Ver-10-facher, Ver-100-facher? Ein realistisches Ziel 01.05.2023, 08:00 Uhr von Aktienwelt360

Ver-10-facher oder auch Ver-100-facher können das eigene Portfolio und die eigene Gesamtrendite sehr weit bringen. Wer 1.000 Euro investiert und nach einigen Jahren 10.000 Euro oder sogar 100.000 Euro im Depot hat, der hat einen Renditetreiber. Zumindest, wenn die restlichen Beteiligungen kein Totalausfall sind, sollte sich diese Performance spürbar machen.

Wie man Ver-10-facher-Aktien oder auch mögliche Ver-100-facher identifiziert, das ist eine Sache für sich. Gute, vergleichsweise kleine Unternehmen in intakten Megatrend-Märkten mit ersten, sich etablierenden Wettbewerbsvorteilen sind mein Ansatz. Aber, um fair zu bleiben: So etwas findet man nicht mit Sicherheit, sondern in der Regel mit teureren Bewertungen und damit verbunden mit einem größeren Bewertungsrisiko.

Aber sprechen wir heute über ein anderes Merkmal. Egal, was man von beidem sucht, ein realistisches Ziel sollte einen als Investor dabei begleiten. Was das bedeutet? Tja. Auch das ist überaus vielschichtig.

Ver-10-facher oder Ver-100-facher: Bleiben wir realistisch

Die erste Bedeutungsdimension ist, dass wir als Investoren realistisch bleiben sollten. Bei mir führt das regelmäßig dazu, dass ich eher auf potenzielle Ver-10-facher-Aktien schaue als auf Ver-100-facher. Damit ein Unternehmen den hundertfachen Börsenwert erreicht, ist vieles möglich. Auch ein Quäntchen Glück gehört dazu. Das in den Research einzubeziehen, halte ich für kaum möglich. Zudem ist mir das Chance-Risiko-Verhältnis dafür häufig nicht attraktiv genug.

Aber es gibt auch eine andere, ähnliche Idee, die ich mit dir teilen möchte. Wer auf Ver-10-facher-Aktien setzen möchte, der findet womöglich bedeutend mehr grundsätzlich attraktive Chancen. Bei potenziellen Ver-100-facher-Aktien bewegen wir uns hingegen häufiger im Small-, Mini- oder Micro-Cap-Segment. Das führt dazu, dass wir uns selbst quasi einschränken.

Mir als Investor ist jedoch wichtig, dass ich einfach gute, wachstumsstarke Chancen identifiziere. Ich benötige nicht diese eine Investition, die mich mit 10.000 Euro Einsatz direkt zum Millionär machen kann. Deshalb ist es mein Ziel, dass ich möglichst einen guten Strauß an potenziellen Vervielfacher-Aktien sammele. Realistisch zu bleiben und ein gutes Gespür für gute, nachvollziehbare und prognostizierbare Chancen zu entwickeln, ist mir wichtiger, als einen möglichen Glückstreffer zu landen.

Wie weit können wir in die Zukunft sehen?

Das führt mich zu meinem zweiten Ansatzpunkt. Realistisch im Kontext von Ver-10- oder Ver-100-facher-Aktien zu bleiben, heißt für mich auch, dass ich die Zukunft sehen sollte. Oder: die absehbare Zukunft. Gewisse Dinge können wir kaum voraussehen und ich glaube, es macht auch keinen Sinn, es überhaupt zu versuchen.

Betrachten wir in diesem Kontext das Beispiel Amazon. Das, was wir zur Jahrtausendwende sehen konnten, lässt sich auf das Folgende reduzieren: Der E-Commerce kann ein Megatrend sein und Amazon ist ein früher Akteur in diesem Markt. Jeff Bezos schien schon damals sehr hungrig, sehr ambitioniert. Kriterien, die wir als Investoren schätzen. Was wir jedoch nicht absehen konnten, ist, wie sehr Amazon den E-Commerce dominiert. Oder auch, dass Jeff Bezos einen Konzern-Stil entwickelt, der krakenartig in neue Bereiche wie die Cloud, E-Health-Services und weitere Bereiche eindringt.

Was ich damit sagen möchte, ist: Wir sollten nicht versuchen, aus jedem E-Commerce-Akteur zukünftig den Cloud-Dienstleister mit einem entsprechend guten Margenprofil in dem Segment zu machen. Wer Ver-10- oder auch Ver-100-facher-Aktien sucht, der sollte eher realistisch schauen: Was ist aus meiner jetzigen Perspektive prognostisch für die Zukunft tatsächlich möglich. Und kann ich mit einer Investition heute womöglich eine gute, starke Rendite erzielen.

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Vincent besitzt keine der genannten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Amazon.

Aktienwelt360 2023

Autor: Vincent Uhr, Investmentanalyst


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