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Ölpreis

Hurrikan-Risiko trifft auf gefährlich dünne Reserven 07.10.2026, 11:44 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl
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Brent steigt wieder über 101 Dollar

Die Ölpreise legen am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, erneut zu. Brent notierte im frühen Handel zeitweise bei rund 101,63 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 90,50 Euro, und gewann etwa 1 Prozent. Die US-Sorte West Texas Intermediate, kurz WTI, stieg auf rund 90,24 US-Dollar, umgerechnet rund 80,30 Euro. Damit bleibt insbesondere Brent fest über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar, obwohl zuletzt wieder mehr Rohöl aus dem Nahen Osten auf den Weltmarkt gelangte.

Sturm bedroht US-Ölförderung

Für zusätzlichen Aufwärtsdruck sorgt ein Sturm im Golf von Mexiko. Er könnte sich innerhalb weniger Tage zum ersten Atlantik-Hurrikan des Jahres 2026 entwickeln und Regionen mit bedeutender Öl- und Gasförderung treffen. Die Gebiete entlang der erwarteten Zugbahn stehen für rund 15 Prozent der US-Rohölproduktion und etwa 5 Prozent der amerikanischen Erdgasförderung. Vorsorglich wurden bereits Teile der Offshore-Produktion heruntergefahren. Zeitweise waren rund 9,2 Prozent der dortigen Ölförderung betroffen.

Naher Osten bleibt ein Risiko

Parallel bleibt die Versorgungslage im Nahen Osten angespannt. Angriffe der Houthis auf Ziele in Saudi-Arabien und Risiken für die Schifffahrt erhöhen die Unsicherheit. Gleichzeitig haben sich die regionalen Ölexporte zuletzt deutlich erholt. Rund 12 Millionen Barrel Rohöl pro Tag sowie etwa 2 Millionen Barrel raffinierte Produkte täglich wurden zuletzt aus dem Nahen Osten verschifft. Dieses zusätzliche Angebot verhindert bislang einen deutlich stärkeren Anstieg der Ölpreise.

Aramco warnt vor dünnen Reserven

Für Aufmerksamkeit sorgt zugleich eine Warnung von Saudi Aramco. Weltweit seien weniger als 6 Milliarden Barrelkommerzielle Ölbestände vorhanden, wobei ein großer Teil davon praktisch nicht kurzfristig verfügbar sei. Seit Beginn der aktuellen Versorgungskrise wurden mehr als 1 Milliarde Barrel aus Lagerbeständen entnommen. Gleichzeitig seien nahezu 3 Milliarden Barrel an erwarteter Versorgung ausgefallen. Der Wiederaufbau der Bestände könnte nach Einschätzung des Unternehmens bis zu zwei Jahre dauern.

100-Dollar-Marke bleibt entscheidend

Entlastung kommt durch zusätzliche Exporte und die geplante Freigabe von 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus Notreserven der G7-Staaten. Dem stehen jedoch der Sturm im Golf von Mexiko, niedrige Lagerbestände und anhaltende Risiken im Nahen Osten gegenüber. Damit bleibt der Ölmarkt anfällig für neue Angebotsstörungen. Für Brent wird die Marke von 100 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 89 Euro, vorerst zum entscheidenden Orientierungspunkt.

Bn-Redaktion/tb
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