Der chinesische Elektroautobauer NIO beschert seinen Anlegern immer wieder eine Achterbahn der Gefühle. Hoffnungsvolle Nachrichten und Rückschläge scheinen sich abzuwechseln, was allerdings nicht ungewöhnlich ist für ein junges, innovatives Unternehmen, welches auf neue Märkte drängt. Nun sorgt eine große Kooperationsankündigung für ordentlichen Wirbel!

Chinesische Tech-Werte unter Druck

Mitte September stand der Kurs von NIO noch bei knapp 22 Euro, zwischendurch auf unter 10 Euro gefallen, pendelte sich eben jener endlich wieder bei über 12 Euro ein. Tech-Aktien stehen momentan allgemein unter Druck, Titel aus China zusätzlich aufgrund der harten Covid-Zero-Politik der chinesischen Regierung. Trotzdem ist eine zwischenzeitliche Halbierung des Kurses natürlich erst einmal besorgniserregend.

NIO

 

Es gibt auch gute Nachrichten

NIO kann aber auch einiges vorweisen: In Deutschland wurde auf Anhieb das Goldene Lenkrad gewonnen und damit unter Beweis gestellt, dass die Autos Fahrer und Experten nicht nur überraschen, sondern auch überzeugen. Dazu wurde eine Kooperation mit dem chinesischen Tech-Riesen Tencent, um die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens voranzutreiben, bekanntgegeben. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam von den dortigen staatlichen Plänen zur Förderung der „New Energy Cars“ profitieren. Dennoch können die Quartalszahlen nicht über die angespannte Lage hinwegtäuschen, die operativen Verluste bleiben hoch, die Prognosen wurde gerade noch so eingehalten. Hier reflektiert sich das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld. Die Zahlen mögen dementsprechend schwierig aussehen, das Auto scheint allerdings zu überzeugen, der Autobauer vermeldete neben dem Gewinn des Preises, einen Rekordabsatz im November.

EnBW bahnt den Weg

Nun wurde eine weitreichende Partnerschaft mit dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW vereinbart. NIO plant mit innovativen Schnellladestationen den europäischen Markt aufzurollen, dazu gehört das Konzept, die Batterien nicht mehr im Auto aufzuladen, sondern vollautomatisiert leere gegen volle auszutauschen. Durch die Kooperation mit EnBW kann auch das Problem nicht passender Batterien umgehen, da hier nur mit einem Hersteller zusammengearbeitet wird. Die Wechselstationen sollen an verschiedenen EnBW-Ladeparks eingerichtet werden, wo ist noch nicht klar.

Was allerdings klar sein sollte, ist, dass dies eine Kampfansage an die etablierten Hersteller ist. NIO will sich wohl gerade durch Differenzierungsmerkmale und Innovationen Wettbewerbsvorteile, niedrigere Preise und damit Marktanteile in Europa sichern. Mit der EnBW haben sie hier wahrscheinliche eine wichtige Kooperation geschlossen um das hart umkämpfte Thema des Ladens der Autobatterien in Angriff zu nehmen und den Kunden möglichst schnelle und bequeme Lösungen zu bieten. Ob sich diese Kooperation auszahlen wird steht heute noch in den Sternen, ambitioniert ist das allemal.

Börsennews-Redaktion  intern /ts