ETFs als Bausteine für ein diversifiziertes Portfolio! Kann das gut gehen? 06.06.2023, 09:44 Uhr von Aktienwelt360

ETFs (Exchange Traded Funds) haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen und werden von vielen Anlegern als effektive Möglichkeit betrachtet, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Die Frage ist jedoch, ob diese breit gestreuten Investmentfonds tatsächlich zu einer erfolgreichen Diversifikation führen können.

Lasst uns in diesem Artikel einmal erörtern, ob ETFs als Instrument für die Diversifikation in einem Portfolio geeignet sind. Vom Grundsatz her lässt sich dies bejahen, jedoch kommt es auf die Details an.

Diversifikation ist wichtig

Diversifikation ist ein wichtiges Konzept in der Finanzwelt, da es das Risiko mindert, indem man das Vermögen auf verschiedene Anlageklassen, Branchen und Länder verteilt. Das Risiko eines einzelnen Investments wird so reduziert, da Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen Bereich ausgeglichen werden können.

Und je weniger die Assets miteinander zu tun haben, umso besser – so zumindest die Theorie. Aber auch in der Praxis hat sich gezeigt, dass durch die gezielte Beimischung von Assets außerhalb des Finanzmarktes ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis erreicht werden kann.

Vorteile von ETFs

Ein wichtiger Vorteil von ETFs ist ihre Passivität. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds versuchen ETFs nicht, den Markt zu schlagen, sondern bilden einen bestimmten Index nach. Dies führt zu niedrigeren Verwaltungskosten, da kein teures Fondsmanagement erforderlich ist. Zudem bieten ETFs eine hohe Liquidität, da sie an der Börse gehandelt werden können.

Ein weiterer Vorteil von ETFs besteht darin, dass sie transparent sind. Anleger können genau nachvollziehen, in welche Aktien oder Anlageklassen sie investieren. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle und Verständnis des eigenen Portfolios. Zudem können Anleger durch den Kauf von ETFs mit nur einer Transaktion Zugang zu einem breiten Markt erhalten, anstatt einzelne Aktien oder Anleihen kaufen zu müssen.

Diversifikation ist gut, bietet aber keinen vollständigen Schutz vor Risiken

Dennoch gibt es auch einige Herausforderungen bei der Verwendung von ETFs zur Diversifikation. Obwohl ETFs breit gestreute Portfolios ermöglichen, sind sie selbst nicht immun gegen Risiken: Wenn der zugrunde liegende Index, den der ETF nachbildet, eine schlechte Performance hat, kann dies auch den ETF negativ beeinflussen. Zudem können einige ETFs eine hohe Konzentration in bestimmten Bereichen aufweisen, was letztendlich zu einer geringeren Diversifikation führen kann und Chancen und Risiken tendenziell erhöht.

Auch kann es Überschneidungen mit ETFs geben, denn in einem branchenspezifischen ETF befinden sich Aktien, die zugleich auch in generalistischen ETFs wie beispielsweise dem MSCI World zu finden sind.

Fazit

Insgesamt können ETFs als Bausteine für ein diversifiziertes Portfolio durchaus gut funktionieren. Sie bieten eine breite Streuung, niedrige Kosten, hohe Liquidität und Transparenz. Allerdings sollten Anleger grundsätzlich die Risiken verstehen und eine sorgfältige Auswahl der ETFs vornehmen. Eine Kombination aus verschiedenen ETFs kann dazu beitragen, das Portfolio zu diversifizieren und das Risiko zu minimieren. Überschneidungen sollte man jedoch vermeiden.

Ein effizientes und diversifiziertes Portfolio kann daher mit nur wenigen ETFs aufgebaut werden. Jedoch sollte man bedenken, dass man mit Risiken zugleich auch Chancen eliminiert.

Mit einem diversifizierten Portfolio wird man möglicherweise eine solide Rendite erreichen, jedoch keine Verzehnfachung des Vermögens in ein oder zwei Jahrzehnten. Dafür ist mehr Risiko erforderlich und vor allem ein guter Riecher für Top-Investments.

Der Artikel ETFs als Bausteine für ein diversifiziertes Portfolio! Kann das gut gehen? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Autor: Frank Seehawer, Investmentanalyst


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