NEP-177 (Near) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: NEP-171 (Near) Nächster Begriff: NEP-129 (Near)

Eine Standard-Schnittstelle für die Metadaten von nicht-fungiblen Token (NFTs) auf der NEAR-Blockchain, die es ermöglicht, zusätzliche Informationen wie Namen, Symbole und Referenz-URLs zu speichern und einheitlich darzustellen

NEP-177 ist ein standardisierter Metadaten-Standard im NEAR-Protokoll, der in enger Verbindung mit NEP-171 (Non-Fungible Token Standard) steht. Während NEP-171 die grundlegenden Funktionalitäten zur Verwaltung von Non-Fungible Tokens (NFTs) definiert, legt NEP-177 fest, wie die zugehörigen Metadaten strukturiert und bereitgestellt werden sollen. Damit erfüllt NEP-177 eine entscheidende Rolle für die Darstellung, Interpretation und Interoperabilität von NFTs innerhalb des NEAR-Ökosystems.

Zielsetzung und Bedeutung

Die wesentliche Motivation hinter NEP-177 besteht darin, eine einheitliche Struktur für NFT-Metadaten zu schaffen, die es Wallets, Marktplätzen, Indexern und anderen Anwendungen erlaubt, Informationen zu NFTs korrekt darzustellen. Ohne eine standardisierte Form könnten Metadaten uneinheitlich, unvollständig oder schwer interpretierbar sein, was die Nutzererfahrung und technische Kompatibilität erheblich beeinträchtigen würde.

NEP-177 bietet daher ein formalisiertes Schema, das alle wesentlichen Informationen eines Tokens — wie Name, Beschreibung, Medienressourcen oder Serieninformationen — abbildet. Dies ist vor allem für visuelle oder interaktive Anwendungen wie digitale Kunst, Spiele oder Zertifikate von großer Bedeutung.

Struktur des Metadatenstandards

Der Standard beschreibt zwei zentrale Datenstrukturen:

  1. Contract-Level-Metadaten

  2. Token-Level-Metadaten

Diese Trennung ermöglicht eine klare Unterscheidung zwischen allgemeinen Informationen zum NFT-Contract (z. B. Name der Kollektion) und spezifischen Eigenschaften einzelner Tokens (z. B. Bild, Beschreibung, Attributswerte).

1. Contract-Metadaten

Diese Metadaten beschreiben den gesamten NFT-Contract (also eine Sammlung oder ein Projekt):

{
  "spec": "nft-1.0.0",
  "name": "CryptoMonsters",
  "symbol": "CMON",
  "icon": "https://example.com/icon.png",
  "base_uri": "https://example.com/nft/",
  "reference": "https://example.com/metadata.json",
  "reference_hash": "base64-encoded-sha256"
}

Bedeutung der Felder:

  • spec: Gibt die Version des Standards an (z. B. „nft-1.0.0“).

  • name: Der Name der Kollektion.

  • symbol: Symbol oder Abkürzung für die Kollektion.

  • icon: URL zu einem Icon (z. B. Projektlogo).

  • base_uri: Basispfad für alle Mediendateien (optional).

  • reference: Externe URL mit erweiterten Metadaten (optional).

  • reference_hash: Prüfsumme der externen Datei, falls reference verwendet wird.

Diese Informationen sind einmalig für den Contract und werden über die Methode nft_metadata() verfügbar gemacht.

2. Token-Metadaten

Für jedes NFT lassen sich zusätzlich individuelle Metadaten definieren:

{
  "title": "Monster #001",
  "description": "Ein seltenes rotes Monster mit Flügeln",
  "media": "https://example.com/media/monster001.png",
  "media_hash": "base64-encoded-sha256",
  "copies": 1,
  "issued_at": "1652349876543",
  "expires_at": null,
  "starts_at": null,
  "updated_at": null,
  "extra": "{\"rarity\":\"legendary\",\"power\":87}",
  "reference": "https://example.com/metadata/monster001.json",
  "reference_hash": "base64-encoded-sha256"
}

Erklärung wichtiger Felder:

  • title: Name oder Bezeichnung des Tokens.

  • description: Textbeschreibung des Tokens.

  • media: URL zur Mediendatei (Bild, Video, Audio usw.).

  • media_hash: Optionaler Hash zur Integritätsprüfung der Mediendatei.

  • copies: Anzahl der existierenden Kopien (bei limitierten Serien).

  • issued_at: Ausgabedatum im Unix-Timestamp-Format (Millisekunden).

  • extra: Freitextfeld für beliebige JSON-codierte Zusatzdaten.

  • reference: Externe URL zu umfangreicheren Metadaten (optional).

  • reference_hash: Hashwert der Datei unter reference.

Diese Metadaten werden typischerweise über die Funktion nft_token(token_id) abgerufen, die neben dem Besitzer auch die Metadaten des Tokens zurückgibt.

Vorteile der Standardisierung

Die Einhaltung von NEP-177 bringt eine Reihe von Vorteilen für das gesamte Ökosystem:

  1. Interoperabilität: Marktplätze, Wallets und Indexer können NFTs unabhängig vom Herausgeber korrekt interpretieren.

  2. Effiziente Darstellung: Klare Strukturierung ermöglicht konsistente Darstellung von NFTs auf Benutzeroberflächen.

  3. Integritätsprüfung: Hash-Felder erlauben die Validierung von Metadaten und Mediendateien, was Manipulationen erschwert.

  4. Erweiterbarkeit: Das extra-Feld ermöglicht eine flexible Erweiterung des Standards, ohne die Kompatibilität zu gefährden.

  5. Asynchrone Metadaten: Durch Verweise auf externe Quellen können umfangreiche Daten ausgelagert werden, was Speicherplatz spart.

Abgrenzung zu anderen Standards

NEP-177 ist in seiner Zielsetzung mit Ethereum-Standards wie ERC-721 Metadata Extension oder ERC-1155 Metadata URI vergleichbar, geht jedoch in einigen Punkten weiter. Insbesondere die Möglichkeit, Hashes zur Integritätsprüfung anzugeben, sowie das optionale extra-Feld bieten Entwicklern zusätzliche Sicherheit und Flexibilität.

Gleichzeitig bleibt NEP-177 eng an die Prinzipien der NEAR-Architektur gebunden, insbesondere im Hinblick auf deterministische Ausführung, Speicherökonomie (siehe NEP-145) und asynchrone Interaktionen mit Off-Chain-Ressourcen.

Integration in NFT-Projekte

Für Entwickler von NFT-Contracts auf NEAR ergibt sich aus NEP-177 eine klare Handlungsanweisung:

  1. Implementierung der Methode nft_metadata() zur Bereitstellung der Contract-Metadaten.

  2. Implementierung von nft_token(token_id), um Token-spezifische Metadaten auszugeben.

  3. Validierung aller extern referenzierten Ressourcen durch Hashes, sofern sicherheitsrelevant.

  4. Strukturierung zusätzlicher Informationen über das extra-Feld bei komplexeren Anwendungsfällen (z. B. Spieleigenschaften, Events).

Projekte, die diesen Standard einhalten, sind ohne zusätzliche Anpassungen kompatibel mit bestehenden Tools wie Wallets, Marktplätzen, Katalogdiensten und Explorer-Anwendungen.

Fazit

NEP-177 stellt einen essenziellen Baustein für die Darstellung und Nutzung von NFTs im NEAR-Ökosystem dar. Durch die Standardisierung der Metadaten auf Contract- und Token-Ebene wird sichergestellt, dass NFTs klar identifizierbar, verlässlich interpretierbar und konsistent darstellbar sind. In Verbindung mit dem funktionalen Standard NEP-171 und optionalen Erweiterungen wie NEP-199 (Royalties) bietet NEP-177 eine umfassende Grundlage für den Aufbau professioneller, interoperabler NFT-Anwendungen. Die strukturierte, sichere und erweiterbare Definition von Metadaten fördert dabei nicht nur technische Robustheit, sondern auch eine verbesserte Nutzererfahrung über verschiedene Plattformen hinweg.