Masonry-Contract Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Masonry Nächster Begriff: Liquid Driver
Ein Smart Contract der Tomb Finance Plattform auf der Fantom-Blockchain, der das Staking von TSHARE-Token ermöglicht, um TOMB-Token-Belohnungen zu generieren und die Governance des Protokolls zu unterstützen
Der Masonry-Contract ist ein zentraler Smart Contract im Protokoll von Tomb Finance auf der Fantom-Blockchain. Er bildet die technische Grundlage für das Staking von TSHARE-Token und die Ausschüttung neu geprägter TOMB-Token während sogenannter Expansionsphasen. Als autonomer Code-Baustein übernimmt der Masonry-Contract die Aufgabe, Governance-Teilnehmer für ihr langfristiges Engagement zu belohnen, ohne dabei auf zentrale Instanzen angewiesen zu sein.
Im Gegensatz zu traditionellen Staking-Modellen mit festen Zinsraten handelt es sich beim Masonry-Contract um ein dynamisches, zyklisches Belohnungssystem, das ausschließlich dann aktiv ist, wenn das Protokoll bestimmte Marktbedingungen erfüllt – insbesondere die Preisbindung von TOMB an 1 FTM.
Funktion und Ablauf
Der Masonry-Contract erlaubt es Inhabern von TSHARE, ihre Token zu staken und dadurch an der Verteilung neu geprägter TOMB-Token teilzunehmen. Dies geschieht innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens, der in Epochen unterteilt ist.
Hauptfunktionen:
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Annahme von TSHARE-Stakes
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Verwaltung von Sperrfristen (Lock-Up)
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Verteilung neu geprägter TOMB bei Expansion
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Tracking individueller Anteile und Erträge
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Ausschüttung von Rewards bei Ablauf der Lock-Up-Frist
Der gesamte Prozess ist vollständig on-chain, transparent und durch den zugrunde liegenden Smart Contract automatisiert.
Technische Struktur
Der Masonry-Contract besteht aus mehreren Kernfunktionen:
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stake(amount): Hinterlegung von TSHARE im Contract -
withdraw(amount): Abhebung von gestakten TSHARE nach Ablauf der Sperrfrist -
claimReward(): Abholung der verdienten TOMB-Belohnungen -
canClaim(address): Prüft, ob ein Nutzer seine Rewards beanspruchen darf -
epoch(): Gibt die aktuelle Epoche zurück (typischerweise alle 6 Stunden) -
allocateSeigniorage(): Wird vom Protokoll aufgerufen, um neue TOMB zu prägen und an Staker zu verteilen, falls Bedingungen erfüllt sind
Der Contract ist so konzipiert, dass die Verteilung der TOMB-Belohnungen proportional zur gestakten Menge an TSHARE erfolgt. Auch die Dauer der Teilnahme kann (je nach Implementation) bei der Ertragsberechnung berücksichtigt werden.
Interaktion mit dem Treasury-Contract
Der Masonry-Contract arbeitet eng mit dem Treasury-Contract von Tomb Finance zusammen. Der Treasury beobachtet kontinuierlich den Marktpreis von TOMB:
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Wenn TOMB > 1.01 FTM, signalisiert der Treasury dem Masonry-Contract, dass eine Expansionsphase aktiv ist.
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Der Treasury prägt neue TOMB-Token (Minting) und übergibt diese an den Masonry-Contract zur Verteilung.
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Falls zuvor TBONDs im Umlauf sind, kann der Treasury festlegen, dass zuerst TBOND-Inhaber bedient werden, bevor die Masonry Belohnungen ausschüttet.
Bedingungen für Rewards
Belohnungen aus dem Masonry-Contract werden nur unter bestimmten Bedingungen ausgeschüttet:
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TOMB-Preis liegt über dem Peg: Nur bei TOMB > 1.01 FTM erfolgt eine Belohnung.
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Lock-Up-Periode ist beendet: Die Sperrfrist beträgt in der Regel 6 Epochen (36 Stunden).
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Nutzer war zu Beginn der Epoche aktiv gestakt: Neueinsteiger müssen bis zur nächsten Epoche warten.
Diese Bedingungen sorgen für Systemstabilität, da sie kurzfristige Manipulation oder „Reward-Hopping“ unterbinden.
Vorteile und strategische Rolle
Der Masonry-Contract ermöglicht ein kapitalgebundenes, zyklisch gesteuertes Belohnungssystem, das folgende Vorteile bietet:
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Kapitalbindung von TSHARE: Staking senkt die Umlaufmenge und reduziert Verkaufsdruck.
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Verzögerte Auszahlung: Lock-Ups verhindern kurzfristiges Ausnutzen des Systems.
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Flexible Reward-Emission: Belohnungen sind nicht fix, sondern an Marktverhalten gekoppelt.
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Dezentrale Steuerung: Keine zentrale Instanz entscheidet über die Auszahlung.
Der Contract bildet damit das ökonomische Rückgrat des Tomb-Finance-Systems.
Risiken und technische Herausforderungen
Trotz der klaren Strukturierung bringt der Masonry-Contract gewisse Risiken mit sich:
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Smart-Contract-Sicherheit: Ein Fehler im Code kann zu falschen Ausschüttungen oder Kapitalverlusten führen.
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Inflexibilität bei Preisvolatilität: In einem fallenden Markt können gestakte TSHARE an Wert verlieren, ohne dass Rewards generiert werden.
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Abhängigkeit vom Oracle: Die Preisfeststellung für TOMB erfolgt über externe Datenquellen – Manipulationen könnten das Verhalten des Contracts beeinflussen.
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Ertragsunterbrechung: In langen Kontraktionsphasen (TOMB < 1 FTM) bleibt der Masonry-Contract inaktiv, was zu Ertragseinbußen für Staker führt.
Audits und Governance
Der Masonry-Contract ist open source und wurde von unabhängigen Auditoren überprüft. Dennoch bleibt die Verantwortung beim Nutzer, sich mit den Funktionen, Parametern und Risiken vertraut zu machen. Perspektivisch soll auch die Governance über TSHARE-Inhaber Einfluss auf den Masonry-Mechanismus nehmen können – etwa durch Abstimmung über Lock-Up-Dauer oder Rebase-Raten.
Fazit
Der Masonry-Contract ist das technische Herzstück der Ertragsverteilung im Tomb-Finance-Protokoll. Er verwaltet das Staking von TSHARE und organisiert die verhältnismäßige Ausschüttung neu geprägter TOMB-Token in Expansionsepochen. Der Contract ist vollständig dezentral, arbeitet eng mit dem Treasury-Contract zusammen und stellt sicher, dass nur aktive, langfristig engagierte Teilnehmer vom Wachstum des Protokolls profitieren. Gleichzeitig birgt er Risiken im Hinblick auf Marktzyklen, Preisbindung und Smart-Contract-Sicherheit, was ein fundiertes Verständnis seitens der Nutzer erforderlich macht.