Hohe Dividende, höhere Dividendenrendite … und plötzlich Gefahr in Verzug! 19.03.2023, 08:12 Uhr von Aktienwelt360

Eine hohe Dividende und eine höhere Dividendenrendite sind attraktiv für Einkommensinvestoren. Keine Frage: Wenn die Bewertungen von Qualitätsaktien sinken, kann das für opportunistische Investoren eine gute Gelegenheit sein. Die Bewertung einer Dividendenaktie ist relevant für das Gesamtrenditepotenzial einer Aktie.

Allerdings ist es teilweise ein schmaler Grat. Eine hohe Dividende und eine höhere Dividendenrendite können plötzlich auch zur Gefahr werden. Wann das so ist und auf welche Faktoren wir achten müssen, das sehen wir uns heute näher an.

Plötzlich Gefahr: Wann sind hohe Dividende und höhere Dividendenrendite problematisch?

Eine hohe Dividende und eine höhere Dividendenrendite können die Folge einer marktbreiten Korrektur sein. Das ist es, worauf Einkommensinvestoren spekulieren, wenn sie günstige Qualitätsaktien im Dip kaufen. Entscheidend ist jedoch, dass sich bei der Aktie unternehmensorientiert nichts verändert hat und sich die Aussichten auch nicht substanziell verändern. Klingt erst einmal logisch, bedarf aber weiteren Kontextes.

Die Gefahr entsteht also, wenn ein Unternehmen etwas in Schieflage gerät oder das Management nicht mehr so optimistisch ist, was die weiteren Aussichten angeht. Der Markt preist das übrigens ein. Natürlich nicht mit einer hohen Dividende (die das Management vorschlägt), aber mit einer Dividendenrendite, die sehr häufig in einen sehr, sehr hohen Bereich tendiert, was für erfahrene Einkommensinvestoren ein Indikator dafür sein kann, dass die Nachhaltigkeit nicht gegeben ist.

Aber woran erkennen wir als Einkommensinvestoren, wann quasi Gefahr in Verzug besteht? Es gibt keine magische Grenze, zum Beispiel 6 % Dividendenrendite, ab der man allgemein gesprochen skeptisch sein muss. Nein, sondern der unternehmensorientierte Kontext gepaart mit einer hohen Dividende ist das, was zählt.

Indikatoren, auf die ich besonders achte!

Eine hohe Dividendenrendite ist, wie gesagt, eher ein Warnindikator und kein Problem per se. Die Dividende und eine niedrige Bewertung spiegeln die Skepsis des Marktes hingegen wider. Aber die Skepsis kann verschiedene Auslöser haben.

Ein wichtiges Merkmal, das jetzt wieder eine größere Relevanz besitzt, ist die bilanzielle Stabilität und Qualität. Viele Unternehmen, die exzessiv auf Schulden gesetzt haben, spüren jetzt die Quittung. Medical Properties ist zum Beispiel mit ca. 10 Mrd. US-Dollar verschuldet, was in Zeiten niedriger Zinsen unproblematisch gewesen ist. Heute sehen wir bei steigenden Zinsen: Es führt zu Unsicherheit und mit deutlich über 10 % Dividendenrendite preist der Markt diese Gefahr ein. Eng damit verknüpft sehen wir außerdem, dass ein großer Teil der Schulden in den Jahren 2025 und in den darauffolgenden Jahren fällig wird. Das heißt: Es besteht die Möglichkeit, dass das Management einen Teil des Portfolios verkaufen muss, um diese Mittel zurückzuzahlen.

Hinzu kommt als ein weiterer relevanter Indikator dafür, dass der operative Erfolg zunehmend ausbleibt. Wenn der Gewinn, der freie Cashflow oder auch die Funds from Operations seit Jahren rückläufig sind, kann das ebenfalls auf Problemfälle hindeuten. Ist eine hohe Dividende zwar gegeben und noch dazu das Ausschüttungsverhältnis vergleichsweise knapp bemessen, so kann das ebenfalls auf eine Gefahr hindeuten. Solcher Kontext ist überaus entscheidend.

Aber es gibt auch viele andere Indikatoren, die möglich sind. Hohe Dividende und eine höhere Dividendenrendite können zum Beispiel auch die Folge sein, wenn Wettbewerber erstarken oder wenn im Pharma-Bereich entscheidende Patente auslaufen. Ein solcher Kontext kann ebenfalls auf Probleme hindeuten.

Der Auftrag für uns als Einkommensinvestoren ist daher relativ klar: Wenn wir eine hohe Dividende sehen, benötigen wir sehr dringend den Kontext. Ansonsten kann es passieren, dass wir eine Aktie kaufen, bei der das Risiko zu hoch ist und sie nicht unsere Erwartungen erfüllt.

Der Artikel Hohe Dividende, höhere Dividendenrendite … und plötzlich Gefahr in Verzug! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Vincent besitzt Aktien von Medical Properties. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

Aktienwelt360 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


Jetzt den vollständigen Artikel lesen

Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer