Für die Immobilienplattform Zillow bleibt 2023 ein Übergangsjahr 21.02.2024, 07:10 Uhr von Aktienwelt360

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Das Jahr 2023 ist für Zillow (WKN: A14NX6) ein herausfordernder Zeitraum gewesen. Gestiegene Zinsen haben den Immobilien-Markt in den USA stark zum Erliegen gebracht. Im Zahlenwerk von Zillow ist das recht deutlich geworden.

Der Umsatz ist im vierten Quartal immerhin mal wieder um 9 % im Jahresvergleich auf 474 Mio. US-Dollar gewachsen. Für das Gesamtjahr 2023 steht jedoch ein Umsatzrückgang um 1 % auf 1,9 Mrd. US-Dollar in den Büchern. Das unterstreicht den schwierigen Markt, der kein Wachstum ermöglichte.

Zillow ist zudem nicht profitabel. Im vierten Quartal lag der Nettoverlust bei 73 Mio. US-Dollar, im Geschäftsjahr 2023 bei 158 Mio. US-Dollar. Auch der Cash-Bestand schrumpfte von 3,3 Mrd. US-Dollar im Vorquartal auf 2,8 Mrd. US-Dollar. Wobei es sich hierbei tendenziell um einen einmaligen höheren Effekt zu handeln scheint.

Positiv ist für Zillow weiterhin, dass die Plattform stark bleibt. Im vierten Quartal lag die Anzahl an Gesamtvisits bei 2,2 Mrd., was einem leichten Wachstum um 1 % entsprochen hat. Aber auch hier erkennen wir: Viele Verbraucher haben bei hohen Zinsen leicht das Interesse an Immobilien verloren.

Ebenfalls positiv ist, dass das EBIT mit einem Wert von 69 Mio. US-Dollar im Bereich der schwarzen Zahlen liegt. Das Geschäftsmodell des Makler- und Immobiliendienstleisters kann daher durchaus profitabel sein.

Wie wird sich der Immobilienmarkt im Jahr 2024 entwickeln?

Für das erste Quartal im Geschäftsjahr 2024 rechnet das Management mit einem Umsatz zwischen 495 und 505 Mio. US-Dollar, was einem leichten Wachstum entsprechen dürfte. Auch das EBITDA soll mit 95 und 105 Mio. US-Dollar gegenüber dem vierten Quartal 2023 leicht ansteigen. Beide Kennzahlen könnten auf eine Trendwende im Immobilien-Markt im Jahre 2024 hindeuten. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich Zillow weiter entwickelt.

Die Bewertung erscheint bei einer Marktkapitalisierung von 10 Mrd. US-Dollar jedenfalls nicht zu teuer. Zumal das Management im Rahmen der Präsentation erneut betont: Alleine in den USA bedient man einen Markt, der vom jährlichen Transaktionsvolumen im Billionen-Dollar-Bereich liegt.

Was das Unternehmen macht

Zillow gilt als die in den USA führende Plattform, wenn es um Verkäufe und Anzeigen von Häusern geht. Das Unternehmen setzt auf starke Makler-Dienstleistungen und insbesondere eine digitale Vorauswahl. Dadurch werden Verkaufsprozesse deutlich schneller abgewickelt und Interessenten kanalisiert.

Wo liegen die größten Chancen?

Zillow hat in den vergangenen Jahren eine große Transaktion vollzogen: Das Unternehmen trennte sich vom iBuying und fokussiert sich nun wieder auf das eigene Kerngeschäft: Seine Plattform mit digitalen Maklerdienstleistungen, die im US-Markt eine besonders große Reichweite besitzt. Zillow ist die Plattform, wenn es um die Suche nach Immobilien zum Kauf oder zur Miete geht. Der Marktanteil liegt zur Zeit bei 39,5 %, wenn es um das Listing von Immobilien geht. Zugleich bietet Zillow mittlerweile Tools wie LoopNet oder Trulia an, die sich bei Maklern einer wachsenden Beliebtheit erfreuen und sukzessive Marktanteile aufbauen. Mit einer eher geringen Take-Rate (im Vergleich zum klassischen Makler) und vielen digitalen Services möchte Zillow die Immobilienverkäufe immer weiter ins Internet ziehen. Das ist die Vision des Unternehmens.

Wo liegen die größten Risiken?

Konkurrenz und Fehlentscheidungen sind die größten Risiken. Das iBuying ist ein sehr kostspieliges Investment gewesen, das sich nicht ausgezahlt hat. Zillow sollte sich auf das Kerngeschäft oder zukünftig profitable Wachstumspfade konzentrieren. Konkurrenten sind trotz eines führenden Marktanteils vorhanden. Insbesondere Redfin versucht mit einer günstigen Take-Rate den Markt aufzumischen. Zudem gilt es Wettbewerbsvorteile zu wahren. AR/VR werden mit Sicherheit den Markt der digitalen Maklerdienstleistungen mit Sicherheit neu definieren.

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