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Brent über 100 Dollar

DAX rutscht unter 25000 Punkte 08.10.2026, 14:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Die Hoffnung auf eine Stabilisierung hat am Donnerstag nur bis zum Handelsstart gehalten. Der DAX rutschte gleich zur Eröffnung unter die runde Marke von 25.000 Punkten und notiert am frühen Nachmittag rund 0,9 Prozent tiefer bei 24.886 Zählern, nachdem er bereits am Mittwoch 1,35 Prozent eingebüßt hatte. Den Takt gibt der Ölmarkt vor: Neue Drohungen aus Washington gegen den Iran treiben den Preis für ein Barrel Brent auf fast 105 Dollar. Unter Anlegern ist die Nervosität greifbar.

Trump schlägt Teherans Angebot aus

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwochabend erklärt, er wolle eigentlich gar kein Abkommen mehr mit Teheran – obwohl der Iran bereit sei, nahezu alles anzubieten, um eine Eskalation zu verhindern. Berichten zufolge bereitet das Pentagon eine neue Runde von Angriffen auf iranische Energie-, Infrastruktur- und Atomziele vor, wenige Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA. Die Nordseesorte Öl (Brent) verteuerte sich daraufhin um rund 3,7 Prozent auf knapp 105 Dollar und notiert damit deutlich über der Schwelle von 100 Dollar.

Aus Anlegersicht ist der Hauptschuldige für den Rückschlag damit schnell ausgemacht: Mehrere Marktteilnehmer verweisen auf den Ölpreis, der jeden Erholungsversuch am Morgen wieder ausbremste. Für Verwunderung sorgt dabei die Rolle Washingtons.

Mich wundert, dass aktuell nicht wirklich was bei Trump unternommen wird, um den Ölpreis zu drücken.

Im Gegenteil, so der Einwand, habe der Präsident den Preisauftrieb mit seinen Äußerungen über mögliche Angriffe noch vor den Zwischenwahlen selbst befeuert. Ein Einlenken aus dem Weißen Haus wird eher erst bei noch höheren Notierungen erwartet, genannt wird die Marke von 110 Dollar. Der Ton ist entsprechend angespannt.

Fed-Gouverneur Waller kündigt weitere Zinserhöhungen an

Zusätzlichen Druck erhielt der Markt am Vormittag von der US-Notenbank. Fed-Gouverneur Christopher Waller stellte weitere Zinserhöhungen in Aussicht, falls sich die Konjunkturdaten wie erwartet entwickeln – diese müssten allerdings nicht auf aufeinanderfolgenden Sitzungen kommen. Erst im September hatte die Fed den Leitzins auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent angehoben. Hinzu kommen hohe Anleiherenditen in Europa: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen kletterte wieder auf 4,92 Prozent, die Sorgen um die Verschuldung Frankreichs belasten vor allem Bankwerte.

Unter Aktionären wird Wallers Botschaft unterschiedlich gelesen. Steigende Ölpreise und Zinsen sprächen eigentlich für einen erneuten Test der jüngsten Tiefs, lautet das eine Argument. Dem wird entgegengehalten, die Börse habe in letzter Zeit schon viele schlechte Nachrichten ignoriert. Bei CMC Markets hieß es, solange weder Energiepreise noch Renditen nachgäben, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben. Die Stimmung bleibt damit vorsichtig.

Nebenwerte und Zulieferer geben noch deutlicher nach

In der zweiten Reihe fallen die Verluste noch kräftiger aus: Der MDAX verliert 1,4 Prozent auf rund 29.735 Punkte, der SDAX gibt 1,1 Prozent nach. Autozulieferer wie Schaeffler und Aumovio brachen am Vormittag um teils mehr als 6 Prozent ein, nachdem der französische Konkurrent OPMobility seinen Jahresausblick gesenkt hatte. Selbst starke Quartalszahlen von Samsung Electronics lösten keine Anschlusskäufe bei Halbleiterwerten aus; Infineon gab gegen Mittag mehr als 3 Prozent ab, die Samsung-Papiere verlieren rund 3 Prozent.

Charttechnisch orientierte Anleger richten den Blick auf die 200-Tage-Linie, die im Bereich um 24.845 Punkte gesehen wird, sowie auf das Monatstief vom 1. Oktober knapp darunter. Sollte diese Zone nachhaltig unterschritten werden, könnte es nach dieser Lesart „dunkel“ werden. Zeitweise fiel der Index im Tagesverlauf bereits bis auf 24.790 Punkte. Als nächste Bewährungsprobe gilt die anlaufende Bilanzsaison in den USA, die zeigen müsse, ob sich die Milliardeninvestitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen. Die Anleger-Stimmung pendelt zwischen der Hoffnung auf einen Abpraller an der Unterstützung und der Sorge, dass Öl und Zinsen den Markt weiter nach unten ziehen könnten.

Bn-Redaktion/sb
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