Ich verkaufe meine Aktien nicht. Definitiv nicht 2023 11.01.2023, 07:30 Uhr von Aktienwelt360

Konträr zu meinem heutigen Titel rät JPMorgan seinen Investoren, Aktien zu verkaufen. Europäische Wertpapiere seien insbesondere zum Jahresauftakt zu gut gestartet. Gewinnmitnahmen seien jetzt das Mittel der Wahl, der Euro Stoxx 50 ist seit Oktober des letzten Jahres schließlich um 23 % gestiegen!

Das ist eine Sichtweise. Meine ist weiterhin, dass ich von der Konzeption her keine Aktien verkaufe. 2023 bleibt ein Jahr, in dem ich eher sukzessive meine Aktienquote erhöhe. Das hat mehrere Gründe: Die Notwendigkeit, die Statistik und auch das allgemeine Setting sprechen für mich dafür, der Studie von JPMorgan eher den Rücken zu kehren.

Ich verkaufe meine Aktien nicht: Die Notwendigkeit

Was würde passieren, wenn ich meine Aktien jetzt verkaufen würde? In Teilen würde ich ein kurzfristig besseres Ergebnis einfahren, manchmal auch einen satten Gewinn einfahren. Die Kehrseite wäre jedoch, dass ich dieses Kapital nicht mehr investiert hätte. Viele Investoren, die jetzt mit dem Gedanken spielen, auf JPMorgan zu hören, sollten sich daher fragen, was sie denn eigentlich bezwecken.

Schnelle Rendite dürfte es bei den meisten unternehmensorientierten Investoren nicht sein. Häufiger ist hingegen, Wohlstand aufzubauen und Dingen wie der Rentenlücke vorzubeugen. Da ist es nicht hilfreich, Aktien zu verkaufen und seine Positionen zu liquidieren. Es kostet nicht nur Unsummen an Gebühren, wenn man heute den Exit anstrebt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder investiert. Nein, sondern es bremst auch den Zinseszinseffekt.

Das Börsenjahr 2023 mag volatil bleiben. Zinsen, hohe Inflation, Krieg in der Ukraine, Rohstoffrisiken, Sorgen um die allgemeine Weltkonjunktur und mehr prägen den Markt. Trotzdem bleiben gute Unternehmen langfristig orientiert Zinseszins-Maschinen. Vielleicht nicht im Jahr 2023, was JPMorgan als Ziel ausgegeben hat. Wahrscheinlich aber bis zum Jahr 2030, 2040 oder auch länger, was eher meiner Zielvorstellung entspricht.

Die Statistik spricht für Buy-and-Hold

Meine Aktien verkaufe ich außerdem nicht, weil die Statistik einfach für Buy-and-Hold spricht. JPMorgan mag ein schwieriges Börsenjahr 2023 vorhersehen. Sicher ist auch das jedoch nicht. Mal ehrlich: Wie viele Analysten, Investoren oder Meinungsbildner haben davon gesprochen, dass der Kick-Off 2023 mit einem hohen prozentualen Kursplus einhergeht?

Die Trefferquote solcher Analysen und Meinungen darf man durchaus hinterfragen. Im Gegenzug gibt es andere Statistiken mit einer deutlich höheren Trefferquote. Ich selbst verweise stets gerne auf den Umstand, dass der S&P 500 in einem Zeitraum zwischen 1871 und 2014 ab einer Haltedauer von 20 Jahren niemals (!) eine negative Rendite eingefahren hat. Das ist eine Trefferquote von 100 %, die für Buy-and-Hold spricht und ein guter Indikator für zukünftige Jahre sein kann.

Zudem verkaufe ich meine Aktien nicht, weil andere Auswertungen grob zeigen: Für jedes schlechte Börsenjahr gibt es zwei weitere mit einer besseren Performance. Das ist ein Indikator dafür, dass die Aktienkurse zwar mal schnell und heftig purzeln können. Aber auch dahin gehend, dass die globalen Indizes langfristig länger steigen, als sie fallen. Mit Durchschnittsrenditen auf Indexsicht im höheren einstelligen Prozentbereich funktioniert der Vermögensallokator Aktienmarkt weiterhin, zumindest in einem Buy-and-Hold-Schema.

Ich verkaufe meine Aktien nicht, wenn es Chancen gibt!

Zu guter Letzt verkaufe ich meine Aktien nicht, wenn ich in Summe mehr Chancen als hohe Bewertungen sehe. Egal ob im Kreis der Dividendenaktien, im Growth-Segment, selbst für ETF-Investoren auf Indexsicht: Discounts sind vorhanden. Growth-Aktien mit Abschlägen von bis zu 80 %, aber weiterhin innovativem Potenzial können geborgen werden. Dividendenaristokraten mit deutlich mehr als 3 % Dividendenrendite und moderatem Wachstumspotenzial. Oder auch REITs mit deutlich mehr als 5 % Dividendenrendite: Diese Optionen existieren.

Selbst der NASDAQ 100 liegt seit seinem Rekordhoch noch ca. 33 % im Minus. Jetzt Aktien zu verkaufen würde sich aus vielerlei Hinsicht falsch anführen. Warum also …?

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Motley Fool Deutschland 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


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