: Die Liste der Bedrohungen für den Aktienmarkt ist lang. In unsicheren Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, Aktien finanziell gesunder Unternehmen zu halten.

Das nötige Grundwissen und das passende Handwerkszeug erhältst du in unserem exklusiven und kostenlosen Sonderbericht „15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen”.

Klicke hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Michael besitzt Aktien von Amazon und Alphabet. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Alphabet und Amazon.

Aktienwelt360 2023

Autor: Michael Grünauer, Investmentanalyst


Jetzt den vollständigen Artikel lesen

Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer