Anzeige
+++Antimon wieder im Fokus: ATMY erreicht Allzeithoch – Verteidigungsnachfrage treibt den Markt ATMY erreicht Allzeithoch – Verteidigungsnachfrage treibt den Markt+++

Wie der Schock-Zyklus auf unsere Wahrnehmung einwirkt 02.04.2023, 15:00 Uhr von Aktienwelt360

Ein früherer Kollege hat mich kürzlich auf den Schock-Zyklus aufmerksam gemacht. Ich denke, das ist ein sehr aufschlussreiches Konzept. Es geht dabei darum, dass Anleger einen mentalen Prozess durchmachen, der sich mit jedem unvorhergesehenen Schockereignis der Weltwirtschaft wiederholt. Die jüngsten Bankenpleiten sind dafür ein hervorragendes Beispiel.

Vom Schema her läuft es immer sehr ähnlich ab.

Im Vorfeld des Schocks sind wir noch eher optimistisch und beschäftigen uns höchstens nebenbei mit negativen Nachrichten. Vielleicht brodelt schon etwas, aber kaum jemand bekommt etwas davon mit, weil es in den Massenmedien nicht diskutiert wird. Allenfalls einige eingeweihte Experten besprechen sich untereinander über die drohende Gefahr oder die eigentlich bereits geplatzte Bombe. Noch dringt davon nichts an die Öffentlichkeit.

Dann berichten erste Medien darüber, aber wir ignorieren die schlechten Nachrichten zunächst. Solange man nicht persönlich involviert ist, ist es leicht, solche Neuigkeiten als bloßen Lärm zu verwerfen. Schließlich wird ständig von irgendwelchen Krisen aller Art berichtet, von Hurrikans über geopolitische Krisen bis hin zu maroden Staatsfinanzen. Vieles wird aufgebauscht, warum sollte es diesmal anders sein.

Sobald das Thema größere Kreise zieht, lässt es sich nicht mehr ignorieren. Aber man kann es sich immer noch schönreden, indem man beispielsweise die Annahme vertritt, dass die Angaben überspitzt sind oder in einem falschen Kontext präsentiert werden. So kann man sich selbst beruhigen, anstatt wegen Gefahr im Verzug alarmiert zu werden.

Doch irgendwann kann man sich nicht mehr einreden, dass alles gut ist. Wir erkennen den Handlungsbedarf und die verlorene Zeit. Panik setzt ein. Statt wie zuvor das Ausmaß der Gefahr zu leugnen, schlägt das Pendel nun in die andere Richtung um. Wir entwickeln regelrechte Weltuntergangsszenarien im Verlangen, das Verpasste zu kompensieren und diesmal nicht erneut auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Ab diesem Zeitpunkt richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf den negativen Nachrichtenstrom, der unser neues Szenario bestätigt. Sobald wir uns auf schlechte News eingestellt haben, fällt es uns erstaunlich leicht, damit umzugehen, selbst, wenn sie heftig sind. Eine eher geringfügige schlechte Nachricht, die überraschend kommt, kann sich deutlich schlechter anfühlen.

Weil unser Fokus jetzt auf schlechten Neuigkeiten liegt, filtern wir die guten heraus. Niemand möchte in diesem Moment Optimismus versprühen, weil man in solch einem trüben Umfeld schnell naiv und ahnungslos auf andere wirkt. Dabei ist es völlig üblich, dass gute und schlechte Neuigkeiten koexistieren. Aber wenn alle Welt von Menschen redet, die ihr Vermögen, ihre Jobs oder gar ihr Leben verlieren, dann fällt es schwer, Anzeichen der Besserung anzusprechen.

Selbst wenn einige Zeit später die guten Nachrichten wieder überwiegen, verhalten wir uns wie ein gebranntes Kind, das das Feuer scheut. Noch immer beschäftigen wir uns hauptsächlich damit, Abwärtsrisiken einzudämmen. Mentale Ressourcen, um aufkeimende Chancen zu analysieren, sind noch rar.

Das Bild hellt sich objektiv weiter auf, aber wir trauen der Sache nicht so recht. Wir vermuten hinter den guten Nachrichten Fehlinterpretationen oder eine Agenda – und das klingt klug. Wer hingegen frühzeitig Optimismus verbreitet, erfährt von der Mehrheit weiterhin Ablehnung.

Irgendwann zeigt sich jedoch eindeutig, dass sich tatsächlich ein erfreulicheres Szenario entfaltet. Erst im Rückblick wird uns immer klarer, dass die Dinge sich an einem bestimmten Punkt in der Vergangenheit zum Positiven gewandelt hatten, als noch alle Welt völlig überzeugt davon war, wie schlimm die Lage sei. Jetzt fällt es uns wie Schuppen von den Augen und wir können gar nicht glauben, wie offensichtlich es eigentlich war, dass die Leute zu pessimistisch waren – und wie deutlich doch eigentlich die Anzeichen dafür waren, dass es besser wird.

Ab diesem Zeitpunkt erkennen wir, dass die großen Risiken hinter uns liegen. Wir können wieder gute Nachrichten akzeptieren und uns auf den Fortschritt einlassen. Schlechte Nachrichten sehen wir wieder als den üblichen Lärm an, der sie in normalen Zeiten sind. Optimismus wird gesellschaftlich wieder voll akzeptiert.

Jetzt sind wir mental wieder dort, wo wir angefangen haben. Ein neuer Zyklus kann einsetzen.


Der Artikel Wie der Schock-Zyklus auf unsere Wahrnehmung einwirkt ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

Der Bärenmarkt-Überlebensguide: Wie du mit einer Marktkorrektur umgehst!

Ein erneutes Aufflammen von Corona in China, Krieg innerhalb Europas und eine schwächelnde Industrie in Deutschland in Zeiten hoher Inflation und steigender Zinsen. Das sind ziemlich viele Risiken, die deinem Depot nicht guttun.

Hier sind vier Schritte, die man unserer Meinung nach immer vor Augen haben sollte, wenn der Aktienmarkt einen Rücksetzer erlebt.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Aktienwelt360 2023

Autor: Ralf Anders, Investmentanalyst


Jetzt den vollständigen Artikel lesen

Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer