Merz in Peking – „Go East“. Deutschland importiert so viel aus China wie nie zuvor und produziert zunehmend dort. Droht neue Abhängigkeit? Profitieren Tech-Giganten wie Alibaba? Eine HKCM-Analyse.
Die Zahlen wirken wie ein Warnsignal. Deutschlands Exporte nach China sind auf den tiefsten Stand seit 2016 gefallen. Gleichzeitig schossen die Importe auf über 170 Milliarden Euro. Das Handelsbilanzdefizit mit der Volksrepublik erreichte zuletzt rund 90 Milliarden Euro: ein Rekord. „Go East“ ist mehr als Diplomatie. Produktion wandert nach China, Abhängigkeiten wachsen - und Peking baut seinen Vorteil aus. Profitieren Konzerne wie Alibaba? Eine HKCM-Analyse.
China setzt deutsche Konzerne unter Druck
Während deutsche Konzerne Absatzprobleme melden, baut Peking seine strukturellen Vorteile konsequent aus. Staatlich gestützte Industriepolitik, strategisch gesteuerte Lieferketten und eine Währung, die politisch beeinflusst wird. Der Yuan gilt als strukturell unterbewertet; ein Wettbewerbsvorteil, der chinesische Exporte verbilligt und Importe verteuert. Der Euro hat gegenüber dem Yuan real massiv aufgewertet. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Margendruck.
Doch es geht um mehr als Währungsrelationen. Peking erhöht den Druck auf westliche Firmen, stärker vor Ort zu produzieren. Wer Marktzugang will, soll investieren und chinesische Zulieferer integrieren. Exporte werden durch lokale Fertigung ersetzt. Die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in China steigen, während die Ausfuhren sinken.
Alibaba vor Zahlen: Zündet China jetzt die nächste Rallye?
Am 5. März veröffentlicht Alibaba seine Quartalsergebnisse. Die Aktie steht damit an einem technischen Scheideweg und reagierte zuletzt mit deutlichen Abverkäufen. In den vergangenen Handelsstunden wurde der Titel spürbar unter Druck gesetzt. Die Dynamik der Bewegung spricht dafür, dass die laufende Zwischenkorrektur der blauen Welle (iv) noch nicht abgeschlossen sein dürfte.
Primär rechnen wir damit, dass der Kurs kurzfristig weiter zur Unterseite tendiert, um diese Korrektur sauber auszubauen, bevor ein neuer Aufwärtsimpuls starten kann. Gleichzeitig müssen wir ein Alternativszenario mit einer Wahrscheinlichkeit in Höhe von 37 Prozent berücksichtigen: Sollte sich der Abgabedruck beschleunigen, wäre auch eine deutlich ausgeprägtere Korrektur möglich, die einen erweiterten langfristigen Einstiegsbereich vorbereitet.
Die Kombination aus geopolitischer Neuorientierung Europas und charttechnischem Entscheidungspunkt macht die Lage hochspannend. Sollte sich Deutschlands „Go East“-Strategie verfestigen und Kapitalströme Richtung China zunehmen, könnten Tech-Giganten wie Alibaba strukturell profitieren. Kurzfristig jedoch entscheidet die laufende Korrektur und die Reaktion auf die Zahlen am 5. März. Für die konkreten Zielzonen und strategischen Einstiegsbereiche erhalten Abonnenten unserer Analysepakete die vollständigen Koordinaten in den täglichen Updates.
Unsere Kunden erhalten Zugang zu allen Zielzonen und potenziellen Szenarien. Egal ob große Rezession oder Marktchancen – wir begleiten Sie durch jede Phase und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Portfolio bestmöglich managen. Etwa mit unseren Analysen zum Hang Seng Index sowie zum breiten China-Markt. Disclaimer: Unsere Analyse ist keine Anlageberatung.
Leseempfehlung: Unser Analyst enthüllt: Das sind die vier spannendsten KI-Aktien aus China