Auszahlplan Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Ausverkauf Nächster Begriff: Authorized Shares

Eine Vereinbarung, bei der ein Vermögen in festen Raten über einen gewählten Zeitraum entnommen wird, während der Rest weiter Zinsen oder Rendite erzielt.

Auszahlplan-Rechner

Der Rechner ermittelt, welcher gleichbleibende Betrag sich aus einem Vermögen entnehmen lässt, bis es am Ende des Zeitraums aufgebraucht ist. Steuer und Inflation sind fest hinterlegt.

€
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Entnahmeintervall
Jahre
Durchschnittliche Rentenbezugsdauer rund 22 Jahre (Deutsche Rentenversicherung, 2025).
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Abgeltungssteuer auf Erträge oberhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro, Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuer (zusammen 26,375 Prozent), ohne Kirchensteuer. Inflation als langfristige Annahme (Zielwert der EZB).
Mögliche Entnahme pro Monat: –
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Entnahme pro Monat (nominal, nach Steuer) –
Kaufkraft der letzten Entnahme in heutigem Geld –
Summe aller Entnahmen –
Davon Erträge nach Steuer –
Gezahlte Abgeltungssteuer –
Gezahlter Solidaritätszuschlag –
Kaufkraftverlust durch Inflation (Summe aller Entnahmen) –
Kaufkraftverlust bis zum Ende –
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Vereinfachte Modellrechnung ohne Gewähr. Sie ersetzt keine individuelle Beratung. Zins bzw. Rendite werden über den gesamten Zeitraum als konstant angenommen, Entnahmen erfolgen jeweils zu Beginn des Intervalls. Erträge werden jährlich wie Zinsen besteuert; Teilfreistellungen bei Aktienfonds, Kirchensteuer, Kosten und Kursschwankungen bleiben unberücksichtigt. Eingaben werden nicht gespeichert oder übertragen.

Ein Auszahlplan regelt, wie ein vorhandenes Vermögen in festen Raten über einen gewählten Zeitraum an den Anleger zurückfließt. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Auszahlungsplan und Entnahmeplan. Während ein Sparplan Kapital aufbaut, dient der Auszahlplan dazu, angespartes Geld planbar zu verbrauchen, meist um eine Rentenlücke neben der gesetzlichen Rente zu schließen. Das noch nicht entnommene Kapital bleibt angelegt und erwirtschaftet weiter Zinsen oder Rendite.

So funktioniert ein Auszahlplan

Zu Beginn werden drei Größen festgelegt: das eingesetzte Vermögen, die Anlageform mit ihrem erwarteten Zins und die Dauer der Entnahme. Daraus ergibt sich die Höhe der Rate, die monatlich oder jährlich ausgezahlt wird. Bei der Variante mit Kapitalverzehr ist das Vermögen am Ende der Laufzeit vollständig aufgebraucht. Bei der Variante mit Kapitalerhalt werden nur die Erträge entnommen, das Vermögen selbst bleibt unangetastet. Die Rate fällt dann deutlich niedriger aus.

Als Anhaltspunkt für die Laufzeit dient die durchschnittliche Rentenbezugsdauer. Laut Deutscher Rentenversicherung wurden Altersrenten, die 2025 endeten, im Schnitt knapp 22 Jahre lang gezahlt, bei Frauen rund 23,5 und bei Männern rund 20,3 Jahre. Wer früher in den Ruhestand geht oder überdurchschnittlich lange lebt, braucht einen entsprechend längeren Zeitraum.

Steuerlich wird nur der Ertragsanteil erfasst, nicht die Rückzahlung des eigenen Kapitals. Auf Zinsen und Kapitalerträge fällt in Deutschland die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag an, zusammen 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer. Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro, bleiben steuerfrei.

Warum große Ersparnisse auf klassischen Bankkonten nicht reichen

Viele Sparer legen Lebensersparnisse zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro vollständig auf Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld an, weil diese Formen als sicher gelten. Für einen Auszahlplan über zwei Jahrzehnte ist das jedoch nur begrenzt tragfähig. Bei einem Zins von rund 1,25 Prozent und 500.000 Euro Startkapital lassen sich über 22 Jahre nach Steuer etwa 2.100 Euro im Monat entnehmen. Nur rund ein Zehntel der Auszahlungen stammt dabei aus Zinsen, der große Rest ist schlicht das eigene Geld, das zurückgezahlt wird.

Hinzu kommen drei Schwächen, die bei hohen Beträgen besonders ins Gewicht fallen: der Kaufkraftverlust, die begrenzten Top-Zinsen und das Risiko, dass eine einzelne Bank über die lange Laufzeit ausfällt.

Kaufkraftverlust durch Inflation

Eine gleichbleibende Rate verliert jedes Jahr an Wert. Schon bei einer Inflation von 2 Prozent, dem mittelfristigen Ziel der Europäischen Zentralbank, sinkt die Kaufkraft innerhalb von 22 Jahren um gut ein Drittel. Aus einer Monatsrate von 2.100 Euro werden am Ende des Zeitraums in heutigem Geld nur noch knapp 1.400 Euro. Liegt die Teuerung höher, wie im August 2026 mit 2,9 Prozent laut Statistischem Bundesamt, fällt der Verlust entsprechend stärker aus. Ein Zins, der nach Steuern unter der Inflationsrate liegt, bedeutet real ein Minus, auch wenn der Kontostand nominal steigt.

Das Zins-Maximum für Großanleger

Werbezinsen für Tages- und Festgeld wirken auf den ersten Blick attraktiv, sind aber häufig an Bedingungen geknüpft. Viele Banken garantieren den Aktionszins nur für wenige Monate und nur bis zu einem Höchstbetrag. Für Guthaben oberhalb dieser Grenze gilt ein deutlich niedrigerer Standardzins. Nach Ablauf der Aktion rutscht das gesamte Guthaben auf den Bestandskundenzins. Wer eine hohe Summe anlegen möchte, muss sie deshalb auf mehrere Angebote verteilen und regelmäßig umschichten, was bei einem Auszahlplan über Jahrzehnte aufwendig ist. Zudem folgen Bankzinsen der Geldpolitik: Die EZB hat den Einlagensatz im September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben, in früheren Phasen lag er über Jahre bei null oder darunter.

Das Insolvenzrisiko über 30 Jahre

Ein Auszahlplan kann leicht 25 bis 30 Jahre laufen. Über einen solchen Zeitraum lässt sich nicht ausschließen, dass eine Bank in Schieflage gerät. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten bis 100.000 Euro je Kunde und Bank. Nur in bestimmten Lebenssituationen, etwa nach einem Immobilienverkauf oder bei Renteneintritt, sind vorübergehend bis zu 500.000 Euro für sechs Monate abgesichert. Beträge darüber hinaus sind allenfalls über freiwillige Sicherungssysteme der Bankenverbände geschützt, auf die kein Rechtsanspruch besteht. Ein Vermögen von einer Million Euro müsste auf mindestens zehn Banken verteilt werden, um vollständig gesetzlich gesichert zu sein.

Aufteilung in Sicherheits- und Wachstums-Baustein

Als Alternative zu reinen Bankeinlagen wird häufig eine Aufteilung in zwei Bausteine beschrieben, am Beispiel eines Vermögens von einer Million Euro:

  1. Sicherheits-Baustein: Rund 200.000 Euro liegen als eiserne Reserve im Tages- und Festgeld, aufgeteilt auf zwei solide Banken, sodass jeder Teil innerhalb der gesetzlichen Einlagensicherung bleibt. Aus diesem Topf werden die Raten der ersten Jahre gezahlt.
  2. Wachstums-Baustein: Rund 800.000 Euro werden in einen breit gestreuten Welt-Aktien-ETF, etwa auf den MSCI World, oder in eine Kombination mit sicheren Staatsanleihen investiert. Für solche Depots werden über 30 Jahre häufig 6 bis 7 Prozent Rendite pro Jahr angesetzt. Laut Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts erzielte ein Sparplan auf den MSCI World in keinem 30-Jahres-Zeitraum bis Ende 2022 weniger als 6,2 Prozent pro Jahr, vor Kosten und Steuern.

Der Sicherheits-Baustein verhindert, dass in einem Börsenabschwung Anteile zu niedrigen Kursen verkauft werden müssen. Dieses sogenannte Reihenfolgerisiko ist bei Auszahlplänen besonders relevant, weil Verluste in den ersten Jahren das Vermögen dauerhaft schmälern. In ruhigen Phasen wird die Reserve aus dem Wachstums-Baustein wieder aufgefüllt. ETF-Anteile gelten als Sondervermögen und sind bei einer Insolvenz der depotführenden Bank geschützt, unterliegen aber Kursschwankungen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Auszahlungsplan und Entnahmeplan werden im Sprachgebrauch meist gleichbedeutend verwendet. Von einer privaten Sofortrente unterscheidet sich der Auszahlplan dadurch, dass das Kapital verfügbar und vererbbar bleibt, die Zahlung aber nicht lebenslang garantiert ist. Das Risiko, länger zu leben als das Geld reicht, trägt der Anleger selbst. Die 4%-Regel ist dagegen eine Faustformel für eine jährlich an die Inflation angepasste Anfangsentnahme. Der Sparplan bildet das Gegenstück in der Ansparphase.

Fazit

Ein Auszahlplan wandelt ein Vermögen in regelmäßige Zahlungen um und lässt sich in Laufzeit, Intervall und Anlageform flexibel gestalten. Wie lange und in welcher Höhe er trägt, hängt maßgeblich von der Verzinsung, der Inflation und der Besteuerung ab. Bei großen Summen stoßen klassische Bankkonten an Grenzen, weil Zinsen oft unter der Teuerung liegen, Top-Konditionen gedeckelt sind und die gesetzliche Einlagensicherung nur 100.000 Euro je Bank abdeckt. Eine Aufteilung in einen sicheren und einen renditeorientierten Teil gilt als verbreiteter Ansatz, um Planbarkeit und Kaufkrafterhalt miteinander zu verbinden.

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