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Deutsche Telekom

Milliarden-Coup in Polen geplant 23.08.2026, 13:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Deutsche Telekom: Milliarden-Coup in Polen geplant
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Deutsche Telekom, Foto: Norbert Ittermann
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Deutsche Telekom 28,90 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Milliarden-Deal soll T-Mobile Polska zum Vollanbieter machen

Die Deutsche Telekom treibt den Ausbau ihres Geschäfts in Polen mit einer Milliardenübernahme voran. Der Bonner Konzern übernimmt die Glasfaseranbieter Fiberhost und Inea von Macquarie Asset Management. Der Kaufpreis liegt laut Reuters bei rund einer Milliarde Euro. Mit der Transaktion soll vor allem die polnische Tochter T-Mobile Polska gestärkt werden, die sich von einem bislang überwiegend auf Mobilfunk ausgerichteten Unternehmen zu einem voll integrierten Telekommunikationsanbieter entwickeln soll.

Künftig könnte T-Mobile Polska damit Mobilfunk- und Festnetzdienste aus einer Hand anbieten. Die Übernahme eigener Glasfaser-Infrastruktur würde dem Unternehmen ermöglichen, sein Angebot deutlich breiter aufzustellen und im polnischen Telekommunikationsmarkt stärker mit etablierten Festnetz- und Kabelnetzbetreibern zu konkurrieren.

Glasfaser-Deal wartet noch auf grünes Licht

Vollzogen ist die Übernahme allerdings noch nicht. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen in Polen. Macquarie Asset Management rechnet mit einem Abschluss des Verkaufs Ende 2026.

Für die Deutsche Telekom ist der Schritt strategisch bedeutsam. T-Mobile Polska war bislang vor allem im Mobilfunk stark positioniert. Mit Fiberhost und Inea erhält die Tochter Zugang zu eigener Glasfaser-Infrastruktur und kann damit ihre Präsenz im Festnetzgeschäft erheblich ausbauen.

Die geplante Integration könnte zugleich die Abhängigkeit von fremden Netzinfrastrukturen reduzieren und zusätzliche Möglichkeiten bei der Bündelung von Mobilfunk- und Festnetzprodukten eröffnen. Damit würde sich T-Mobile Polska stärker in Richtung eines klassischen Vollanbieters entwickeln.

Milliarden für Wachstum - trotz üppiger Aktienrückkäufe

Bemerkenswert ist die Übernahme auch mit Blick auf die aktuelle Kapitalallokation der Deutschen Telekom. Erst vor gut einer Woche hatte der Konzern im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms innerhalb weniger Handelstage mehr als 1,6 Millionen eigene Aktien erworben.

Nach den Halbjahreszahlen hatte die Deutsche Telekom das Volumen dieses Programms von ursprünglich bis zu zwei Milliarden Euro auf bis zu fünf Milliarden Euro erhöht. Der Kauf von Fiberhost und Inea zeigt damit, dass der Konzern nicht ausschließlich Kapital an die Aktionäre zurückführt, sondern parallel erhebliche Mittel für strategisches Wachstum einsetzt.

Finanziellen Spielraum verschafft dabei unter anderem die zuletzt angehobene Free-Cash-Flow-Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Dadurch kann die Deutsche Telekom Investitionen und Akquisitionen wie den geplanten Polen-Deal finanzieren, während gleichzeitig das umfangreiche Aktienrückkaufprogramm weiterläuft.

Telekom-Aktie bleibt stabil - Polen rückt stärker in den Fokus

An der Börse sorgte die Übernahmenachricht zunächst nicht für größere Kursbewegungen. Die Deutsche-Telekom-Aktie hatte den Freitag bei 28,87 Euro beendet und damit 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag zugelegt. Innerhalb der vergangenen 30 Tage summierte sich das Kursplus auf 6,2 Prozent.

Zuletzt wurde die Kursentwicklung allerdings auch von der insgesamt schwächeren Stimmung im europäischen Telekommunikationssektor beeinflusst. Reuters zufolge gehörten Deutsche Telekom und Vodafone Anfang August zeitweise zu den größten Verlierern der Branche.

Unabhängig von den kurzfristigen Kursbewegungen unterstreicht die geplante Übernahme die strategische Bedeutung des polnischen Marktes für den Konzern. Nach erfolgreicher Wettbewerbsprüfung dürfte die Eingliederung von Fiberhost und Inea für T-Mobile Polska einen wichtigen strukturellen Wandel einleiten. Aus einem vor allem mobilfunkorientierten Anbieter könnte ein Unternehmen entstehen, das Kunden sowohl über Mobilfunknetze als auch über eine eigene Glasfaser-Infrastruktur erreicht und damit im polnischen Telekommunikationsmarkt deutlich breiter aufgestellt ist.

Bn-Redaktion/aw
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