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Öl dreht ins Plus

DAX trotzt Energiesorgen und testet Trendhürde 12.10.2026, 16:16 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Binnen weniger Stunden hat sich das Bild am Ölmarkt gedreht. Am Morgen hatte die Nordseesorte Brent noch rund 1,30 Dollar nachgegeben, inzwischen kostet ein Barrel mit knapp 107 Dollar gut 2 Prozent mehr als zum Wochenausklang – umgerechnet rund 95 Euro. Der DAX lässt sich davon bislang nicht beirren: Mit 25.293 Punkten liegt der Leitindex rund 0,8 Prozent im Plus und arbeitet sich an die erste charttechnische Hürde um 25.320 Punkte heran. Unter Anlegern herrscht dennoch eher Zurückhaltung als Aufbruchstimmung.

Brent springt zurück über 106 Dollar

Zum Handelsstart hatten nachgebende Energiepreise und leicht sinkende Anleiherenditen den Markt noch gestützt. Hinter den starken Schwankungen steht weiterhin der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt versichert, vor den Zwischenwahlen im November keinen Angriff auf den Iran zu starten. Bei der Helaba hieß es jedoch, solange der Krieg andauere, dürften die Ölpreise kräftig schwanken. Auch die US-Sorte WTI zieht inzwischen um gut 2 Prozent auf rund 93,60 Dollar an.

Auf Anlegerseite kam die Wende nicht überraschend. Schon vor dem Xetra-Start wurde darauf verwiesen, dass der Ölpreis bereits wieder anziehe und die Nachrichtenlage für einen klaren Durchbruch zu gemischt sei. Mehrere Anleger hielten im Tagesverlauf eine rasche Rückkehr in Richtung 110 Dollar für möglich. Dagegen steht die Überlegung, Öl könnte nach dem jüngsten Anstieg zunächst ein Doppeltop ausgebildet haben. Der Ton bleibt wachsam: Der Energiepreis gilt als der Faktor, der die Erholung jederzeit bremsen könnte.

21-Tage-Linie stoppt den DAX bei 25.320 Punkten

Die runde Marke von 25.000 Punkten hatte der Leitindex in der vergangenen Woche mehrfach unterschritten, am Freitag schloss er jedoch darüber. Nun nähert er sich dem Bereich um 25.320 Punkte, wo die abwärts gerichtete 21-Tage-Linie verläuft, die den kurzfristigen Trend abbildet. Das Tageshoch lag mit 25.321 Punkten exakt dort. Erst ein nachhaltiger Sprung darüber könnte den Weg in Richtung 25.500 Punkte öffnen, wo die nächste Hürde gesehen wird.

Charttechnisch orientierte Anleger lesen den Tagesverlauf ähnlich. Seit Freitag wird ein sauberer Aufwärtstrend gesehen, der sich nun an einer Zone festbeiße, die schon seit September als Widerstand gelte; ein erster Anlauf um 25.300 Punkte sei am frühen Nachmittag abgeprallt. Fallende Hochs bei kleiner werdenden Ausschlägen sprächen statistisch eher für einen Ausbruch nach oben – allerdings nur, wenn Ölpreis und Wall Street mitspielten. Die Einschätzung bleibt vorsichtig zuversichtlich.

Stromsteuer und Bankenbilanzen geben den Takt vor

Rückenwind kommt aus Berlin: Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich für eine Senkung der Stromsteuer ausgesprochen. Gefragt waren zudem Rüstungswerte, angeführt von Rheinmetall mit einem Plus von 2,8 Prozent an der DAX-Spitze, nachdem sich Morgan Stanley optimistischer zur Branche geäußert hatte. Die Breite des Marktes überzeugt dagegen weniger: Der MDAX hat seine Gewinne vom Nachmittag weitgehend wieder abgegeben, der Nasdaq 100 notiert rund 0,7 Prozent im Minus. Weil in den USA Columbus Day ist, bleibt der dortige Anleihemarkt geschlossen, die Umsätze fallen entsprechend dünn aus.

Unter Aktionären überwiegt am Nachmittag das Abwarten. Der Index wolle weder richtig nach oben noch nach unten, lautet der Befund; hinzu komme eine kurze, von einem kleinen Verfall am Freitag geprägte Woche, in der ab Dienstag die Berichtssaison startet.

Am Ende sind das immer nur Wahrscheinlichkeiten. Ob es dann so kommt, weiß man eh nie. Also mache ich lieber Feierabend.

Den Anfang machen am Dienstag JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup mit ihren Quartalszahlen, am Mittwoch folgen die US-Verbraucherpreise für September. Bei der Commerzbank wird ein deutlicher Anstieg erwartet, vor allem wegen teureren Benzins – ein Ergebnis, das die US-Notenbank von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember wohl nicht abhalten dürfte. Bis dahin könnte der Ölpreis der wichtigste Taktgeber für den DAX bleiben.

Bn-Redaktion/sb
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