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Was ein insolventer Tower in Frankfurt für deine Investments bedeutet 06.07.2024, 05:00 Uhr von Aktienwelt360

Lieber Aktiensegler,

vielleicht hast du es mitbekommen: Die Betreibergesellschaft eines Towers in Frankfurt ist insolvent. Hierbei handelt es sich um den Trianon-Turm, der unter anderem von der Fondsgesellschaft Deka als Hauptmieter angemietet worden ist. Wobei sich auch hier ein Wandel abzeichnete.

Wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen. Aber der Tower soll uns im Rahmen dieser Ausgabe von Bilanz Ziehen trotzdem etwas intensiver beschäftigen. Als Investoren können wir durchaus etwas Wertvolles hiervon mitnehmen.

Hast du einen Tower aus Frankfurt in deinem Depot?

Der Tower in Frankfurt ist für mich ein besonderer Fall. Nicht, weil ich irgendwie mit ihm in Verbindung stehe. Auch nicht, weil ich ihn kenne, besucht habe. Oder sonst eine emotionale Verbindung mit ihm teile. Es geht mir um das Investment. Institutionelle Investoren haben jedenfalls im Jahr 2016 rund 670 Mio. Euro für das Bauwerk ausgegeben. Wir können daher für den Moment festhalten: Der Trianon-Tower hatte damals seinen Preis.

Die Eigner wollten ihn zwischenzeitig verkaufen. Die große Preisfrage ist: Was ist ein solcher Tower wirklich wert? Man könnte 670 Mio. Euro ansetzen. Blöd nur, wenn ihn dafür keiner kaufen möchte. Auch deutlich günstigere Kaufpreise von 150 bis 200 Mio. Euro wurden kolportiert. Selbst mit den Mieteinnahmen dürfte das für die institutionellen Investoren ein Verlustgeschäft gewesen sein. Der springende Punkt ist jedoch: Auch für den Preis sind sie ihn nicht losgeworden.

Die Folge? Die Insolvenz der Betreibergesellschaft. Das heißt: Die Eigner haben sich dazu entschieden, die betreffende Gesellschaft, in deren Besitz sich der Trianon-Tower befindet, in die Insolvenz zu schicken. Auch das hat mögliche Gründe. Unter anderem wohl einen Renovierungsstau. Den perspektivisch fehlenden Anker-Mieter mit der Deka. Sowie auch mangelnde Interessenten. Privatpersonen können schließlich kaum einen solchen Kauf stemmen. Institutionelle Investoren bleiben scheinbar aus.

Gehen wir über zu unseren Investments …

Aber was bedeutet das alles für unsere Investments? Wenn du mich fragst: Wir sollten uns mit dem Wert beschäftigen. Mit dem inneren Wert, auch möglicherweise mit dem Zeitwert oder einem Wiederverkaufswert. Das heißt: Möchte man Anteile von einem Unternehmen halten, weil man vom Produkt, der Vermögenswerte und der Perspektive langfristig überzeugt ist? Auch, wenn sich möglicherweise eine kleine Perspektive zum Negativen verändert?

Wir können das auf REITs beziehen. Gerade im Bereich der Gewerbeimmobilien dürfen wir hinterfragen, was in einigen Fällen übrig bleibt, wenn die Mieter ausbleiben. Sofern es leere Hüllen sind, existieren möglicherweise kaum Werte. Keine Umsätze, Funds from Operations oder auch Dividenden. Hat so etwas dann noch einen Wert für uns?

Aber wir können das auch auf andere Aktien und Unternehmen aus allen Bereichen ummünzen. Wollen wir beispielsweise Anteile von Coca-Cola besitzen? Es geht um die Marke, die Verkaufskraft und die langfristigen Marktpotenziale. Gegebenenfalls auch, wenn es einen negativen Impact durch Themen wie eine Zuckersteuer geben könnte.

Im Endeffekt geht es irgendwann immer um den Wert einer Aktie und eines Unternehmens. Der Tower von Frankfurt ist ein gutes Beispiel dafür, wie schwierig es im Zweifel sein kann, einen Wert von etwas Abstraktem zu bestimmen.

Auf werthaltige Investments,

Vincent Uhr

Chefredakteur Aktienwelt360

Der Artikel Was ein insolventer Tower in Frankfurt für deine Investments bedeutet ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Vincent besitzt Aktien von Coca-Cola. Aktienwelt360 empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

Aktienwelt360 2024

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