Reichtum ist relativ, solange es keinen Besitz gibt 12.02.2023, 10:18 Uhr von Aktienwelt360

Arm und reich sind in gewisser Weise relativ. Das erkennen wir alleine anhand der gängigen Grenzen. Die Armutsgrenze verschiebt sich. Ein Paar mit zwei Kindern ist gemäß einer neuen Studie ab einem Nettoeinkommen von 2.255 Euro gefährdet. Vor einiger Zeit sahen die Werte noch etwas aus.

Halt dich fest: Die Inflation führt dazu, dass sich die Armutsgrenze verschiebt. Aber auch das Reichsein ist relativ. Eine Million Euro heute und eine Million Euro noch vor zehn Jahren waren ein unterschiedliches Vermögen. Eben auch, weil sich das Geld leicht entwertet.

Ich bin überzeugt, dass Reichtum insgesamt eine relative Kenngröße ist. Entscheidender ist, dass dieses Vermögen eines hat: eine fixe Bezugsgröße zu einem klaren Besitz. Das ist es, was letztlich den entscheidenden Unterschied macht.

Reichtum: Einfach nur relativ …?!

Stellen wir uns vor, wir definieren Reichtum. Was würdest du sagen, ab wann man heute noch klar als reich gilt? Ab 5 Mio. Euro? Zehn Million Euro? 100 Mio. Euro oder eine Milliarde Euro? Möglichkeiten existieren viele. Wenn wir aber in der Kategorie Geld denken, so ist alleine schon die Inflation ein gigantisches Problem. Volkswirtschaftliche Beispiele wie Simbabwe mit einer Hyperinflation haben gezeigt: Geld ist wirklich relativ. Solange dem gegenüber kein Recht auf Besitz steht, kann es noch so viel sein. Es hilft uns im Zweifel wenig, wenn wir es nicht tauschen können.

Deshalb ist Geld zwar mit Reichtum verknüpft, solange die Konventionen gelten. Die Inflation ist jedoch ein konsequenter, latenter Vernichter dieser Vermögensgröße. Mal ist die Inflation höher, mal geringer. Entscheidend ist jedoch, dass wir eines verstehen: Wenn wir Reichsein an Geld messen, ist das immer etwas unsicher. Oder relativ.

Wer sein Vermögen und seinen Reichtum sichern möchte, der benötigt Besitz. Aktien sind ein gutes Mittel. Hinter den Aktien steht der Vermögensgegenstand eines Unternehmensanteils. Aber auch eine Immobilie ist ein Sachwert, der immer einen bestimmten Vermögenswert repräsentieren dürfte. Mit solchen Assets können wir das eigene Vermögen schützen und dem relativen Aspekt und vor allem auch der Inflation ihren Schrecken nehmen.

Flexibilität vs. Relativität

Trotzdem kann ich es verstehen, wenn man mit Geld sein Vermögen flexibel halten möchte. Cash bedeutet, dass man weiterhin die Wahl hat. Ist das Kapital vollständig in Vermögenswerte wie Unternehmen oder Immobilien gebunden, so sind wir weniger flexibel. Konkret bedeutet das: Wir müssen uns entscheiden und einen idealen Kompromiss finden. Flexibilität und Relativität sind zwei Kenngrößen, die hier konkurrieren. Wer seinen Reichtum jedoch schützen möchte, der sollte zumindest zu einem gewissen Grad investieren.

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Aktienwelt360 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


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