MoM (Month-over-Month) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: BoP (Beginning of Period) Nächster Begriff: QoQ (Quarter-over-Quarter)
Eine Kennzahl, die die Veränderung einer bestimmten Größe, wie Umsatz oder Preis, zwischen zwei aufeinanderfolgenden Monaten misst, um kurzfristige Trends zu analysieren
MoM (Month-over-Month) ist eine im Finanz- und Wirtschaftsbereich gebräuchliche Abkürzung für den Begriff „Monat-zu-Monat“-Vergleich. Er bezeichnet die prozentuale Veränderung einer Kennzahl oder eines Werts im Vergleich zum Vormonat. Dieser Indikator dient dazu, kurzfristige Trends, Wachstumsdynamiken oder saisonale Muster zu erkennen und ist insbesondere in der konjunkturellen Analyse, der Finanzberichterstattung sowie im operativen Controlling von Unternehmen weit verbreitet.
Definition und Berechnung
Die MoM-Veränderung misst, wie stark sich ein bestimmter Wert vom Ende eines Monats zum Ende des vorhergehenden Monats verändert hat. Die Standardformel zur Berechnung der MoM-Rate lautet:
MoM-Veränderung \( (\%) \) = \( \text{(Wert aktueller Monat – Wert Vormonat) / Wert Vormonat} × 100 \)
Dabei können sowohl positive als auch negative Werte auftreten:
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Positive MoM-Rate: Die Kennzahl ist gegenüber dem Vormonat gestiegen.
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Negative MoM-Rate: Die Kennzahl ist gegenüber dem Vormonat gesunken.
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MoM = 0: Es gab keine Veränderung im Vergleich zum Vormonat.
Anwendungsbereiche
MoM-Analysen finden in zahlreichen Bereichen Anwendung, unter anderem:
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Makroökonomische Indikatoren:
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Veränderung des Verbraucherpreisindex (Inflation)
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Industrieproduktion oder Einzelhandelsumsätze
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Arbeitslosenzahlen oder Beschäftigtenzahlen
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Finanzkennzahlen von Unternehmen:
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Umsatz- oder Ertragsentwicklung auf Monatsbasis
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Veränderung der liquiden Mittel oder Verschuldung
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Absatzvolumen oder Marktanteile
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Kapitalmärkte:
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Performance von Aktien, Indizes oder Fonds auf Monatsbasis
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Monatsrenditen im Portfolio-Reporting
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Veränderungen bei Zins- oder Wechselkursen
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Investoren- und Analystenberichte:
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Monatsbezogene Bewertung von Unternehmenskennzahlen zur Ableitung kurzfristiger Einschätzungen
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Vergleich zwischen verschiedenen Monaten zur Identifikation saisonaler Effekte
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Vorteile des MoM-Ansatzes
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Kurzfristige Trenderkennung: MoM-Werte sind besonders nützlich, um aktuelle Entwicklungen schnell zu erkennen und zu bewerten.
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Frühindikator: In konjunkturellen Analysen geben MoM-Zahlen frühzeitig Hinweise auf Wachstumsverlangsamungen oder Beschleunigungen.
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Detaillierte Steuerung: Für operative Steuerungszwecke – etwa im Vertrieb oder bei der Produktionsplanung – liefern MoM-Vergleiche relevante kurzfristige Informationen.
Einschränkungen und Kritik
Trotz ihrer praktischen Relevanz unterliegt die MoM-Analyse auch gewissen Begrenzungen:
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Volatilität: Monatliche Veränderungen können stark schwanken und dadurch schwer interpretierbar sein.
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Saisonale Verzerrungen: Monatsspezifische Effekte (z. B. Urlaubszeit, Feiertage, saisonale Nachfrage) können zu irreführenden Interpretationen führen, wenn keine Saisonbereinigung erfolgt.
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Kurze Datenbasis: Da sich der Vergleich nur auf zwei Monate bezieht, ist die Aussagekraft begrenzt. Eine längerfristige Entwicklung bleibt unberücksichtigt.
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Nicht geeignet für langfristige Strategien: Für strategische Analysen ist die MoM-Betrachtung zu kurzfristig orientiert.
Aus diesen Gründen werden MoM-Daten häufig in Kombination mit anderen Zeitvergleichskennzahlen analysiert, insbesondere:
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YoY (Year-over-Year): Vergleich zum Vorjahresmonat, um saisonale Effekte auszuschließen.
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QoQ (Quarter-over-Quarter): Vergleich über Quartale zur Glättung kurzfristiger Schwankungen.
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Moving Averages: Gleitende Durchschnitte zur Glättung der Datenreihen.
Beispielrechnung
Ein Unternehmen meldet für den Monat August einen Umsatz von 2,1 Mio. €. Im Juli betrug der Umsatz 2,0 Mio. €. Die MoM-Veränderung wird wie folgt berechnet:
\[ \text{MoM-Veränderung} = \frac{2{,}1 - 2{,}0}{2{,}0} \times 100 = 5{,}0 ,% \]
Das bedeutet: Der Umsatz ist im August im Vergleich zum Juli um 5 % gestiegen.
Darstellung in der Praxis
In der Unternehmensberichterstattung oder volkswirtschaftlichen Analyse wird die MoM-Veränderung häufig in Tabellenform oder als Zeitreihe mit Monatswerten und zugehörigen Veränderungsraten dargestellt. Beispiel:
| Monat | Umsatz (in Mio. €) | MoM-Veränderung (%) |
|---|---|---|
| Januar | 1,8 | – |
| Februar | 1,9 | +5,6 % |
| März | 2,0 | +5,3 % |
| April | 1,95 | −2,5 % |
Eine solche Darstellung erlaubt es, kurzfristige Umsatzschwankungen zu erkennen und ihre Ursachen im zeitlichen Verlauf zu analysieren.
Fazit
MoM (Month-over-Month) ist eine gebräuchliche Kennzahl zur Bewertung der monatlichen Veränderung von Finanz- und Wirtschaftsgrößen. Sie bietet eine schnelle und einfache Möglichkeit, kurzfristige Entwicklungen zu analysieren, eignet sich aber nur eingeschränkt für die Beurteilung langfristiger Trends. In Kombination mit anderen Vergleichsgrößen – wie YoY oder gleitenden Durchschnitten – ermöglicht die MoM-Analyse eine differenzierte Bewertung der Unternehmens- oder Marktentwicklung und ist damit ein unverzichtbares Instrument im Controlling, Reporting und in der Konjunkturbeobachtung.