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In unserer letzten Goldpreis-Prognose vom Oktober des vergangenen Jahres hatten wir mehrere Faktoren aufgeführt, die für einen weiteren Anstieg des Goldpreises sprachen. Die wichtigsten Nachfragetreiber waren dabei zum einen die Aussicht auf fallende Leitzinsen in den USA und das angeschlagene Vertrauen in den US-Dollar aufgrund der Angriffe des US-Präsidenten auf die Unabhängigkeit der Federal Reserve Bank. Zum anderen die weiterhin bestehenden geopolitischen Spannungen rund um den Globus sowie eine strukturell starke Nachfrage vonseiten der Zentralbanken, insbesondere aus den Schwellenländern.
Drei Monate später sind diese Treiber weiterhin intakt und der Goldpreis hat unser kurzfristiges Prognoseziel von 4.400 US-Dollar je Feinunze erreicht. Wir sehen den Zeitpunkt gekommen, unseren Prognosepfad zu rollieren, sodass wir auf Sicht von drei Monaten nun einen Goldpreis von 4.600 US-Dollar erwarten. Langfristig, sprich auf Sicht von zwölf Monaten, dürfte das Edelmetall erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze überschreiten.
US-Notenbank in den kommenden Monaten im Fokus der Goldanleger
Die Federal Reserve spielt derzeit aus zwei Gründen eine sehr wichtige Rolle für den Goldmarkt. Zum einen ist die tatsächliche Geldpolitik der Fed von hoher Relevanz für die Goldnachfrage. Aktuell rechnen die Märkte mit mindestens zwei Leitzinssenkungen durch die US-Währungshüter bis zum Jahresende. Dies dürfte insbesondere am kurzen Ende niedrigeren Renditen am US-Staatsanleihenmarkt nach sich ziehen. Dabei stützen niedrigere Marktzinsen, vor allem bezogen auf das US-Zinsniveau, die Goldnachfrage, da die relative Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls steigt.
Zum anderen ist das Vertrauen in die Fed derzeit stark angeschlagen, was für die Goldnachfrage sogar noch wichtiger ist als die US-Geldpolitik. Grund dafür sind die Versuche von US-Präsident Trump, in die Geldpolitik und damit in die Unabhängigkeit der US-Notenbank einzugreifen. So versuchte er im vergangenen Jahr die Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, obwohl einem US-Präsidenten kein allgemeines Entlassungsrecht für Fed-Mitglieder zusteht. Später gelang es ihm, seinen Chefberater für wirtschaftliche Angelegenheiten, Stephen Miran, als Mitglied des Board of Governors der Fed zu platzieren. Nun endet im Mai dieses Jahres die Amtszeit von Jerome Powell als Fed-Chef und Donald Trump wird höchstwahrscheinlich Kevin Hassett nominieren. Auch er stammt aus dem wirtschaftspolitischen Lager des US-Präsidenten. Somit dürfte Donald Trumps Einfluss auf die US-Geldpolitik perspektivisch zunehmen. Sein Ziel sind schnelle und entschlossene Leitzinssenkungen. Sollte Powells Nachfolger eine expansivere Geldpolitik betreiben als auf Basis der wirtschaftliche Datenlage gerechtfertigt, dürfte das Vertrauen in die Fed – und somit in den US-Dollar – nachhaltigen Schaden erleiden. Da der US-Dollar, ebenso wie Gold, an den Finanzmärkten den Status eines sicheren Hafens genießt, würde eine – und sei es auch schleichende – Abkehr der Anleger vom US-Dollar tendenziell die Goldnachfrage stärken.
Angespannte Geopolitik und Zentralbanken liefern langfristigen Rückenwind
Das Jahr 2025 hat erneut gezeigt, dass sich die Welt auf einem Weg zur Blockbildung bzw. in einer Phase der De-Globalisierung befindet. Am deutlichsten war dies an der Handelspolitik der US-Regierung zu erkennen. Dabei verfolgt der US-Präsident eine kompromisslose „America-first-Politik“, indem er Importzölle gegenüber den meisten Handelspartnern verhängte. Dieses Jahr begann zwar nicht mit weiteren Zolldrohungen, jedoch mit einer völkerrechtswidrigen Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch US-amerikanische Spezialkräfte. Nun droht das US-Staatsoberhaupt mit weiteren Eingriffen in Kolumbien und im Iran sowie mit der Annexion Grönlands. Diese Entwicklungen sind eine weitere Bestätigung dafür, dass eine Trendwende im Pfad zur Blockbildung nicht in Sicht ist. Als ultimativer sicherer Hafen dürfte Gold im Laufe des Jahres aus dieser Richtung weiterhin profitieren. Eine Verschlechterung der weltweiten geopolitischen Verhältnisse führt in der Regel dazu, dass sowohl private als auch institutionelle Anleger den Goldanteil in ihren Portfolios erhöhen.
Ein weiteres Spiegelbild dieses Blockbildungsprozesses stellen die Bewegungen in den Währungsreserven der Zentralbanken von Schwellenländern dar. Bereits seit mehreren Jahren erhöhen viele Zentralbanken ihre Goldbestände massiv. Hintergrund dieser Entwicklung ist der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit vom US-Dollar (und Euro). Vor allem China und weitere BRICS-Staaten versuchen nach den Erfahrungen der russischen Zentralbank, ihre Anfälligkeit gegenüber potenziellen westlichen Sanktionen mithilfe größerer Goldreserven zu verringern. Inzwischen sind aber auch andere Schwellenländer sehr aktiv am Goldmarkt, darunter Polen, Kasachstan und die Türkei. Allein in den ersten neun Monate des Jahres 2025 erhöhten Zentralbanken ihre Bestände um rund 300 Tonnen (knapp 2%). Dies entspricht den gesamten Goldbeständen des Vereinigten Königreichs. Diese Zahl ist umso beeindruckender, da die Netto-Goldkäufe ausschließlich von einigen Schwellenländern getragen werden. Länder wie die USA, Deutschland oder Italien sind dagegen schon seit Jahrzehnten nicht mehr aktiv am Goldmarkt.
Und das dürfte es nicht gewesen sein. Denn trotz des in den vergangenen Jahren stark angestiegenen Goldpreises gaben viele Zentralbanken in der jüngsten Umfrage des World Gold Councils an, den Goldanteil in ihren Währungsreserven nach wie vor erhöhen zu wollen. Somit bleiben Zentralbanken eine strukturelle Stütze für den Goldpreis.
Ausblick: Auf Jahressicht erstmals 5.000 USD je Feinunze in Sicht
Drei Monate nach dem letzten Prognoseupdate rollieren wir nun den Pfad und erwarten somit auf Sicht von drei Monaten einen Goldpreis von 4.600 US-Dollar je Feinunze. Längerfristig dürfte sich die Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund der intakten Treiber fortsetzen, so dass wir auf Jahressicht mit neuen Rekordhochs im Bereich der Marke von 5.000 US-Dollar rechnen.
Produktidee: Endlos-Turbo Long Optionsschein Basiswert Gold
Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Rohstoffs Gold [2.2026] (Basiswert) könnte sich als Alternative zu einem Direktinvestment der Endlos-Turbo Long der DZ BANK (WKN: DU237C) auf den Gold [2.2026]-Rohstoff anbieten. Der Endlos-Turbo Long richtet sich an Anleger, die überproportional (gehebelt) an einer Kursentwicklung des Gold [2.2026]-Rohstoffs oberhalb der Knock-Out-Barriere partizipieren möchten. Die Partizipation wirkt dabei in beide Richtungen, d.h. man partizipiert gehebelt an allen Kursentwicklungen (negativen wie positiven) des Basiswerts. Aufgrund seiner Hebelwirkung reagiert der Endlos-Turbo Long auf kleinste Kursbewegungen. Sollte der Kurs des Gold [2.2026]-Rohstoffs an mindestens einem Zeitpunkt während der Laufzeit des Endlos-Turbo Long auf oder unter der Knock-Out-Barriere notieren (Knock-Out-Ereignis), verfällt der Endlos-Turbo wertlos. Die Barriere, die stets dem aktuellen Basispreis entspricht, und der Basispreis selbst werden jeden Tag angepasst. Der Endlos-Turbo Long auf den Rohstoff des Basiswerts Gold [2.2026] hat keine feste Laufzeit. Er kann insgesamt zu festgelegten Terminen (ordentliche Kündigungstermine) durch die DZ BANK gekündigt werden. Ein Anleger kann den Endlos-Turbo Long an festgelegten Terminen (Einlösungstermine) einlösen. Nach Einlösung durch den Anleger oder Kündigung durch die DZ BANK und sofern zuvor kein Knock-out-Ereignis eintritt, entspricht der Rückzahlungsbetrag am Rückzahlungstermin dem EUR-Gegenwert der Differenz zwischen Kurs der Aktie des Basiswerts Gold [2.2026] am jeweiligen Einlösungstermin bzw. ordentlichen Kündigungstermin und Basispreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis von 0,10.
Einen gänzlichen Verlust des eingesetzten Kapitals erleidet der Anleger, wenn der Kurs des Rohstoffs auf den Basiswert Gold [2.2026] zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Haltedauer auf oder unter der Knock-Out-Barriere notiert. (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK ihre Verpflichtungen aus dem Produkt aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.
Verändert sich der Kurs des Basiswerts Gold [2.2026] nicht ebenfalls um die oben beschriebene tägliche Anpassung der Barriere und des Basispreises, kommt es zu einer Wertminderung des Endlos-Turbo Long. Eine Wertminderung des Endlos-Turbo Long kann dazu führen, dass der erzielte Verkaufspreis des Endlos-Turbo Long unterhalb des Erwerbspreises liegt. Wertentwicklungen von Finanzinstrumenten in der Vergangenheit stellen keinen verlässlichen Indikator für künftige Wertentwicklungen dar.
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.
Stand: 20.01.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion
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